Im Januar erreichte die Redaktion eine Nachricht von Reiner Kipp, der sich darüber beklagte, dass in der Spielstraße vor dem Haus, in dem er mit seiner Familie lebt, kaum jemand die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalte. Wir haben uns die Situation Anfang Februar selbst angeschaut und mussten feststellen: Autofahrer treten hier tatsächlich sehr häufig aufs Gaspedal. Durch diese Fußbewegung wird die sogenannte Schrittgeschwindigkeit – außer es besteht eine deutliche Steigung – grundsätzlich überschritten.

Die Stadtverwaltung stellte damals selbst durch Geschwindigkeitsmessungen fest, dass die Geschwindigkeit zu oft überschritten wurde. Der gemessene Spitzenwert lag bei 36 Kilometern pro Stunde, betrug also mehr als das Doppelte der erlaubten Geschwindigkeit. Die Stadt versprach damals zusätzliche Bodenmarkierungen und ein Versetzen der Schilder an der Kreuzung mit der Scheffelstraße, um diese besser sichtbar zu machen.

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Jetzt, mehr als drei Monate später, haben wir nachgefragt: Sind die Maßnahmen tatsächlich erfolgt und zeigen sie die gewünschte Wirkung? Anwohner Kipp antwortet uns: „Die Schilder an der Kreuzung Scheffelstraße wurden versetzt und sind jetzt besser zu sehen. Bodenmarkierungen sind nicht erfolgt.“ Mobile Geschwindigkeitsmessungen gebe es ab und an. Seine Beobachtung: „Nur wenn der Blitzbus hier steht, fahren die meisten einigermaßen korrekt: Hauptsächlich, weil sie vom Gegenverkehr gewarnt werden.“ Die Situation sei immer noch recht frustrierend, fasst er zusammen.

Mit Blumen fallen die kleinen Inseln zur Verkehrsberuhigung besser ins Auge.
Mit Blumen fallen die kleinen Inseln zur Verkehrsberuhigung besser ins Auge. | Bild: Lena Reiner

Stadt-Pressesprecherin Monika Blank erklärt, dass bei den Geschwindigkeitsmessungen merkliche Verbesserungen im Vergleich zum Jahresbeginn und zum Vorjahr festgestellt worden seien. Bei der allerersten Messung nach der Umgestaltung der Allmandstraße am 19. Oktober des Vorjahres seien 165 Verstöße festgestellt worden und eine Verstoßquote von knapp 33 Prozent: „Schon bei der ersten Messung nach Versetzung des Verkehrszeichens konnte eine deutliche Reduzierung der Verstöße verzeichnet werden.“

Messungen zeigen rückläufige Verstoßquote

Bei drei Messungen im März und April lag die Verstoßquote nur mehr bei rund 25 bis rund 28,5 Prozent, zeigt die Auswertungstabelle der Messungen. Bei der jüngsten Messung am 26. April fiel der Wert nochmals deutlich auf unter 16 Prozent. Allerdings ist bei der Interpretation der Daten zu beachten, dass die Ursprungsmessung im Oktober in einem deutlich längeren Zeitraum erfolgt ist, sodass auch deutlich mehr Fahrzeuge in die Auswertung einfließen konnten.

Bei einem Besuch an einem Dienstagvormittag ist ein vertrautes Geräusch zu hören: Noch immer nutzen Autofahrer bei der Einfahrt von der Scheffel- in die Allmandstraße nicht etwa nur den Schleifpunkt, sondern bedienen auch das Gaspedal.