Sie leben ja wirklich mitten in der Natur. Haben Sie auch eine ganz besondere Beziehung zur Natur?

Oh ja, allerdings, und sie wird eher mehr und intensiver, obwohl ich in der Stadt, also in Friedrichshafen groß geworden bin.

So richtig in der Stadt?

Ja, genau. Mein Vater war Leiter des Kolpingheims Friedrichshafen, das sich damals in der heutigen Fußgängerzone befand und in dem wir als Familie auch wohnten. Bei uns war also die Welt zu Hause.

Wie kann ich das verstehen?

Ich wurde inmitten von Studenten aus vielen fernen Ländern groß und statt Märchen hörte ich Geschichten aus aller Welt. Es war sogar so, dass wir Krankheiten teilten. Beispielsweise hatte ich Windpocken als Kind und steckte damit einen jungen Ghanaer an, bei dem ich später am Bett saß, während meine Mutter ihn versorgte, weil er unglaublich gelitten hat (lacht). Heute befinden sich an dieser Stelle Geschäfte und Arztpraxen, unter anderem mein Zahnarzt. Jedes Mal, wenn ich bei ihm auf dem Stuhl sitze, fallen mir nette Geschichten aus der Zeit ein.

Das heißt, Sie hatten später viele Adressen in der Welt, wo Sie klingeln konnten?

So war es nicht ganz, aber ich war viel unterwegs, nachdem ich von zu Hause ausgezogen war.

Und jetzt so ländlich?

Ja, und ich genieße es.

Spiegelt sich das auch in Ihrem beruflichen Tun wider?

Ja, auch, das war und ist ein Weg, den ich für mich gefunden habe. Ich bin immer wieder begeistert, welch großartige Felder sich für mich dadurch eröffnen.

Jetzt haben Sie mich aber neugierig gemacht. Erzählen Sie doch ein wenig darüber?

Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester. Trotz meiner Liebe zu diesem Beruf wechselte ich nach zehn Jahren Klinik in eine HNO-Praxis. In meiner 20-jährigen Tätigkeit dort wurden mir viele Perspektiven aufgezeigt, wie ich Menschen betrachten und mit welchen Möglichkeiten ich im Krankheitsfall außerdem agieren kann. Ich würde sagen, dass ich in der Praxis lernte, den Menschen ganzheitlicher zu sehen. Und ich wollte davon noch mehr sehen. Ich absolvierte eine Heilpraktiker-Ausbildung, hinzu kam das Erlernen der Cranio-Sacral-Therapie, Ohrakkupunktur, Matrix, ein wenig traditionelle chinesische Medizin, Entspannungstechniken und Spagyrik.

Und all das praktizieren Sie jetzt?

Meine große Leidenschaft sind immer noch Kinder, so bin ich zum einen als Kinderkrankenschwester in der ambulanten Intensivpflege tätig. Zum anderen habe ich für mich herausgefunden, dass ich als Heilpraktikerin in Verbindung mit Cranio-Sacral-Therapie und Matrix-Therapie meinen Patienten am individuellsten helfen kann. Ich erfasse dabei den Körper und die Seele, was für mich im unmittelbaren Zusammenhang steht. In einer schnelllebigen Zeit wie jetzt geraten sehr oft Sympathikus und Parasympathikus aus der Balance und dann fängt der Körper an zu kranken. In der momentanen Corona-Zeit sind wir meist nicht so schnell unterwegs und durch Stillstand und Ruhe kommen „unsere“ Themen zum Vorschein, von denen wir uns sonst durch viel Aktivität ablenken können. Auch diese Themen lassen den Körper krank werden. Durch die Cranio-Sacral-Therapie mache ich ein Körperangebot, das heißt, nur durch diese sanfte manuelle Therapie stoße ich Prozesse im Körper an, die in der Zusammenarbeit mit dem Patienten wieder zu mehr Balance führen. Allerdings erlebe ich in meinen Behandlungen, dass immer mal wieder die Menschen Argumente finden, sich nicht aktiv an dem Prozess zu beteiligen und nicht bereit sind, in ihrem Lebenswandel etwas zu verändern. Um in der Hinsicht einen Perspektivwechsel im Gegenüber zu erreichen, habe ich zusätzlich die Möglichkeit der Matrix-Arbeit.

Was ist die Matrix?

Matrix ist das interaktive Energiefeld, das jeder Mensch schon mit der Geburt besitzt und mit dem der Mensch mit jedem und mit allem in Verbindung steht. Dieses Energiefeld ist voll mit Informationen, zum Teil vom Genpool unserer Vorfahren, aber auch mit Informationen, die wir uns im Laufe des Lebens dazu holen, sprich Suggestionen, Glaubenssätzen oder Geschichten. Diese können einen selbst blockieren und teilweise nicht mehr das tun lassen, was man möchte. Ich setze Impulse, die diese individuelle Matrix „anschubsen“. Und mit der Bereitschaft des Betroffenen können dadurch Dinge, Themen, Blockaden gelöst oder angeschoben werden. Matrix zu erklären ist schwierig. Diese Arbeit sollte man erleben, es ist eine Methode, die schnell und kraftvoll wirkt.

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Welche Auswirkungen hat diese Arbeit auf Sie persönlich?

Auch das würde ich eher als Prozess beschreiben. Es geht damit einher, dass ich mit immer mehr Achtsamkeit und Bewusstsein durchs Leben gehe, sowohl mich selbst, als auch andere Menschen und ihre Beschwerden aus einer anderen Perspektive sehe und diese weitergeben kann. Meine Sensitivität im Umgang oder in Berührungen mit meinen Patienten hat sich noch mal verändert und geschärft. Das ist jedenfalls regelmäßig die positive Rückmeldung meiner Patienten. Dabei hilft mir sicher auch der Umstand, dass ich als Kinderkrankenschwester schon eine gewisse Sensitivität besitze, um herauszufinden, wo genau der Schmerz sitzt, da dies die wenigsten Kinder genau lokalisieren können.

Sie machen auf mich einen sehr ausgeglichenen Eindruck. Wenden Sie diese Matrix-Arbeit auch bei sich selbst an?

Jeden Morgen, wenn ich aufstehe, benutze ich eines von vielen Matrixmodulen. Um es für einen Außenstehenden besser zu visualisieren: Man stelle sich einen Computer vor, den ich jeden Morgen neu programmiere. Das bedeutet, ich aktiviere die Systemvoraussetzungen, die Firewall oder das Antivirenprogramm meines Körpers neu, also ich sette mich positiv für den Tag.

Haben Sie ein Lebensmotto, was Sie gern nach außen tragen, und einen Wunsch für sich selbst?

Ich möchte gern meine Tätigkeit in der Naturheilmedizin ausbauen und noch viele Menschen darin unterstützen, sich auf ihren eigenen Weg zu machen. Wie Galilei schon sagte: „Man kann einem Menschen nichts beibringen, man kann ihm nur helfen, es in sich zu entdecken.“ Denn alles, was wir brauchen, ist in uns. Ich möchte in allem, was ich tue, Stimmigkeit und Zufriedenheit empfinden, das ist mir wichtig.