An fünf Tagen pro Woche hat die Häfler Tafel geöffnet. „Da braucht man ein starkes Team“, sagt der Vorsitzende Dieter Stauber. Bei einem Fest zum 20-jährigen Bestehen und dankte er jüngst den ehrenamtlichen Helfern, die den Tafel-Gedanken in Friedrichshafen mittragen. „Gelebtes Ehrenamt und Engagement machen die Idee der Tafel zur Realität“, beschrieb es Ignaz Wetzel, Sozialdezernent des Bodenseekreises an jenem Abend.

Helfer mitunter seit Jahren für Tafel im Einsatz

Elke Rumpf gehört seit zehn Jahren zum Team und ist damit eine der Dienstältesten. „Ich bin da so reingewachsen und die Tafel ist mir wichtig“, sagt sie zu ihrer Motivation, einmal pro Woche im Laden zu helfen.

„Ich bin da so reingewachsen und die Tafel ist mir wichtig“, sagt Elke Rumpf.
„Ich bin da so reingewachsen und die Tafel ist mir wichtig“, sagt Elke Rumpf. | Bild: Claudia Wörner

Viele Kunden seien sehr dankbar und nett. „Eine ältere Frau hat mir sogar selbst gestrickte Socken geschenkt“, erzählt Rumpf. Gerade die älteren Kundinnen und Kunden kommen der Häflerin zufolge regelmäßig zur Tafel und freuen sich, wenn sie beispielsweise für 20 Cent ein süßes Stückchen kaufen könnten. „Zum regulären Preis wäre es für sie nicht erschwinglich.“

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Mit dem Umzug 2018 vom kleinen Geschäft in der Hofener Straße in die Keplerstraße habe sich vieles verbessert. „Wir haben ein Einlasssystem, nach dem ausgelost wird, in welcher Reihenfolge die Kunden die Tafel betreten“, berichtet Rumpf. Coronabedingt dürften sich aktuell nur vier Kunden im Laden aufhalten. „Dieses System hat sich bewährt. Heute schimpft keiner mehr und alle warten geduldig, bis sie an der Reihe sind.“

Suche nach sinnvoller Betätigung

Auch Karin Maric unterstützt die Tafel seit zehn Jahren. „Damals brauchten mich meine Kinder nicht mehr rund um die Uhr und ich wollte etwas sinnvolles tun“, erinnert sie sich. Es sei immer wieder aufs Neue schön, die Lebensmittel im Laden anzuordnen. „Es gibt mir jedes Mal ein gutes Gefühl, dass alles verkauft ist, wenn wir schließen.“

„Es gibt mir jedes Mal ein gutes Gefühl, dass alles verkauft ist, wenn wir schließen“, schildert Karin Maric.
„Es gibt mir jedes Mal ein gutes Gefühl, dass alles verkauft ist, wenn wir schließen“, schildert Karin Maric. | Bild: Claudia Wörner

Neu im Team der rund 30 ehrenamtlichen Helfer ist seit diesem Sommer Richard Gagg. „Ich bin seit Anfang des Jahres im Ruhestand und habe mitbekommen, dass die Tafel Helfer sucht“, berichtet er. Ein Tag pro Woche sei für ihn kein Thema und er merke, dass er als Fahrer gebraucht werde. Ihm gefalle sowohl der Kontakt zu den Kunden als auch mit dem Tafel-Team. „Ich habe die Zeit und wenn es anderen hilft, dann hilft es mir auch“, sagt Gagg.

„Ich habe die Zeit und wenn es anderen hilft, dann hilft es mir auch“, sagt Richard Gagg.
„Ich habe die Zeit und wenn es anderen hilft, dann hilft es mir auch“, sagt Richard Gagg. | Bild: Claudia Wörner

Corona habe die Tafel vor Herausforderungen gestellt, erinnerte Ines Weber, Leiterin des Amtes für Soziales, Familien und Jugend, die bei dem Fest der Tafel Grüße von Oberbürgermeister Andreas Brand sowie die Ankündigung einer 10.000-Euro-Spende übermittelte. Einen Scheck über 2000 Euro übergab Andreas Schiff, Präsident des Lions-Club Friedrichshafen, der an jenem Abend aber auch feststellte, dass Geld nicht alles sei. „In der Tafel geht es auch um soziale Kontakte.“

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„Hier werden Leib und Seele satt“, formulierte es Codekan Gottfried Claß von der evangelischen Kirche bei dem Fest der Tafel. Menschen würden nicht als Almosenempfänger abgespeist, sondern als Kunden bedient. Pfarrer Bernd Herbinger von der katholischen Kirche verglich die europaweite Tafel-Idee mit der Franziskusbewegung vor 800 Jahren. „Manche sagen, dass es die Tafeln eigentlich nicht geben dürfte“, sagte Herbinger. Er glaube jedoch, dass die Tafeln nach wie vor den Bedarf decken, den es leider gebe.