Mehr als 100 000 Menschen pro Jahr nutzen die Fischbacher Uferzone zur Erholung. Damit die Natur nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird, sind die Naturwarte täglich zu Kontrollgängen unterwegs. „Dabei machen wir Besucher auf unerlaubte Aktivitäten wie zum Beispiel offenes Feuer aufmerksam“, berichtet Julius Pietruske.

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Große Missstände melden sie der Stadtverwaltung und informieren bei Bedarf sogar die Polizei. „Aber in erster Linie suchen wir mit den Leuten das Gespräch und normalerweise klappt das auch“, fügt Pietruske hinzu.

Trotz Mülleimern und Hinweisschildern ist es nötig, dass die Naturwarte Besucher der Fischbacher Uferzone immer wieder auf die Regeln ...
Trotz Mülleimern und Hinweisschildern ist es nötig, dass die Naturwarte Besucher der Fischbacher Uferzone immer wieder auf die Regeln aufmerksam machen. | Bild: Claudia Wörner

Alte Trampelpfade sind verschwunden

Er und sein Kollege Friedemann Mauthe haben viele Erfolge vorzuweisen, wie Pietruske erzählt: Die Besucher hielten sich mittlerweile an die Wegegebote, alte Trampelpfade seien verschwunden und der Schutz des Manzeller Hölzles werde akzeptiert. Außerdem hätten sie das Indische Springkraut, das die heimischen Pflanzen bedrohe, unter Kontrolle gebracht. „Inzwischen sind die Sauigel weg und die Leute heben zum Teil selbst Zigarettenkippen und Kronkorken auf“, sagt der erfahrene Naturwart.

Naturwarte sorgen dafür, dass die Fischbacher Uferzone sowohl in ihrer Ökologie geschützt wird als auch ein Naherholungsraum für die ...
Naturwarte sorgen dafür, dass die Fischbacher Uferzone sowohl in ihrer Ökologie geschützt wird als auch ein Naherholungsraum für die Menschen bleiben kann. | Bild: Claudia Wörner

Wie Tillmann Stottele, Leiter der Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt der Stadt Friedrichshafen, schildert, habe die Stadt mit einer Beschilderung, Balustraden und der Sperrung von Wegen die Grundpfeiler zum Schutz der Fischbacher Uferzone geschaffen. „Früher sind die Leute quer durch die Natur auf dem direkten Weg zum See gegangen.“

Der Schutz des Manzeller Hölzles liegt den Fischbacher Naturwarten ganz besonders am Herzen.
Der Schutz des Manzeller Hölzles liegt den Fischbacher Naturwarten ganz besonders am Herzen. | Bild: Claudia Wörner

Die ehrenamtlichen Naturwarte listeten den Besuchern nicht nur Verbote auf, sondern erklärten, wo zum Beispiel Bade- und Grillmöglichkeiten seien. Sie seien im Ort bekannt und respektiert, sodass man ihnen zumindest zuhöre. Nicht zuletzt würden so Bußgelder vermieden. „Ihr Engagement ist für uns der Schlüssel zum Erfolg“, lobt Stottele.

Täglich am Fischbacher Ufer unterwegs

Florian Budsa und Simon Thuy haben das Ehrenamt vor Kurzem von Julius Pietruske und Friedemann Mauthe übernommen. „Julius Pietruske hat mich angesprochen, ob ich mal eine Runde mitgehen will“, erinnert sich der 19-jährige Florian Budsa. Er wiederum habe Simon Thuy gefragt, ob er sich das Engagement mit ihm zusammen vorstellen könnte. Und es passte.

Sie haben ein Auge darauf, dass der Fischbacher Strand sauber bleibt. Die Naturwarte Florian Budsa (links) und Simon Thuy sind täglich ...
Sie haben ein Auge darauf, dass der Fischbacher Strand sauber bleibt. Die Naturwarte Florian Budsa (links) und Simon Thuy sind täglich entlang der Uferzone unterwegs. | Bild: Claudia Wörner

Seit mehr als einem halben Jahr sind die beiden Auszubildenden täglich gemeinsam am Fischbacher Ufer unterwegs, im Sommer manchmal sogar schon vor der Arbeit. „Es ist schön, dass wir so zum Umweltschutz beitragen können“, sagt Florian Budsa. Dabei wollen sie sich an ihren Vorgängern orientieren und zunächst nichts verändern. Schwerpunkte sehen sie im Schutz des Manzeller Hölzles und in einem sauberen Strand.

Eine Meldung an die Stadt ist nötig: Simon Thuy hat bei einem Rundgang eine abgebrochene Balustrade entdeckt.
Eine Meldung an die Stadt ist nötig: Simon Thuy hat bei einem Rundgang eine abgebrochene Balustrade entdeckt. | Bild: Claudia Wörner

Zu zweit unterwegs zu sein sei ideal, gerade wenn man mit Leuten das Gespräch suchen müsse. „Es wäre nicht schlecht, wenn wir hier in Fischbach noch ein Team hätten. Dann könnten wir uns abwechseln“, sagt Budsa. Für Pietruske ist vor allem wichtig, dass mit den beiden jungen Männern Nachfolger gefunden wurden. „Jetzt kann ich aufhören.“

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Naturwarte für weitere Stadtteile gesucht

Beim Naturschutz sind die Zusammenarbeit und Unterstützung der engagierten Naturwarte laut Stadt nicht mehr wegzudenken. Wer sich aktiv für einen Stadtteil engagieren möchte, könne sich melden. Der Einsatz der Naturwarte solle in Zukunft über das Fischbacher Ufer hinaus auf weitere Gebiete der Stadt ausgeweitet werden, zum Beispiel den Riedleparkwald, das Eriskircher Ried auf Friedrichshafener Gemarkung, entlang der Rotach oder den Wald zwischen Buchschach und Seemooser Horn.