Von außen betrachtet machen manche Gebäude in Friedrichshafen keinen schönen Eindruck. So sind einige etwa heruntergekommen oder wurden mit kuriosen Graffiti-Kunstwerken besprüht. Dieser subjektive Eindruck war das Ergebnis eines Spaziergangs durch die Häfler Innenstadt vor etwa zwei Wochen.

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Beschäftigt man sich aber mit den Hintergründen, schaut man beim zweiten Blick doch etwas anders auf die Bauten als zu Beginn. Im Folgenden gibt es Wissenswertes über die Aufgaben und Funktionen von drei beispielhaft ausgewählten Gebäuden in Friedrichshafen.

Was macht eigentlich die Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH?

Zu Beginn geht es um die Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH an der Colsmanstraße. Äußerlich betrachtet wirkt der Komplex groß und industriell. Doch was macht eigentlich das Sauerstoffwerk? Eine Sprecherin des Unternehmens kennt die Antwort: Das Werk produziert eine vielfältige Palette an Industriegasen – und das seit mehr als einem Jahrhundert.

Schon Graf Zeppelin war Kunde des Sauerstoffwerkes Friedrichshafen in der Colsmanstraße.
Schon Graf Zeppelin war Kunde des Sauerstoffwerkes Friedrichshafen in der Colsmanstraße. | Bild: Mona Lippisch

Im Jahr 1913 entstand das erste Werk zur Gewinnung von Wasserstoff am Standort in Friedrichshafen, aus dem später die Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH hervorging. „Graf Zeppelin war unser erster Kunde“, erzählt die Sprecherin. Heute produziert das Werk mehr als 400 verschiedene Gase für Kunden aus privaten Haushalten, Handel, Handwerk, Gewerbe, Technik, Medizin, Lebensmitteltechnologie, Forschung und Industrie.

Die Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH gehört also schon seit mehr als 100 Jahren zu Friedrichshafen und ist für verschiedenste Branchen relevant. So beliefert das Werk etwa zur Corona-Zeit circa 100 Krankenhäuser mit medizinischem Sauerstoff für die Beatmung der Erkrankten.

Was steckt hinter den Graffitis?

Weiter geht es mit einem Haus, das wegen seiner Fassade von außen her etwas kurios und heruntergekommen wirkt: Graffitis prangen über den gesamten rechten Teil des Gebäudes. Wie lange die bunten Gemälde schon dort auf der Wand zu sehen sind, ist unklar.

Klar ist dagegen, dass es sich bei dem Gebäude in der Margaretenstraße 11 um den ehemaligen Zugang zum früheren Messegelände handelt. Das gibt die Stadtverwaltung bekannt.

Das Haus in der Margaretenstraße 11 steht momentan leer, wird aber für ansässige Vereine als Lagerraum genutzt. Nach Angaben der Stadt Friedrichshafen ist das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand, weshalb eine anderweitige Nutzung „nicht möglich“ ist.
Das Haus in der Margaretenstraße 11 steht momentan leer, wird aber für ansässige Vereine als Lagerraum genutzt. Nach Angaben der Stadt Friedrichshafen ist das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand, weshalb eine anderweitige Nutzung „nicht möglich“ ist. | Bild: Mona Lippisch

Bis 2013 war das Haus an die Arbeiterwohlfahrt vermietet. Danach war eine Zeit lang das Häfler Jugendzentrum dort untergebracht – während das eigentliche Jugendzentrum Molke an der Meistershofener Straße umgebaut wurde. Momentan dient das städtische Haus ansässigen Vereinen als Lagerraum. „Eine andere Nutzung ist aufgrund der baulichen Situation nicht möglich“, so Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt. Denn das Gebäude sei in einem schlechten baulichen Zustand.

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Die Aussage der Stadtverwaltung beantwortet zwar nicht, wie das Graffiti auf die Hauswand gekommen ist, beweist aber, dass das Gebäude immerhin einen Nutzen als Lagerraum hat.

Welche Funktion hat das Bahnhäuschen?

Dass das kleine Bahnhäuschen am Bahnübergang in der Olgastraße immerhin früher einmal eine Aufgabe hatte, bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Von außen wirkt es heruntergekommen und alt. Ein undefinierbarer Graffiti-Schriftzug wurde auf die Vorderseite gesprayt.

Das kleine Bahnhäuschen am Bahnübergang in der Olgastraße hatte früher eine wichtige Funktion: Es wurde als mechanisches Stellwerk genutzt.
Das kleine Bahnhäuschen am Bahnübergang in der Olgastraße hatte früher eine wichtige Funktion: Es wurde als mechanisches Stellwerk genutzt. | Bild: Mona Lippisch

Wie die Bahn-Sprecherin bekannt gibt, diente das Häuschen ursprünglich als mechanisches Stellwerk, um den Bahnbetrieb zu organisieren. Dort konnten also Weichen und Eisenbahnsignale auf den Gleisen mechanisch getätigt werden.

„Durch die Modernisierung der Infrastruktur hat das Stellwerk seine ursprüngliche Funktion verloren“, sagt die Bahn-Sprecherin. Im Rahmen der Elektrifizierung der Südbahn dient das Gebäude derzeit als Baustelleneinrichtungsfläche – und hat somit auch heute wieder eine Funktion.

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