Auf einmal sind die Einkaufswagen abgesperrt. Bei Lidl in der Teuringer Straße löst das kurzzeitig Verwunderung aus. Wer erfolglos versucht hat, einen der mit Absperrband gesicherten Einkaufswagen zu befreien, versteht, dass hinter der Sperrung System steckt. Ein Wagen pro Kunde ist die Regel. „Sie sind so abgezählt, dass wir dann nur so viele Kunden im Laden haben, wie nach den aktuellen Corona-Regelungen hinein dürfen“, erklärt eine Verkäuferin mehrfach, immer freundlich, und ermahnt alle, auch tatsächlich einen Wagen zu nutzen.

Ein provisorisches Hinweisschild am Eingang weist auf die Regelung hin.
Ein provisorisches Hinweisschild am Eingang weist auf die Regelung hin. | Bild: Lena Reiner

Ähnlich sieht es bei Rewe in der Albrechtstraße aus. Lediglich etwas mehr als 40 Personen dürfen die Filiale derzeit betreten. Der Wagenbestand vom Eingang ist daher schnell vollständig in Benutzung. Auch am Stadtbahnhof heißt es: Zumindest ein Korb zum Einkaufen ist Pflicht. Kommuniziert wird das per automatisierter Durchsage. Ein Gespräch zur konkreten Vorgehensweise lehnt die Rewe-Zentrale ab, sodass sich nicht sagen lässt, ob der Eindruck der fehlenden Kontrolle täuscht und beispielsweise zusätzlich eine elektronische Zähllösung eingesetzt wird.

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Auf eine solche wird in vielen Aldi-Filialen gesetzt. „Um den aktuellen Anforderungen nachzukommen, setzen wir bereits in rund zwei Drittel unserer Filialen Systeme zur digitalen Einlasskontrolle und Einlassbeschränkung ein“, teilt die Pressestelle von Aldi Süd auf Anfrage mit, ohne dabei darauf einzugehen, ob das auch in Häfler Filialen der Fall ist. Teilweise komme Sicherheitspersonal zur Unterstützung der eigenen Mitarbeiter zum Einsatz. Fest steht: Digitalanzeigen weisen hier auf die aktuell gültigen Regeln hin. Und die Pressestelle hat einen Tipp zur Einkaufszeit parat: „Wer ein bisschen flexibel ist und Zeit hat, sollte lieber den Morgen nutzen oder die Wochentage.“ Gerade samstags und abends seien nämlich Stoßzeiten festzustellen.

Bei Edeka Baur am Hafenbahnhof setzt Filialleiter Frank Burhenne auf eine zugleich kreative und besonders genaue Lösung. Die Drehtür ist abgeschaltet, eine der verbleibenden Türen lediglich Eingang, die andere ausschließlich Ausgang. Wer hineingeht, erhält ein Kärtchen, sodass niemand ungezählt den Laden betreten kann. Bei 123 Kunden ist die aktuelle Obergrenze in diesem Markt erreicht. Sie hat sich durch die Änderung der Corona-Verordnung, die am 19. April in Kraft trat, mehr als halbiert.

Rein geht‘s nur mit Kärtchen und das gibt es pro Kunde eine, so dass wirklich alle Personen gezählt werden, die sich im Laden aufhalten.
Rein geht‘s nur mit Kärtchen und das gibt es pro Kunde eine, so dass wirklich alle Personen gezählt werden, die sich im Laden aufhalten. | Bild: Lena Reiner

Während die vorherige Maximalzahl eigentlich nie erreicht worden sei, sei nun während der Stoßzeiten in der Mittagszeit durchaus schon der Fall eingetreten, dass kurzzeitig keine Kunden mehr eingelassen werden durften, schildert Burhenne. „Da reagieren dann ungefähr genauso viele verständnisvoll wie mit Unverständnis.“

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Maskenpflicht und Abstandsregel kaum noch Anlass für Diskussionen

Generell habe er den Eindruck, dass derlei Detailänderungen der Corona-Verordnung bei der allgemeinen Bevölkerung überhaupt nicht wahrgenommen würden: „Die Kunden vertrauen einfach darauf, dass das, was wir Einzelhändler machen, den Regelungen gerecht wird.“ So seien inzwischen Maskenpflicht und Abstandsregeln in der Filiale fast nie mehr Anlass zu Diskussion: „Die Kunden halten sich daran“, schildert Burhenne. Auch das Kärtchen beim Hineingehen werde mitgenommen. Durch die Sperrung des Seiteneingangs und der Drehtür gebe es jetzt exakt eine Tür als Eingang und eine als Ausgang, sodass es den Mitarbeitern einfach möglich sei, den Überblick zu behalten.

Edeka-Marktleiter Frank Burhenne beobachtet, dass sich die große Mehrheit der Kunden an alle Regeln hält: „Die Kunden tragen die Masken und halten sich an die Abstandsregel.“ Nur bei kurzfristigen Einlassstopps, wenn drinnen die Maximalzahl an Kunden erreicht sei, reagierten doch einige mit Unverständnis.
Edeka-Marktleiter Frank Burhenne beobachtet, dass sich die große Mehrheit der Kunden an alle Regeln hält: „Die Kunden tragen die Masken und halten sich an die Abstandsregel.“ Nur bei kurzfristigen Einlassstopps, wenn drinnen die Maximalzahl an Kunden erreicht sei, reagierten doch einige mit Unverständnis. | Bild: Lena Reiner

Wer sich frei einteilen kann, wann er einkaufen geht, gehe am besten direkt morgens vor 9.30 Uhr zu Edeka am Hafen oder abends nach 18.30 Uhr: „Dadurch, dass in der Innenstadt alles geschlossen hat, ist danach nichts mehr los.“ Diese Empfehlung sei natürlich standortspezifisch zu verstehen.