Es waren viele Barrikaden für die rund 100 Menschen aufgebaut worden, die sich vor der Ludwig-Roos-Halle in Friedrichshafen-Ettenkirch versammelt hatten, um klar zu machen: „Nicht mit uns!“ Sie waren gekommen, um ein Zeichen gegen die menschenfeindliche Haltung der AfD zu setzen.

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Veranstaltung unabhängig von Parteien organisiert

Veranstalter Sander Frank sitzt zwar für die Partei „Die Linke„ im Häfler Gemeinderat, betonte aber direkt in seiner Ansprache, dass die Veranstaltung unabhängig von Parteien organisiert worden sei. Auf der Demonstration waren Parteifahnen sogar untersagt. Er bedankte sich für die gute und spontane Kooperation mit Initiativen aus Weingarten und Ravensburg.

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Roman Muth griff für die Initiative für Bleiberecht zum Mikrofon. Er ist einer der „Studis für Weingarten„, die in den Gemeinderat einen Seebrücke-Antrag eingebracht haben. Oder sollte es besser heißen: einbringen wollten? Der Antrag wurde durch einen politischen Kniff von der Tagesordnung entfernt. Er sagte: „Das hat uns noch mehr wach gerüttelt. Wir müssen aufstehen und laut sein.“ Die AfD und Alice Weidel, so sagt er, kategorisiere Menschen nach Hautfarben, Herkunft und Religion: „Das ist ein höchst unmenschliches und widerliches Weltbild.“ Es sei wichtig, sich gerade im Wahlkreis von Alice Weidel dieser „undemokratischen Partei“ entgegenzustellen.

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Auch die „Fridays for Future„-Ortsgruppen Ravensburg und Bodensee positionierten sich gegen die AfD und für eine offene Gesellschaft. Hier spricht Anja Boos.

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Auch die „Omas gegen Rechts“ sind dabei

Neu in dem losen Zusammenschluss von Initiativen waren die „Omas gegen Rechts“. Stellvertretend griffen Doris und Margarete zum Mikrofon, die ihre Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchten, betonten: „Alt sein heißt nicht stumm sein.“ Es gehe um Widerstand, Ermutigung und Vernetzung in einer Zeit, in der rechte Tendenzen erstarkten.

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DGB-Regionalsekretär Frank Kappenberger betonte die Wichtigkeit des Widerstands: „Solange wir gegen die AfD demonstrieren, wird sie es nicht schaffen, sich als normale bürgerliche Partei zu inszenieren.“

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Im Vorfeld hatte die Polizei erklärt, dass sie „Konfliktpotenzial„ durch den Gegenprotest gegeben sehe. Das Polizeipräsidium setzte ein Anti-Konflikt-Team, zahlreiche Polizeibeamte unterstützt von vier Reitern ein.

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Fazit der Einsatzkräfte: keine besonderen Vorkommnisse

Das Fazit der Einsatzkräfte: „Abgesehen von vereinzelten verbalen Provokationen im Außenbereich aus dem Umfeld beider Teilnehmerkreise waren am Abend aus polizeilicher Sicht insgesamt keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen.“ Das Schild mit der Aufschrift „Kein Konfliktpotenzial„ sollte also Recht behalten.

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