Mit einem Akkuschrauber fixiert Peter Zeidelhack violette, ganz unterschiedlich geformte Klettergriffe an einer Boulderwand in Halle A7. Medienvertretern erklärte der Koordinator des Bundeslehrteams Routenbau beim Deutschen Alpenverein, dass deren Anordnung nicht dem Zufall überlassen ist. Vielmehr sei professioneller Routenbau entscheidend für den Erfolg einer Kletterhalle. Und dort müssen immer neue Herausforderungen geschaffen werden, damit es nicht langweilig wird. Hat der Routenbauer einen guten Job gemacht, macht dem Kletterfreak die Strecke Spaß.

Magdalena Haupt zeigt gleich daneben, ob die Route aus gelben Griffen gelungen ist und welche Herausforderungen sie ihr bietet. Wie eine Spinne bewegt sich die junge Frau senkrecht die Boulderwand hoch. Auch sie ist ein Profi in der Senkrechten und man versteht den Namen der Messe, die am Freitag, 19. November erstmals in Friedrichshafen ihre Türen öffnet: Vertical Pro, was wörtlich übersetzt so viel wie „vertikaler Profi“ heißt.

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Doch nicht nur für Bauer und Betreiber von Boulderhallen und Waldseilgärten hat die Messe Ausrüstung und Zubehör im Programm. Sie richtet sich auch an alle, die beruflich den sicheren Boden verlassen und auf technische Hilfsmittel und Arbeitsschutz angewiesen sind. Für Hilfs- und Rettungsorganisationen zeigte Anne Leidenfrost einen akkubetriebenen, motorisierten Seilzug der Firma Skylotec, mit dem sich ein Retter eigenständig ohne Hilfe einer weiteren Person auf- und abseilen kann. Da das kleine, kompakte Gerät 200 Kilo trägt, lassen sich verunglückte Menschen damit auch in schwer zugänglichen Regionen bergen.

Anna Leidenfrost zeigt eine akkubetriebene Seilwinde für den Einsatz bei Rettungskräften.
Anna Leidenfrost zeigt eine akkubetriebene Seilwinde für den Einsatz bei Rettungskräften. | Bild: Anette Bengelsdorf

Am Stand von Devold wird derweilen versucht, ein Gewebe aus Merinowolle und Viskose mittels Bunsenbrenner in Brand zu stecken. Ohne Erfolg: Während Kleidung aus Baumwolle Verbrennungen zweiten und dritten Grades verursachen kann, werden Feuerwehrleute, Schweißtechniker und Arbeiter an Hochöfen und auf Bohrinseln durch das Woll-Viskose-Gemisch ihrer Arbeitsschutzkleidung besser geschützt. Weiterer Vorteil der Naturfaser des norwegischen Herstellers: Merinowolle ist flauschig, atmungsaktiv, temperaturregulierend, wächst dauernd nach und ist damit richtig nachhaltig – für naturliebende Bergsportler erste Wahl.

Interesse trotz Alarmstufe groß

Dirk Heidrich, Projektleiter der Vertical Pro, sieht der zweitägigen Messe optimistisch entgegen. Auch wenn die Alarmstufe, die seit Mittwoch in Baden-Württemberg gilt, die Messe nur noch für Geimpfte und Genesene öffnet, glaubt er nicht an einen wesentlichen Besucherrückgang. „Seit Montag läuft der Verkauf von Eintrittskarten im Internet richtig gut“, sagt er. Einen Einbruch der Verkaufszahlen seit Mittwoch habe er nicht feststellen können.