Der 26. November 2019 sollte für zwei junge Männer aus Friedrichshafen und Berlin eigentlich ein fröhlicher Abend werden. Er lief jedoch aus dem Ruder und vor dem Amtsgericht Tettnang erhielten sie am Montag mit einer Freiheitsstrafe von zehn beziehungsweise sechs Monaten die Quittung. Zu verantworten hatten sich die beiden 24-Jährigen wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung sowie wegen Beleidigung von Polizeibeamten.

Anruf der Ehefrau kippt die Stimmung

„Ich kann mich kaum an den Abend erinnern, wir haben sehr viel getrunken“, sagte der Friedrichshafener. Mit seinem Freund habe er seine Haftentlassung mit viel Wodka, Gin und Jägermeister feiern wollen. Schlechte Laune habe er bekommen, als ihn seine Frau anrief, um ihm zu sagen, dass sie ihn während der Haft betrogen habe. „Da ist die Stimmung gekippt“, bestätigte sein Kumpel. Die beiden sind durch ein paar Friedrichshafener Kneipen gezogen und hungrig geworden wollten sich um 2.20 Uhr bei McDonalds am Drive-In-Schalter noch etwas zu essen kaufen. Von einem Mitarbeiter hörten sie, dass bereits geschlossen sei. Das wollten die Freunde nicht akzeptieren und sie drückten das Fenster auf. Einer schlug den Mitarbeiter mehrmals mit einer Bierflasche auf die Hand, der andere mit der Faust. Der erste warf zudem die Bierflasche nach dem Mitarbeiter. Sie hätte ihn fast am Kopf getroffen. „Wir wollten eben unbedingt etwas essen“, so ihre Begründung.

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Die Hose runter gelassen

Noch auf dem Heimweg wurde das Duo von der Polizei gestellt. Im Zeugenstand berichteten zwei Polizeibeamte von üblen verbalen Beleidigungen. „Sie zeigten uns den Mittelfinger und einer zog die Hose runter und reckte uns den nackten Hintern entgegen“, schilderten sie. Außerdem hätten sie nach den Beamten gespuckt. Beide Angeklagten seien zwar alkoholisiert gewesen, hätten dem Gespräch jedoch folgen können.

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Staatsanwältin fordert höhere Strafen

Während die Staatsanwältin Freiheitsstrafen von einem Jahr und vier Monaten beziehungsweise einem Jahr forderten, plädierten die Anwälte Gerd Pokrop und Markus Lehmann auf Bewährungsstrafen. „Trotz des Alkohols habe ich keinen Zweifel an Ihrer Schuldfähigkeit“, begründete Oliver Kowatschewitsch sein Urteil. Eine solche Tat sei nur wenige Tage nach der Haftentlassung überhaupt nicht nachvollziehbar und einfach dämlich. Eine positive Sozialprognose sieht der Richter bei beiden Angeklagten wegen ihrer einschlägigen Vorstrafenregister nicht, so dass er die Haftstrafen nicht zur Bewährung aussetzte.