Fly away – wegfliegen: Das war über viele Jahre wesentlicher Bestandteil einer Web-Adresse, deren Eingabe Nutzer auf das Angebot des Bodensee-Airports Friedrichshafen führte. Dass diese Adresse inzwischen ins Nichts führt, hat nichts zu bedeuten. Die eigentliche Webseite gibt es schließlich trotzdem und auch weggeflogen wird vom Häfler Flughafen aus – im Moment vor allem in den Urlaub. Eine erst vor wenigen Wochen für den Sommer angekündigte Verbindung fehlt auf der Abflug- und Ankunftstafel allerdings.

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Einstufung als Hochinzidenzgebiet hat Folgen

Seit Ende Juli hätte da eigentlich zweimal die Woche „Palma de Mallorca“ stehen sollen. Nach einem Flughafenbetreiber-Angaben zufolge plötzlichen Rückzug von Ryanair war Ende Juni angekündigt worden, dass eine Zusammenarbeit mit der spanischen Fluggesellschaft Alba Star besiegelt worden sei. Weshalb es nun von hier aus doch nicht auf die beliebte Ferieninsel geht? Corona.

„Nachdem Mallorca zum Hochinzidenzgebiet erklärt wurde, haben wir die Verbindung mit Alba Star gestrichen“, erklärt Flughafensprecher Wolfgang John auf SÜDKURIER-Anfrage. Eine Flugverbindung mit weniger als 30 Prozent Auslastung mache weder wirtschaftlich noch ökonomisch Sinn.

Wiederaufnahme nach fast einjähriger Pause

Ein anderes Ziel, das seit bald einem Jahr nicht mehr per Linienflug vom Friedrichshafen aus erreichbar ist, soll in wenigen Wochen dagegen wieder auf der Abflugtafel stehen: Ab Montag, 13. September geht mit Lufthansa wieder nach Frankfurt, teilte der Bodensee-Airport Ende Juli mit.

Kaum erneut und in im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten deutlich reduziertem Umfang wieder aufgenommen, war die Verbindung zuletzt zum 1. Oktober vergangenen Jahres eingestellt worden. Ein Festhalten an der Strecke erschien wirtschaftlich nicht vertretbar, hatte ein Lufthansa-Sprecher damals gesagt.

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Nun ist das Drehkreuz Frankfurt auch für Privatreisende eine interessante Umsteige-Option. Die Wirtschaftlichkeit der Verbindung dürfte aber insbesondere davon abhängen, wie viele Geschäftsreisende wieder einchecken. Flughafensprecher John ist da optimistisch: „Unsere regionalen ‚Big Player‘ wünschen sich wieder eine uneingeschränkte Reisemöglichkeit“, schildert er. Sobald diese gewährleistet sei, werde es wieder eine Reisetätigkeit geben, die an das Niveau von 2019 heranreiche.

Wöchentlich zehn Frankfurt-Flüge ab Mitte September

Die Ausgangssituation ist jedenfalls eine andere als vor einem Jahr. Während im vergangenen September nur fünf Frankfurt-Flüge pro Woche gab, sind ab Herbst bis zu zwei pro Tag vorgesehen. Wesentlicher Punkt für die Einstellung 2020 war Wolfgang John zufolge die fehlende Verbindung zu den wichtigen Zielen Nordamerika und Asien gewesen. Deren Verfügbarkeit und das Mehr an Lufthansa-Flügen führe zu deutlich mehr Flexibilität an Umsteigeverbindungen aus Friedrichshafen. „Das hilft für die Entscheidung der regionalen Unternehmen“, so der Flughafensprecher.