Es ist Freitagmittag und ungewöhnlich ruhig in der Mensa der Zeppelin-Universität am Campus am Fallenbrunnen. Susanne Pinto vom Mensa-Team zeigt, wie das aktuelle System funktioniert: Über ein Tablet sehen sie, wer sich für welches der fünfzehnminütigen Zeitfenster eingetragen hat. Bis 9 Uhr ist das für den jeweiligen Tag möglich. “Das spielt sich immer besser ein“, schildert sie.

Susanne Pinto arbeitet hier seit 13 Jahren und freut sich darüber, dass wieder Leben in der Mensa ist: „Ich war wirklich traurig, dass ich denen, die vor zwei Semestern gegangen sind, nicht Tschüss sagen konnte.“
Susanne Pinto arbeitet hier seit 13 Jahren und freut sich darüber, dass wieder Leben in der Mensa ist: „Ich war wirklich traurig, dass ich denen, die vor zwei Semestern gegangen sind, nicht Tschüss sagen konnte.“ | Bild: Lena Reiner

Anfangs seien doch einige, die eigentlich reserviert hätten, gar nicht zum Essen gekommen. „Das ist schade, denn wir wollen hier ja auch nachhaltig sein“, kommentiert sie. Wer drei Termine verfallen lasse, werde nochmals über die Vorgehensweise belehrt, schildert sie. Das zeige Wirkung und inzwischen seien fast alle zu ihren gebuchten Zeitfenstern auch da. Sie lächelt unter der Maske: “Ich freue mich, dass wir wieder geöffnet haben. Es ist schön, die Studenten wiederzusehen. Ich kenne ja sonst immer alle.“

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Der Mensa-Betrieb an der Zeppelin-Universität läuft seit Ende August wieder regulär gemäß den jeweiligen Vorgaben der Corona-Verordnung Studienbetrieb des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg, erläutert Pressesprecher Rainer Böhme. Dabei gelten derzeit die folgenden Regeln: die bekannten 3G, ein Verbot externer Gäste sowie das Einhalten des Mindestabstands von eineinhalb Metern, was bedeutet, dass an Tischen, die sonst für sechs bis acht Personen ausgelegt sind, lediglich zwei bis drei Menschen Platz nehmen dürfen. Außerdem wird die Luca-App zum Check-in genutzt, die QR-Codes kleben an den jeweiligen Tischen.

Auf Details kommt es an: Salz und Pfeffer gibt es in der ZU-Mensa in Tütchen statt Streuern, um das Ansteckungsrisiko zu mindern.
Auf Details kommt es an: Salz und Pfeffer gibt es in der ZU-Mensa in Tütchen statt Streuern, um das Ansteckungsrisiko zu mindern. | Bild: Lena Reiner

Kartenzahlung soll Warteschlangen verkürzen

Auch nebenan bei der DHBW gelten ähnliche Richtlinien. Corinna Voigt vom Mensenbetreiber Seezeit erklärt: „Wir behalten uns vor, bei Bedarf strengere Regeln umzusetzen.“ Derzeit würden die Regeln umgesetzt, die die Corona-Verordnung vorsehe und dabei situativ nach dem Stufenplan gehandelt.

Darüber hinaus bitte Seezeit darum, die Bezahlfunktion der Beschäftigten- und Studierendenausweise anstelle von Barzahlungen zu nutzen, damit die Wartezeiten und Schlangen an den Kassen weiter verkürzt werden könnten.

Nachfrage in der Vaude-Kantine schwankt

In der Kantine von Vaude in Tettnang-Obereisenbach herrschen mehr Regeln, als gesetzlich nötig wären. „Wir lüften beispielsweise deutlich mehr“, schildert Kantinenchef Rainer Seibold. Außerdem sei die sonst öffentliche Kantine bereits die ganze Pandemie über für externe Gäste geschlossen. „Die einzigen Externen, die bei uns essen, sind solche, die geschäftliche Termine bei uns im Haus haben und dann den Tag über vor Ort sind.“ Für diese Gäste gelten ihm zufolge dann ohnehin die Regeln der jeweils in Baden-Württemberg geltenden Stufe.

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Stark reduziert habe sich die Zahl der Gäste aber vor allem durch die vielen Mitarbeiter, die ins Homeoffice gegangen seien. Wobei Seibold einräumt: „Wir haben die Kantine sogar ein paar Monate lang geschlossen gehalten, als wir sie vom Gesetz her wieder hätten öffnen können, um Arbeit im Homeoffice zu fördern.“ Für ihn und sein Team sei daraus kein Nachteil entstanden, so Seibold: „Wir konnten alle weiter arbeiten, eben in anderen Bereichen der Firma. In Kurzarbeit musste von uns deshalb niemand gehen.“

Gesperrte Sitzplätze sind nicht nur in der Mensa der Zeppelin Universität (Foto) Standard, um Mindestabstände zu gewährleisten.
Gesperrte Sitzplätze sind nicht nur in der Mensa der Zeppelin Universität (Foto) Standard, um Mindestabstände zu gewährleisten. | Bild: Lena Reiner

Als die Kantine wieder eröffnet wurde, schwankten die Zahlen stark. Inzwischen habe sich eingespielt, dass bestimmte Tage besser und andere weniger besucht seien: „Da habe ich inzwischen ein Gespür dafür und so haben wir auch nur recht wenig Reste“, sagt Seibold. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen werden die Maßnahmen bei Vaude aktuell wieder verschärft. Es gibt den dringenden Appell, im Homeoffice zu arbeiten. Die Sitzplätze pro Tisch werden beschränkt. Es dürfen keine Externen und Angehörigen mit zum Essen kommen. Es wird kontinuierlich gelüftet. Es gibt feste Zeitfenster, in denen bestimmte Bereiche oder Abteilungen zum Essen gehen können.

Für Gäste von außerhalb gilt mit der Alarmstufe die 2G-Regelung

Auch in Friedrichshafen bei ZF gelten nach wie vor sehr umfassende Schutz- und Hygienekonzepte, um einen wirkungsvollen Schutz der Beschäftigten vor Ansteckung sicherzustellen, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Diese Konzepte, die sich an den gesetzlichen Vorgaben orientierten, gelten ihm zufolge auch für die Betriebsrestaurants.

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Seit in Baden-Württemberg die Warnstufe der Corona-Verordnung ausgerufen wurde, galt für externe Gäste, die ihr Essen in den ZF-Betriebsrestaurants einnehmen wollen, dem Unternehmenssprecher zufolge die 3G-plus-Regel: Sie mussten nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind, oder einen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden war. Mit Inkrafttreten der Alarmstufe werde hier auf 2G verschärft.

Am ZF-Standort Friedrichshafen arbeiteten mehr als 6900 der insgesamt rund 9500 Mitarbeiter im indirekten Bereich und seien somit zumeist in der Lage, mobil zu arbeiten: “Derzeit ist dies ohnehin die Regel, da es nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes eine Verpflichtung gibt, im Homeoffice zu arbeiten, sofern dem keine triftigen Gründe entgegenstehen“, so der ZF-Sprecher. Außerdem gebe es ein Mitnahmeangebot für die Mitarbeiter.