Es ist eine Entscheidung, die „schweren Herzens“ getroffen wurde. So schildert es Lufthansa-Pressesprecher Thomas Jachnow im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Fest steht aber: Die Situation hat sich nicht so entwickelt, wie man sich das bei der erneuten Wiederaufnahme der Flüge zwischen Friedrichshafen und Frankfurt vorgestellt hat. Weiterhin ist die Buchungslage schwach. Und weiterhin ist das ein Umstand, über den Lufthansa nicht hinwegsehen kann.

Flüge werden zum 1. Oktober wieder eingestellt

Wirtschaftlich sei es für den Moment nicht vertretbar, an der Strecke festzuhalten, sagt Thomas Jachnow. Ab 1. Oktober wird die Verbindung ausgesetzt. Anders als im Juli, als diese Entscheidung kurz nach der Wiederaufnahme nach dem Corona-Lockdown schon einmal getroffen worden war, ist diesmal offen, wann es wieder Flügen zwischen dem Bodensee und der Main-Metropole geben könnte.

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Der Häfler Flughafen und die Lufthansa hätten bei der Wiederaufnahme auf eine gute Akzeptanz in der Region gesetzt, heißt es in einem Statement des Bodensee-Airports. Die Entscheidung, die Flüge nur fünfmal in der Woche anzubieten, habe die Flexibilität für Umsteigeverbindungen deutlich reduziert. Auch Tagesreisen für Geschäftsreisende seien so nicht möglich.

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Gleichzeitig sei es für die Lufthansa-Gruppe in der jüngsten Vergangenheit sehr schwierig, das gesamte Netzwerk „hochzufahren“, was zu einer erheblichen Verringerung von möglichen Anschlussflügen zu europäischen aber insbesondere internationalen Zielen aus Frankfurt heraus führte, heißt es seitens des Häfler Flughafens weiter. „Die finanziellen Belastungen beim Aufbau des Netzes bleiben aufgrund nach wie vor bestehender Reisewarnungen und einer dadurch überschaubaren Nachfrage eine große Herausforderung.“ Die wirtschaftliche Entscheidung der Lufthansa, die Flüge nach Friedrichshafen erneut temporär auszusetzen, sei für den Airport Friedrichshafen nachvollziehbar.

Eine dritte Wiederaufnahme? Nicht terminiert, aber offenbar im Blick

Von einem endgültigen Aus der Verbindung scheint für den Moment nicht auszugehen zu sein. „Beide Seiten werden intensiv und eng an einer baldigen Wiederaufnahme der Lufthansa-Flüge arbeiten“, schreibt Bodensee-Airport-Sprecher Wolfgang John. Und auch Thomas Jachnow beteuert: „Wir schauen uns das immer wieder an.“ Die Lufthansa stehe im engen Dialog mit der Flughafenleitung und habe gute Kontakte zur Industrie in der Bodenseeregion. „Und es gibt ja Signale, dass Reisewarnungen ab Oktober spezifischer definiert werden sollen.“

Für die insbesondere von Geschäftsreisenden genutzte Strecke Friedrichshafen-Frankfurt, die vor der Corona-Pandemie mit vier täglichen Flügen nach Lufthansa-Angaben gut lief, dürften Veränderungen in dieser Hinsicht tatsächlich eine wichtige Rolle spielen. „Viele Geschäftsreisende fliegen von Frankfurt aus weiter, zum Beispiel in die USA oder nach Asien„, sagt Jachnow.