Sonntag und Sonnenschein: Beste Voraussetzungen für einen Besuch im Strandbad. Es ist Viertel nach drei. Bei unserem letzten Besuch war um diese Zeit eine Menschenmenge vor dem Bad, die sich während der einstündigen Pause zwischen 14 und 15 Uhr dort angesammelt hatte. Heute ist es hier ruhig. Eine Handvoll Menschen füllt die Formulare mit der Kontaktdatenerhebung aus. Alle tragen Maske und halten Abstand. Am Eingang direkt warten pro Kassenschlange gerade einmal zwei Badegäste auf den Einlass. Das Abschaffen der Mittagspause scheint die erhoffte Wirkung zu haben: Es ist Schluss mit Stau.

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22 Grad Wassertemperatur locken am Sonntag Badegäste ins Strandbad. Auch wenn die Liegewiese auf den ersten Blick ganz schön voll zu sein scheint, trügt der erste Eindruck. Gerade einmal die Hälfte der erlaubten Anzahl an Badegästen ist zu diesem Zeitpunkt erreicht.
22 Grad Wassertemperatur locken am Sonntag Badegäste ins Strandbad. Auch wenn die Liegewiese auf den ersten Blick ganz schön voll zu sein scheint, trügt der erste Eindruck. Gerade einmal die Hälfte der erlaubten Anzahl an Badegästen ist zu diesem Zeitpunkt erreicht. | Bild: Lena Reiner

Wie viele Badegäste dürfen rein?

Drinnen im Bad ist es deutlich voller, als der Eindruck draußen vermuten ließ. Hier liegen Badegäste in der Sonne, lassen die Beine ins Wasser baumeln, schwimmen und plantschen. 22 Grad warm ist das Seewasser derzeit, es weht eine leichte Brise. „Prima Badewetter“, kommentiert Betriebsleiter Theo Schlegel, der den Steg entlanggeht, um ein Auge auf die Badegäste zu haben.

Theo Schlegel, Betriebsleiter des Strandbades, ist froh, dass sich die Situation mit den langen Warteschlangen im Eingangsbereich lösen ließ: „Das war eine kluge Entscheidung der Stadtverwaltung, die Pausen wieder wegfallen zu lassen. Seitdem haben wir keine Schlangen mehr und es geht entspannter zu. Nur die Maskenpflicht, über die wird gern diskutiert. Weil manche auch wirklich schlichtweg vergessen, eine Maske aufzusetzen, haben wir jetzt an allen Zugängen zu den Umkleiden nochmal extra Schilder zur Erinnerung angebracht. Und wir raten auch zu richtigen Masken statt Schal oder Nickituch, auch wenn die rechtlich erlaubt sind.“
Theo Schlegel, Betriebsleiter des Strandbades, ist froh, dass sich die Situation mit den langen Warteschlangen im Eingangsbereich lösen ließ: „Das war eine kluge Entscheidung der Stadtverwaltung, die Pausen wieder wegfallen zu lassen. Seitdem haben wir keine Schlangen mehr und es geht entspannter zu. Nur die Maskenpflicht, über die wird gern diskutiert. Weil manche auch wirklich schlichtweg vergessen, eine Maske aufzusetzen, haben wir jetzt an allen Zugängen zu den Umkleiden nochmal extra Schilder zur Erinnerung angebracht. Und wir raten auch zu richtigen Masken statt Schal oder Nickituch, auch wenn die rechtlich erlaubt sind.“ | Bild: Lena Reiner

Schlegel schaut hinüber zur Liegewiese, die eigentlich ganz schön voll ausschaut, jedenfalls für den Laien. Darauf angesprochen, schaut er kurz irritiert und erklärt dann: „Da sind jetzt an die 1300 Badegäste da. Das ist ganz entspannt.“ 1300, das ist weniger als die Hälfte der Gäste, die nach Corona-Abstandsregeln berechnet hier Platz finden würden. 2774 Badegäste kann das Strandbad in Friedrichshafen derzeit nämlich hereinlassen.

Hinein ins kühle Nass: Trotz angenehmen 22 Grad Wassertemperatur ist das Strandbad gerade einmal halb so voll, wie es zu Coronazeiten sein dürfte.
Hinein ins kühle Nass: Trotz angenehmen 22 Grad Wassertemperatur ist das Strandbad gerade einmal halb so voll, wie es zu Coronazeiten sein dürfte. | Bild: Lena Reiner

Die Maximalzahl an Badegästen wurde bisher nie erreicht

Diese Zahl, das verrät der Betriebsleiter, sei bisher nie erreicht worden. „Der vollste Tag war Sonntag vor einer Woche“, sagt er. Über den Tag verteilt seien 2722 Badende dagewesen. „Über den Tag verteilt“, betont er ein zweites Mal. Das heißt: Gleichzeitig im Bad waren nie annähernd so viele Gäste, wie sich dort hätten aufhalten dürfen. „So gegen fünf Uhr abends waren die meisten Personen gleichzeitig im Bad. Da hatten wir aber schon 500 Marken wieder zurück“, schildert er. Etwa 2200 seien das also gleichzeitig gewesen. Unter den Gästen seien immer mehr Leute von außerhalb. „Die wollen in den Süden und wir sind halt ganz unten“, kommentiert Schlegel. „Ich denke, dass einige uns erhalten bleiben werden in den nächsten Jahren. Dass die sagen: Hey, wir haben es ja auch schee hier.“

Der Urlaub von Susanne Hakech war eigentlich in Spanien geplant, an den Bodensee ging es ersatzweise. Die Frankfurterin ist begeistert. Als Krankenschwester stört sie sich nicht an der Maskenpflicht. „Es ist wirklich unser erstes Mal am Bodensee: Es ist schön hier, wir sind ganz begeistert. Die Kinder haben schon gesagt: Wir kommen jetzt hier öfter her. Es ist toll, man kann hier auch mal herkommen, wenn man ein längeres Wochenende hat. Nach Spanien können wir nicht so spontan reisen. Bei uns in Frankfurt konnte man zwar am Main spazieren gehen, aber er ist zu dreckig zum Schwimmen. Das war eine kleine Katastrophe für uns: Beide Kinder schwimmen regelmäßig sonst und dann waren die Schwimmbäder so lange geschlossen und aktuell gibt es eine Regelung mit Onlinetickets und Mittagspause. Das ist hier entspannter.“
Der Urlaub von Susanne Hakech war eigentlich in Spanien geplant, an den Bodensee ging es ersatzweise. Die Frankfurterin ist begeistert. Als Krankenschwester stört sie sich nicht an der Maskenpflicht. „Es ist wirklich unser erstes Mal am Bodensee: Es ist schön hier, wir sind ganz begeistert. Die Kinder haben schon gesagt: Wir kommen jetzt hier öfter her. Es ist toll, man kann hier auch mal herkommen, wenn man ein längeres Wochenende hat. Nach Spanien können wir nicht so spontan reisen. Bei uns in Frankfurt konnte man zwar am Main spazieren gehen, aber er ist zu dreckig zum Schwimmen. Das war eine kleine Katastrophe für uns: Beide Kinder schwimmen regelmäßig sonst und dann waren die Schwimmbäder so lange geschlossen und aktuell gibt es eine Regelung mit Onlinetickets und Mittagspause. Das ist hier entspannter.“ | Bild: Lena Reiner

Familie Hakech aus Frankfurt am Main ist zum ersten Mal am Bodensee und absolut begeistert. „Wir haben eine Unterkunft etwa einen Kilometer von hier; da hatten wir Glück“, schildert Susanne Hakech. Den nächsten Seeaufenthalt für den August hätten sie schon geplant, da sie diesmal nur eine knappe Woche bleiben können.

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Weniger Warteschlange, dafür mehr Schilder erwarten die Badegäste im Häfler Strandbad inzwischen. Die Maskenpflicht wird hier strikt durchgesetzt. Wer seine Maske vergisst, kann am Eingang für 1,50 Euro eine kaufen.
Weniger Warteschlange, dafür mehr Schilder erwarten die Badegäste im Häfler Strandbad inzwischen. Die Maskenpflicht wird hier strikt durchgesetzt. Wer seine Maske vergisst, kann am Eingang für 1,50 Euro eine kaufen. | Bild: Lena Reiner

Häufige Diskussionen um die Maskenpflicht

So einfach es sei, die Besucherzahl zu kontrollieren, so dauerhaft diskussionsreich sei das Thema Maskenpflicht, sagt Theo Schlegel. Die herrscht nämlich weiterhin an allen Engpässen des Bades. „Wir haben an jedem Gang, in dem es zur Toilette geht, die Schilder aufgestellt“, erklärt der Betriebsleiter, „manchmal vergessen die Gäste es wirklich. Es ist einfach Gewohnheit.“ Beim Reingehen sei sein Team rigoros, was das Masketragen angehe. „Nickitücher oder Schals sind ja nicht verboten, aber wir sagen es den Leuten schon, dass es besser wäre mit Maske“, erklärt er. Denn so ein Tuch, das werde noch schneller am Platz liegen gelassen: „Und dann haben sie es auf der Toilette wieder nicht dabei.“

Keine Schlange, dafür ein neues großes Hinweisschild, das auf die Maskenpflicht im Eingangsbereich hinweist.
Keine Schlange, dafür ein neues großes Hinweisschild, das auf die Maskenpflicht im Eingangsbereich hinweist. | Bild: Lena Reiner

Mehr Diskussionen mit Häflern als mit Urlaubern

Auffällig sei dabei, dass Gäste von außerhalb ohne zu murren eine Maske kauften, wenn sie ihre eigene vergessen hätten. Nur mit den Häflern gebe es immer wieder Diskussionen über die Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des Bades: „Das ist wirklich immer noch recht häufig der Fall“, sagt Theo Schlegel.

Salma und Ismail sind sofort verliebt in den Bodensee. Sie möchten jetzt öfter hier Urlaub machen. „Wir schwimmen sonst im DLRG“, ruft Ismail, um zu erklären, wieso sie so viel und gern schwimmen.
Salma und Ismail sind sofort verliebt in den Bodensee. Sie möchten jetzt öfter hier Urlaub machen. „Wir schwimmen sonst im DLRG“, ruft Ismail, um zu erklären, wieso sie so viel und gern schwimmen. | Bild: Lena Reiner
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