Sarah Baltes, Leiterin des Friedrichshafener Kulturbüros, plant, das Abo „Gemischter Ring“ mit vier Veranstaltungen aus unterschiedlichen Kulturbereichen wie Theater, Musical oder klassisches Konzert zu streichen. Für die drei Vereine wäre dies mit einigen Nachteilen verbunden, haben sie doch durch ihren Platz im Abo nicht nur eine feste Zahl an Besuchern. Das Kulturbüro übernimmt als Veranstalter auch Werbung sowie Ticketverkauf und unterstützt finanziell. „Außerdem gibt es weitere Vereine, die sich für das Abo im GZH interessieren“, sagte Baltes. Konkret nannte sie den Chor „Camerata Serena“ und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben. Wobei letztere ein Orchester aus Berufsmusikern ist. „Die Frage ist, wie wir es hinbekommen, dass alle Vereine ihren Platz finden.“

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Als Alternative könnte sich Baltes zum Beispiel ein Abo mit vier frei zu wählenden Veranstaltungen oder ein Häfler Abo mit Veranstaltungen der örtlichen Kulturvereine vorstellen. „Wir wollen lieber weniger, aber dafür gut besuchte Veranstaltungen“, erläuterte sie im Kultur- und Sozialausschuss. Hier kam das Thema in der jüngsten Sitzung zur Sprache. Nächster Schritt im Zuge der Gleichbehandlung soll ein runder Tisch mit allen Häfler Kulturvereinen sein, kündigte Bürgermeister Andreas Köster an.

Der Philharmonische Chor Friedrichshafen bei einem seiner traditionellen Novemberkonzerte zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie ...
Der Philharmonische Chor Friedrichshafen bei einem seiner traditionellen Novemberkonzerte zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz (Archivbild). | Bild: SK Archiv

Bei ersten Sondierungsgesprächen im November sei es weder um finanzielle Kürzungen noch darum gegangen, dass die Vereine nicht mehr im GZH auftreten sollen, betonte Köster. „Die Vereine und das damit verbundene herausragende Ehrenamt werden wir nach wie vor ganz hoch halten.“ Nichtsdestotrotz müsse man schauen, wie man den Trend rückläufiger Abos stoppen oder zumindest aufhalten könne. „Dieses Jahr wird sich aber am Status Quo nichts ändern“, sicherte Köster den drei betroffenen Vereinen zu, die zumindest für die kommende Spielzeit aufatmen können.

Das Thema habe nicht nur mit Corona zu tun, betont Michael Betz, Vorsitzender des Musiktheaters. „Wir sind seit langem bereit, uns einzubringen und sind für kreative Lösungen offen.“ Andrea Wesener, stellvertretende Vorsitzende des Philharmonischen Chors Friedrichshafen, wünscht sich auch weiterhin das Kulturbüro als Veranstalter für die jährlichen Konzerte zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. „Als Ehrenamtliche haben wir nur ein begrenztes Zeitbudget zur Verfügung, das wir lieber in die Musik investieren“, so Wesener. Deutlich machte sie auch, wie wichtig Planungssicherheit für die kulturschaffenden Vereine ist.