135.000 Besucher, 7000 verkaufte Tickets, 11.000 große und kleine Gäste auf der Aktionswiese – das Kulturufer 2022 hat alle Erwartungen der Veranstalter erfüllt. In diesem Jahr kamen somit sogar mehr Besucher als 2019, als 130.000 geschätzt wurden. Bis auf wenige Tage blieb es trocken, nur der Film „Belfast“ im Open-Air-Kino musste ausfallen. „Ich bin glücklich, zufrieden und sehr müde“, sagt Kulturbüroleiterin Sarah Baltes nach zehn Tagen Festival. Ihre Bilanz: „Wir haben ein tolles Miteinander erlebt, ein wunderbares Kulturufer und freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr.“

Die Veranstalterinnen sind mit dem Kulturufer 2022 sehr zufrieden, von links: Petra Schömer, Sarah Baltes, Miriam Knöpfler.
Die Veranstalterinnen sind mit dem Kulturufer 2022 sehr zufrieden, von links: Petra Schömer, Sarah Baltes, Miriam Knöpfler. | Bild: Corinna Raupach
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Die Verteilung des Handwerkermarkts auf dem ganzen Gelände und die Entzerrung der Aktionswiese hätten den Besuchern mehr Aufenthaltsqualität ermöglicht. „Es war eine tolle Stimmung und unser neues Konzept ging auf“, sagt Baltes. Die Straßenkünstler hatten mehr Platz und so auch mehr Publikum: „Es gab immer wieder Menschentrauben rund um die Künstler, die ebenfalls alle sehr zufrieden waren.“ Das Open-Air-Kino konnte immerhin vier von fünf Filmen zeigen und hatte im Schnitt jeweils 250 Zuschauer.

Nach zehn Tagen Festival wird jetzt an der Uferpromenade abgebaut.
Nach zehn Tagen Festival wird jetzt an der Uferpromenade abgebaut. | Bild: Corinna Raupach

Weniger Tickets als vor Corona verkauft

Zwar sei die Zahl der verkauften Tickets für die Veranstaltungen in den Zelten hinter der der Vorjahre zurückgeblieben. „Da spüren wir noch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber das haben wir erwartet“, sagt Baltes. Dafür sei das Publikum jedes Mal begeistert gewesen. Ihr persönlich sei beim Kindertheater das Mitmachkonzert mit Herrn H in Erinnerung geblieben: „Im ganzen Zelt haben Kinder gesungen und getanzt.“ Im großen Zelt habe sie vor allem der Auftritt der Dakh Daughters aus der Ukraine berührt.

Auf die Aktionswiese von Spielehaus und Spielebus kamen am Tag zwischen 1000 und 1500 große und kleine Besucher. „Der Andrang war sehr groß und die Rückmeldungen auch zum neuen Standort durchweg positiv“, sagt Miriam Knöpfler vom Jugendamt der Stadt. Vor allem die Handwerksbereiche wie Schnitzen, Schmieden, Bildhauern oder Upcycling kamen gut an. „Ich habe viel Spaß und Freude bei Kindern und Eltern gesehen“, sagt Knöpfler. Auch Märchenzelt, Mitmachzirkus, das Theater Oniversum und das Théatre de la Toupine waren gut besucht. „Das Highlight war der Escape-Room, in dem Kinder ihren Mut auf die Probe stellen konnten.“

Die Aktionswiese von Spielehaus und Spielebus verzeichnete bis zu 1500 Besucher am Tag.
Die Aktionswiese von Spielehaus und Spielebus verzeichnete bis zu 1500 Besucher am Tag. | Bild: Corinna Raupach

Bis zu 500 Jugendliche fanden täglich den Weg zum Jugend-Kult-Ufer des Jugend- und Kulturzentrums Molke. „Das Musikprogramm in der Musikmuschel hat viele angelockt“, sagt Knöpfler. Auch die Nachfrage nach den Workshops war groß: „Ein Schwerpunkt war Stencil-Art, das ist Graffiti-Kunst auf einer Holzplatte, und besonders gut kam das Batiken von T-Shirts an.“ In der Aloa-Bar mixten Jugendliche selbst alkoholfreie Cocktails.

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Neue Aufteilung soll Einheit des Festivals verdeutlichen

Auch die Händler beim Kunsthandwerkermarkt seien mit dem Verlauf des Festivals sehr zufrieden, berichtet Petra Schömer vom Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung. „Sie waren sehr froh, dass sie dabei sein konnten, die Stimmung der Kunden war fröhlich und sie haben gut eingekauft.“ Aufgefallen ist ihr, dass viele Händler die Straßenkunst gelobt hätten. „Davon haben sie früher gar nicht so viel mitbekommen, das hat gut zusammen funktioniert.“ Die neue Raumaufteilung sei ein großer Schritt gewesen, um die Einheit des Festivals aus Kulturveranstaltungen, Straßenkunst, Handwerkermarkt und Gastronomie zu verdeutlichen.

Die Rettungsdienste hätten in den zehn Tagen wenig zu tun gehabt, sagt Schömer: „Es gab ein paar Insektenstiche und ein paar Probleme mit der Hitze.“ Bei der Polizei kam gar nichts an und die Feuerwehr rückte am Freitag nur an, um die vorzeitige Schließung wegen der Unwetterwarnung zu unterstützen.