Claus-Michael Haydt, Geschäftsführer der Kulturhaus Caserne gGmbH, erklärt, dass die Arbeiten noch nicht beendet sind: „Das Restaurant ist im Innenbereich noch nicht nutzbar, da ist zwar alles bestellt, aber es gibt etwa bei den Türen aktuell Lieferschwierigkeiten.“ Das Restaurant „i Fratelli“ hat daher derzeit lediglich seinen Biergarten geöffnet, diesen aber im Vollbetrieb bewirtschaftet. Im fast normalen Betrieb mit Hygienekonzept wird die Galerie „Kunsthaus Caserne“ betrieben und auch die Open-Air-Bühne im Innenhof kann aktuell bespielt werden.

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Doch andere Räume des Kulturhauses könnten noch nicht gänzlich genutzt werden, führt Haydt aus. „Im Theater Atrium ist eigentlich alles gemacht, da fehlt nur noch die Bauabnahme“, erläutert er. Der Veranstaltungsraum Casino im vorderen Bereich des Gebäudes könne derzeit mit einer Sondergenehmigung bereits genutzt werden: „Da fehlen nur noch Kleinigkeiten.“

Gänzlich geschlossen bleiben müssten das Kino „Studio 17“ und der Club Metropol: „Da ist noch sehr unbestimmt, wann es weitergehen kann.“ Besonders traurig fände er, dass ohne den Club für viele Jugendlichen sozusagen ihr zweites Wohnzimmer wegfalle, das sie bei weiter sinkenden Inzidenzwerten sicherlich gern genutzt hätten.

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Billy Contreras und Natascha Maier auf der Bühne im Veranstaltungsraum Casino beim Kulturcampus Ende Juli, der Raum darf derzeit mit Sondergenehmigung bespielt werden.
Billy Contreras und Natascha Maier auf der Bühne im Veranstaltungsraum Casino beim Kulturcampus Ende Juli, der Raum darf derzeit mit Sondergenehmigung bespielt werden. | Bild: Lena Reiner

Die Pressesprecherin der Stadt Monika Blank gibt Auskunft zum Sachstand: „Im gesamten Gebäude wurden – wie bekannt – zahlreiche Mängel, baulich, brandschutztechnisch aber auch in Bezug auf Elektro- und Wasserinstallationen festgestellt, auch das Dach ist sanierungsbedürftig.“

Eine umfassende Sanierung müsse in Abschnitten erfolgen und brauche einen planerischen Vorlauf und ein Gesamtkonzept, allerdings sind bis dahin auch kurzfristige Maßnahmen vorgesehen: „Im Zeitraum von 2019 bis 2021 wurden für diese kurzfristigen, einmaligen und laufenden Bauunterhaltungen sowie für Brandschutzmaßnahmen bisher trotz Interimswirtschaft in 2020 und 2021 über 400 000 Euro ausgegeben.“

„Aus Kapazitäts- und Kostengründen sind nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umsetzbar.“
Monika Bank, Pressesprecherin Stadt Friedrichshafen

Zusätzlich seien vom Gemeinderat für die Sanierung Fallenbrunnen 17 für einmalige Bauunterhaltung 2020 bis 2022 insgesamt 4,4 Millionen Euro bewilligt. Priorität habe nun die Sanierung des Ostflügels, einschließlich des Dachs: „Ein entsprechender Bedarfsbeschluss des Gemeinderats wird für den Herbst vorgesehen.“

Brandschutztechnisch einwandfrei: Die Open-Air-Bühne im Innenhof der Caserne. Hier fand in diesem Sommer etwa schon dieses Konzert mit Sarah Lesch statt.
Brandschutztechnisch einwandfrei: Die Open-Air-Bühne im Innenhof der Caserne. Hier fand in diesem Sommer etwa schon dieses Konzert mit Sarah Lesch statt. | Bild: Lena Reiner

Der Club und das Kino wiesen brandschutztechnisch und damit für die Sicherheit der Nutzer die größten Probleme auf und seien in der Priorität zurückgestellt worden. Der Grund? „Aus Kapazitäts- und Kostengründen sind nicht alle Maßnahmen gleichzeitig umsetzbar.“

Das bedeute aber keineswegs, dass bestimmte Einrichtungen nicht gewollt seien, ganz im Gegenteil: „Aber Sicherheitsaspekte dürfen nun einmal nicht einfach ignoriert werden. Für das Kino Studio 17 hat Bürgermeister Andreas Köster zudem kürzlich als Ausweich-Spielort den Kiesel im k42 angeboten.“

Zeppelin-Stiftung solle einen höheren Zuschuss zahlen

Für den laufenden Betrieb der Kultureinrichtung sei eine Erhöhung des jährlichen Zuschussbetrags durch die Zeppelin-Stiftung im Haushalt 2021/22 von 260 000 Euro auf 365 000 Euro vorgesehen. „Ein entsprechender Beschluss zur Erhöhung des Zuschusses muss aber noch gefasst werden. Dies war aufgrund der späten Genehmigung des Haushaltes durch das Regierungspräsidium noch nicht möglich“, erläutert Blank.

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Die oben genannten Finanzierungsmittel in Höhe von 4,4 Millionen Euro für die erheblichen Bedarfe der Bauunterhaltung des Gebäudes bis 2022 würden aus dem städtischen Haushalt finanziert: „Die Höhe der Summen ist auch ein Zeichen für die hohe Bedeutung, die das Kulturhaus Caserne im Kulturentwicklungskonzept der Stadt hat: Der Gemeinderat hat im Zuge der Haushaltsberatungen das Budget für die Sanierungen von 2,4 auf 4,4 Millionen Euro erhöht.“

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