„Mir war aufgefallen, dass man sehr viel über Hate Speech (auf Deutsch: Hassrede) im Internet findet, dass die Menschen sehr schnell sind mit unschönen Ausdrücken und diese oft einfach hingenommen werden“, erklärt Lena Oughidni im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Gerade in den sozialen Medien werde viel geschimpft, geflucht und mit unschönen Ausdrücken um sich geworfen.

Für ihre Seminararbeit zum Thema „Love Speech als Antwort auf Hate Speech?“ hat sie nun beim Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur einen Preis gewonnen. Die Elftklässlerin, die das Graf-Zeppelin-Gymnasium besucht, ist eine von 19 Preisträgerinnen.

Lena Oughidni
Lena Oughidni | Bild: privat

Sie ertappe sich auch selbst immer wieder dabei, dass es einfacher erscheine, jemanden zu beschimpfen, als zu versuchen, verbalen Angriffen Freundlichkeit entgegenzusetzen. „Ich merke auch an mir selbst, wenn ich mich über jemanden aufrege, dass ich dann bislang eher mit ‚Hate Speech‘ statt mit ‚Love Speech‘ reagiert habe“, gesteht die Schülerin ein.

Mit Freundlichkeit auf Unfreundlichkeit reagieren

Doch seit dem Erstellen ihrer Seminararbeit versucht die 16-Jährige, anders zu reagieren: „Ich habe im Freundeskreis die Reaktionen beobachtet: Wie es ist, wenn man in einer Auseinandersetzung ganz anders reagiert, als es der Gesprächspartner erwartet, also mit Freundlichkeit auf Unfreundlichkeit reagiert.“ Ihrer Erfahrung nach gelingt es dann meist sehr gut, dass das Gegenüber einlenkt und plötzlich milder gestimmt ist. „Soweit es geht, versuche ich es jetzt mit ‚Love Speech‘, auch wenn es mir nicht immer gelingt“, gesteht Lena Oughidni ein.

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In ihrer Arbeit stellt die Schülerin außerdem fest: „Leider sind viele Menschen der Meinung, dass Hass die eigene Stärke beweist und Liebe nur die Schwäche eines jeden Menschen ist. Das Gegenteil ist der Fall, der Hass spiegelt nur das Ego und den Stolz wider. Liebe hingegen beweist Stärke und Mut, sich verwundbar zu machen und gegenüber der Welt sein Herz zu öffnen.“

„Man muss es nur ausprobieren“

In der Zwischenzeit ist sich die Schülerin sicher, dass es möglich ist, auf Hassrede mit dem Gegenstück zu antworten – und dass es eigentlich ganz einfach ist. Ihre Erfahrung: Man muss es nur ausprobieren und sich darauf einlassen wollen. Darum kommt sie in ihrer Arbeit auch zu dem Schluss: „‘Love Speech‘ verbessert das Klima in der Gesellschaft.“