Mittagsmenüs, Lahmacun, Döner, Falafel für Vegetarier, spezielle Toasts und einiges mehr steht auf der Speisekarte von „Döner King by Umut“. „Es läuft Gott sei Dank sehr gut, während des Lockdowns sogar noch besser als jetzt“, berichtet der 36-jährige Umut Örgerin. Inzwischen greife die Mund-zu-Mund-Propaganda. Laut Google-Bewertungen macht Umut Örgerin einen der besten Döner der Stadt. „Besonders freut mich, wenn meine Gäste sagen, dass sie sich bei mir wie im Urlaub in der Türkei fühlen.“

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In seinem Imbiss mache er alles selbst – vom Einkaufen über Reinigung und Zubereitung bis hin zum Verkauf. Unterstützt wird er jedoch von seiner Mutter. Sonst wäre es gar nicht möglich, dass er Bestellungen auch ausliefert. „Ich fange morgens um 8 Uhr an und bin normalerweise um 22 Uhr zu Hause“, beschreibt Umut Örgerin seinen Arbeitstag. Nur am Dienstag bleibt der Döner King geschlossen. Eine Ausnahme sei der erste Geburtstag seiner Tochter gewesen. „Das mussten wir feiern!“

Vom Einkauf über die Zubereitung bis zum Verkauf macht Umut Örgerin in seinem Döner-Laden alles selbst.
Vom Einkauf über die Zubereitung bis zum Verkauf macht Umut Örgerin in seinem Döner-Laden alles selbst. | Bild: Claudia Wörner

Im Lockdown getrennt und selbst erkrankt

Während des ersten Lockdowns war Umut Örgerin monatelang von seiner Frau getrennt, da sie zu der Zeit auf der Schweizer Seeseite in Romanshorn lebte. „Sie war mit unserer Tochter schwanger und wir haben uns erst kurz vor der Geburt wiedergesehen“, erzählt er von der harten Zeit, in der die Grenzen dicht waren und er auf die Baugenehmigung für seinen Imbiss gewartet hat. Sie hätten sich viel geschrieben und Videocalls gemacht. Aber dies sei natürlich nicht dasselbe, wie zusammen zu sein. Zudem habe er während des ersten Lockdowns selbst Covid bekommen. „Gott sei Dank hatte ich keine Symptome, aber ich saß zwei Wochen allein zu Hause.“

Köfte von „Döner King by Umut“.
Köfte von „Döner King by Umut“. | Bild: Claudia Wörner

Spagat zwischen den Kulturen

In Deutschland ist Umut Örgerin seit 2002. Er habe zwar schon als kleines Kind in Deutschland gelebt und sei hier eingeschult worden. „Aber dann war ich während meiner ganzen Kindheit in der Türkei.“ Zuerst habe er dort nicht gut Türkisch gesprochen und bei der Rückkehr nach Deutschland habe es hier Sprachprobleme gegeben. „Deshalb hat es auch nicht mit einer Ausbildung geklappt“, erzählt er von seinem Spagat zwischen den Kulturen. Vor seiner Selbstständigkeit hat Umut in verschiedenen Döner-Läden gearbeitet. „Deshalb lautet mein Slogan jetzt auch: Geschmack mit 15 Jahren Erfahrung.“

Seinen Stand sieht Umut Örgerin nur als ersten Schritt, um sich bekannt zu machen. „Es ist toll sein eigener Chef zu sein und mein Ziel ist, hier in Friedrichshafen ein türkisches Restaurant mit großen Menüs zu eröffnen“, berichtet er von seinen Plänen. Schon jetzt kann man am Imbissstand eine Spezialität aus seiner Heimatstadt probieren. „Mein Opa ist stolz, dass es bei mir den Adana-Toast mit Knoblauchwurst, Tomate und Ei gibt.“

Niemand soll hungrig bleiben

Dazu gibt es bei Umut Örgerin für jeden, der möchte, auch ein gutes Gespräch. „Manche kommen nur zum Reden zu mir.“ Eigentlich sei die Arbeit am Döner-Stand der beste Job für jemanden, der offen und sozial sei. Apropos sozial – für Umut ist wichtig, dass niemand hungrig bleibt. „Wer im Moment kein Geld hat, kann später bezahlen“, beschreibt er seine Einstellung.

Hier gehen nicht nur Döner und Köfte über die Theke: Umut Örgerin freut sich auch, wenn jemand nur zum Reden kommt.
Hier gehen nicht nur Döner und Köfte über die Theke: Umut Örgerin freut sich auch, wenn jemand nur zum Reden kommt. | Bild: Claudia Wörner
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