Als das Sitzen auf Parkbänken verboten war

Verweilen ist hier unerwünscht: Das zeigten auch die deutlich abgesperrten Sitzbänke.
Verweilen ist hier unerwünscht: Das zeigten auch die deutlich abgesperrten Sitzbänke. | Bild: Lena Reiner

Notwendig oder übers Ziel hinaus geschossen? Im März erließ der Corona-Krisenstab im Häfler Rathaus eine sogenannte Allgemeinverfügung. Damit wurde nicht nur der Aufenthalt in bestimmten Uferabschnitten untersagt, sondern auch die Benutzung der Sitzbänke an der Promenade zum Beispiel.

Das könnte Sie auch interessieren

Ende April durften die zwischenzeitlich sogar mit rot-weißen Flatterbändern abgesperrten Bänke wieder benutzt werden, doch das Spielen und Verweilen auf den Flächen im Uferpark etwa blieb verboten. Wer sich nicht daran hielt, musste bei Kontrollen mit einer Anzeige rechnen. Das Amtsgericht Tettnang stellte bei zwei Verfahren im November allerdings fest, dass es keine Rechtsgrundlage für die Stadt gab, den Aufenthalt am See zu untersagen. Die Kläger mussten die Bußgeldbescheide nicht bezahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zeppelin auf Polizeistreife? Überwachung aus der Luft

Die Polizei kontrollierte am Osterwochenende von der Luft aus, wie das Kontaktverbot am Bodensee eingehalten wird.
Die Polizei kontrollierte am Osterwochenende von der Luft aus, wie das Kontaktverbot am Bodensee eingehalten wird. | Bild: Felix Kästle

Und noch ein Corona-Aufreger: Für heftige Reaktionen sorgten Kontrollflüge der Polizei mit dem Zeppelin NT vor und am Osterwochenende, um aus der Luft die Einhaltung der Coronaverordnung zu überprüfen. Auch aus dem Gemeinderat wurden kritische Stimmen laut. Grüne und Netzwerk monierten, dass die Einsätze nicht verhältnismäßig waren – und die Finanzierung zweifelhaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie Oberbürgermeister Andreas Brand auf Nachfrage einräumte, wurden 120 000 Euro für die Polizei-Flüge samt Schriftzug auf dem Zeppelin „Alle für alle“ aus Geldern bezahlt, die der OB aus Aufsichtsrats-Vergütungen in Stiftungsunternehmen erhält, von denen er aber nur 6100 Euro behalten darf. Allerdings entscheidet er über die Verwendung der restlichen Gelder selbst.

Das könnte Sie auch interessieren

Hängepartie ums „Landshut„-Museum

Liegt seit drei Jahren in einem Hangar am Flughafen: das Wrack der „Landshut“.
Liegt seit drei Jahren in einem Hangar am Flughafen: das Wrack der „Landshut“. | Bild: Mommsen, Kerstin

Zweieinhalb Jahre setzte das „Landshut„-Wrack im Hangar am Flughafen Friedrichshafen bereits Staub an, als im Mai die Nachricht die Runde machte, der historische Flieger soll ins Militärmuseum Gatow gebracht und dort ausgestellt werden. Damit schien eine Ausstellung der Maschine im Dornier-Museum geplatzt – die die Stadt aber nie wollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Ende November dann die unverhoffte Kehrtwende. Der Haushaltsausschuss des Bundesinnenministers genehmigte 15 Millionen Euro für ein Landshut-Museum in Friedrichshafen – inklusive der Betriebskosten für zehn Jahren. Ob es so kommt, steht aber immer noch nicht fest

Bahnhofsmission muss nach 100 Jahren schließen

Detlef Luf, Leiter der Bahnhofsmissionen, kurz bevor diese schloss.
Detlef Luf, Leiter der Bahnhofsmissionen, kurz bevor diese schloss. | Bild: Lena Reiner

Im Juli wurde bekannt, dass die Bahnhofsmission zum 31. Oktober schließt. Der Trägerverein mit Sitz in Stuttgart sah sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten dazu genötigt. Damit verloren im Herbst vor allem wohnungs- oder obdachlose Menschen eine zentrale, wichtige Anlaufstelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Das ehrenamtliche Team der Bahnhofsmission trat im Mai aus Protest wegen der geplanten Schließung zurück. Seither tüfteln nicht nur sie, wie der Standort der Mission am Häfler Stadtbahnhof erhalten werden kann. Auch die Stadt sucht nach einer Lösung.

Das könnte Sie auch interessieren

ZF-Arena muss von heute auf morgen schließen

Für immer geschlossen? Die Stadt machte die ZF Arena wegen baulicher Schäden dicht.
Für immer geschlossen? Die Stadt machte die ZF Arena wegen baulicher Schäden dicht. | Bild: Cuko, Katy

Am 25. September, einem Freitag, teilte das Rathaus mit, dass die ZF Arena wegen baulicher Schäden vor allem am Dach sofort und für immer geschlossen wird. Am Montag darauf war sie zu. Ein Schock vor allem für die VfB-Volleyballer, die von jetzt auf gleich ihrer Spielstätte samt Leistungszentrum und Geschäftsstelle beraubt wurden.

Das könnte Sie auch interessieren

Acht Wochen später bekamen die Volleyballer die Messehalle A1 als langfristiges Interimsquartier bis April 2022, wofür der Gemeinderat 1,2 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Was mit der ZF Arena passiert, ist noch unklar. Die Stadt hat ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben.

Ein ZF-Topmanager nach dem anderen geht

Matthias Benz, Mitglied der Geschäftsleitung von ZF Services (rechts), nahm im Oktober seinen Hut.
Matthias Benz, Mitglied der Geschäftsleitung von ZF Services (rechts), nahm im Oktober seinen Hut.

In einer dürren Pressemitteilung verkündete die ZF im September den erneuten Abgang eines hochrangigen Managers. Zum 1. Oktober verließ der Vertriebschef Matthias Benz das Unternehmen – auf eigenen Wunsch, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Vier Topmanager, darunter drei Divisionsleiter, hatten bis dahin im Jahresverlauf bereits hingeworfen. Sie alle sind – so hieß es aus bestens unterrichten Kreisen – Mitglieder des sogenannten „Global Executive Teams“, das aus zehn Personen besteht und direkt unter dem ZF-Vorstand angesiedelt ist.

Wie ein CDU-Fraktionschef zum Bauinvestor werden konnte

Drei Mehrfamilienhäuser baut die Plümer Wohnbau GmbH an der Greuther Straße in Eriskirch. Der Bau links wurde von der Bauverwaltung eingestellt, weil er nicht der Baugenehmigung entspricht.
Drei Mehrfamilienhäuser baut die Plümer Wohnbau GmbH an der Greuther Straße in Eriskirch. Der Bau links wurde von der Bauverwaltung eingestellt, weil er nicht der Baugenehmigung entspricht. | Bild: Cuko, Katy

Tobias Plümer ist Zimmerermeister in Eriskirch und leitet im Gemeinderat die CDU-Fraktion. Unter welchen Umständen er 2017 das letzte Gemeindeeigene Grundstück in der „Neuen Ortsmitte“ als Bauinvestor ohne Referenzen und auch noch verbilligt kaufen konnte, hat viele Eriskircher empört. So viele Rückmeldungen hat die Redaktion auf einen Beitrag selten erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Plümer war damals angetreten, drei Mehrfamilienhäuser mit zwei Büroeinheiten, einem Cafe und mit der Stiftung Liebenau als Kooperationspartner „zirka neun“ inklusive Wohnungen für Menschen mit Behinderungen zu bauen. Fertiggestellt sind bisher nur Eigentumswohnungen. Was in Eriskirch für Fassungslosigkeit sorgt ist die Tatsache, dass die Gemeinde gegen Plümer nichts in der Hand hat, weil der frühere Bürgermeister Markus Spieth versäumt hat, die „Auflagen“ im Kaufvertrag entsprechend fest zu verankern.