„Dürfen wir uns hier auch testen lassen?“, fragt eine Touristin, Die deutsche Staatsbürgerschaft habe sie nicht. Oleg Elizarov nickt und erklärt: „Seit 9. März testen Schnelltestzentren alle Menschen, also nicht nur Bürger oder Einwohner.“ Tatsächlich sei der Begriff „Bürgertest“ daher ein wenig missverständlich, da auch ausländische Einwohner sowie Touristen sich hier kostenlos testen lassen könnten. Zum Zeitpunkt dieses Gesprächs am Mittwoch muss die Frau allerdings weiterziehen.

Schon nähert sich eine kleine Gruppe von Menschen nähert sich dem Doppelcontainer auf dem Buchhornplatz. Olga Elizarov, die mit ihrem Mann vor Ort ist, erklärt, dass das Testzentrum erst am Folgetag – am Donnerstag, 17. Juni – in Betrieb genommen werde. „Wir mussten heute bestimmt schon 60 bis 70 Leute abweisen“, kommentiert Oleg Elizarov das Geschehen.

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Geht denn die Nachfrage nach Schnelltests nicht zurück?

Sorge, dass sich das neue Testzentrum nicht lohnen könnte, hat er nicht nur deshalb keine. „Wir betreiben jetzt insgesamt acht Schnelltestzentren“, schildert er. Die Anfragen seien aufgrund der Lockerungen – die auch im Ortenaukreis, in dem die Elizarovs sonst aktiv sind, greifen – zwar leicht zurückgegangen, aber es gebe nach wie vor genug zu tun.

„Wir bekommen auch in Friedrichshafen an unserem Standort wirklich viele Anfragen: Das Besondere bei uns ist, dass man sich nicht online registrieren muss.“ Wer sich hier testen lassen wolle, erhalte ein Formular zum Ausfüllen, werde dann getestet und könne nach der üblichen Wartezeit von 15 Minuten sein Ergebnis in Papierform abholen.

Das Testzentrum kommt ganz ohne QR-Codes und Onlineregistrierungen aus. Alles, was ausgefüllt werden muss, gibt es vor Ort auf Papier oder kann ausgedruckt mitgebracht werden.
Das Testzentrum kommt ganz ohne QR-Codes und Onlineregistrierungen aus. Alles, was ausgefüllt werden muss, gibt es vor Ort auf Papier oder kann ausgedruckt mitgebracht werden. | Bild: Lena Reiner

Elektronische Pannen seien so praktisch ausgeschlossen: „Das Einzige, was ausfallen könnte, wäre unser Drucker“, sagt Oleg Elizarov. Wer für weniger Wartezeit vor Ort sorgen wolle, könne das Formular vorab selbst ausdrucken und bereits ausgefüllt mitbringen, erklärt seine Frau. „Außerdem raten wir den Leuten immer, während der Wartezeit nicht hier stehen zu bleiben, sondern irgendeine Besorgung zu erledigen, damit sich hier keine Menschentraube bildet.“

Die Erfahrung an anderen Standorten zeige, dass sich auch keine zu langen Warteschlangen bildeten. „Manchmal kommen zwar ein paar Leute gleichzeitig, aber mehr als 15 Personen haben wir eigentlich nie zur selben Zeit da“, beschreibt Elizarov. Auch an ihrem Standort in der Nähe des Europaparks sei das nicht anders. Gewappnet seien sie aber dennoch: „Wir planen, wenn es gut läuft, mit vier Mitarbeitern an diesem Standort. Zwei sind für die Formulare zuständig, zwei nehmen Tests vor. Geschult sind aber alle, sodass theoretisch vier Tests parallel durchgeführt werden könnten, wenn es mal richtig voll wird.“

Insgesamt 1000 Tests könnten an dem Standort auf dem Buchhornplatz so täglich stattfinden. Von 10 bis 20 Uhr sei das Zentrum an allen sieben Wochentagen geöffnet; im Verlauf der Sommerzeit lasse sich das aber noch erweitern. Ihr Team würden die Elizarovs gerne noch erweitern – es soll noch einen weiteren zusätzlichen Standort für Corona-Schnelltest in Friedrichshafen geben.

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