Auch am Klinikum Friedrichshafen werden die Kapazitäten langsam knapp, was die Behandlung von Corona-Patienten, aber auch anderen Intensivpatienten betrifft. Die Geschäftsführerin des Medizin Campus Bodensee (MCB), Margita Geiger, berichtete dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag von der aktuellen Lage in beiden Häusern des MCB. An der Klinik Tettnang sei die Situation wegen eines Corona-Ausbruchs unter Mitarbeitern und Patienten dramatisch. „Wir mussten das Haus deswegen komplett schließen und werden vor dem 20. Dezember wohl nicht wieder beginnen können“, sagte Geiger. 31 Patienten und 53 Mitarbeiter hatten sich im Hause mit dem Covid-19-Erreger angesteckt.

Das könnte Sie auch interessieren

Beide Corona-Stationen in Friedrichshafen sind voll belegt

Aber auch die Lage am Klinikum Friedrichshafen spannt sich zusehends an. „Wir spüren seit etwa einer Woche eine deutliche Patientenzunahme. Beide Corona-Stationen sind voll belegt, auch mit beatmungspflichtigen Patienten, meist sind es zwischen vier und sechs“, erläuterte die MCB-Chefin. Immer mehr Mitarbeiter seien von einer Corona-Infektion betroffen, auch wenn die Krankheitsverläufe meist nicht schwer verliefen.

„Die Mitarbeiter am MCB kämpfen jeden Tag und geben ihr Bestes. Das ist ein super Team.“
Margita Geiger, Geschäftsführerin MCB
Margita Geiger ist seit Jahresbeginn 2020 Geschäftsführerin des Medizin Campus Bodensee (MCB).
Margita Geiger ist seit Jahresbeginn 2020 Geschäftsführerin des Medizin Campus Bodensee (MCB). | Bild: Cuko, Katy

Mitarbeiter kämpfen jeden Tag um die Patienten

„Wir haben entschieden, nun auch in Friedrichshafen die Eingriffs-Modalitäten rigoros zu verändern, also die Zahl der Operationen, die nicht unbedingt nötig sind, zu reduzieren“, so Geiger. Denn die Pflege schwerkranker Corona-Patienten sei aufwendig. Das Krankenhaus sei „knallvoll“, nicht nur wegen der Coronafälle, sondern auch mit Menschen, die an anderen schweren Krankheiten litten. Sie lobte ihre Mitarbeiter: „Das ist ein super Team, dass jeden Tag ihr Bestes gibt und kämpft“, so Geiger. Im Ludwig-Dürr-Saal, wo der Gemeinderat tagte, herrschte während ihrer Ausführungen absolute Stille. Einstimmig stimmten die Stadträte dann dem Jahresabschluss für das Jahr 2019 zu.

Das könnte Sie auch interessieren