Joanne Sambou hat schon immer gerne Schokolade verschenkt. Keine, wie sie im Handel erhältlich ist. Die erschien nicht gesund genug, die Zutaten ihr zufolge von zweifelhafter Herkunft. Soja, Industriezucker und Milchpulver kamen nicht in Frage. Also hat Joanne Sambou ihre Schokolade selbst gemacht.

Sansibaar: Schokoladengenuss ohne schlechtes Gewissen

Der 25-Jährigen liegt die menschliche Gesundheit am Herzen. An der Universität Duisburg-Essen studiert sie deshalb Molekularbiologie, um die Interaktion von Proteinen, DNA und Zellen zu verstehen. Zusammen mit Djamila Saâdi arbeitet sie nun außerdem an einem Start-up namens Sansibaar, das den Markt zukünftig mit Schokolade bereichern soll, die vegan, nachhaltig und gesund ist – und so gut schmeckt, dass sie für alle Menschen attraktiv ist.

Die Freundschaft der beiden Frauen begann bereits im Sandkasten in Köln. Djamila Saâdi studiert Politik, Verwaltung und internationale Beziehungen an der Zeppelin-Universität (ZU) Friedrichshafen. Auch der 26-Jährigen liegt Nachhaltigkeit am Herzen, sie ernährt sich seit Jahren vegan und ist, wie Joanne Sambou, ein absoluter Schokoladenfan.

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Die ersten Rezepturen sind entwickelt und Freunde durften sie bereits verkosten. Mit Hilfe des Pioneer Port haben die Studentinnen erste Kontakte zu Herstellern geknüpft, wählen jetzt den Partner aus, mit dem sie Sansibaar produzieren wollen. Jüngst bekamen sie die Zusage für ein weiteres Semester, in dem sie ihr Projekt bis zur Produktion voranbringen wollen. Wenn anschließend auch noch die Vermarktung klappt, dann wären die beiden glücklich. „Das würde unsere privaten und beruflichen Werte vereinen“, sagt Joanne Sambou.

KultNow: Eine App, die Überblick schafft

An einer anderen Geschäftsidee arbeiten die 21-jährigen ZU-Studenten Hannah Kübler, Johanna Freimuth und Frederic Heueis. Sie haben bei einem Workshop zum Thema „Grundlagen des Unternehmertums“ zusammengefunden. „Wir bildeten im Anschluss Gruppen, definierten ein Problem und suchten die Lösung dafür“, sagt Heueis. Das Problem war schnell gefunden. Kübler, Studienfach Kulturmanagement, war frustriert, dass es keine Möglichkeit gab, sich genreübergreifend über Kulturangebote zu informieren, ohne sich durch eine Vielzahl verschiedener Webseiten zu arbeiten. Die Lösung sollte eine App bieten. Die Arbeit des Teams bekam die Gelegenheit, sich beim Pioneer Port vorzustellen. Mit Erfolg.

Das Team von KultNow: (von links) Frederic Heueis, Johanna Freimuth, Hannah Kübler und Ruben Kaiser.
Das Team von KultNow: (von links) Frederic Heueis, Johanna Freimuth, Hannah Kübler und Ruben Kaiser. | Bild: KultNow GbR

Die drei Studenten holten einen Informatik-Studenten aus München ins Boot. Denn mit ihren Fächern wie Politik, Philosophie, Wirtschaft und Management konnten sie zwar vieles, aber keine App programmieren. Das Konzept: Der Anwender registriert sich in der App, macht Angaben zu seinen Interessen und Vorlieben, ein Algorithmus sorgt dann für die passende Vorschläge, deutschlandweit. Dabei geht es nicht nur um den klassischen Kulturbegriff, sondern auch um angesagte Bars, Clubs und Sportveranstaltungen – alles, was auch junge Menschen anspricht und an die Kultur heranführen kann. „Wir wollen die Kulturszene demokratisieren und sozial gerecht machen“, sagt Heueis. Für beide, Anbieter und Nutzer, soll die App deshalb kostenlos sein.

Derzeit wird die Testphase vorbereitet, um die Technik auf Herz und Nieren zu prüfen, und die Kosten steigen. „Wir brauchen inzwischen mehr finanzielle Mittel, als wir selber aufwenden können“, sagt Frederic Heueis. Damit es weitergeht hat das Team jetzt eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Was als Herzensprojekt begann, soll in Zukunft wirtschaftlich und mehr als nur eine Nebenbeschäftigung werden. In zwei bis drei Jahren sollen kostenpflichtige Extras auf beiden Seiten für Einkommen sorgen.

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Centauri Card: Eine Visitenkarte für immer

Corona-Frühling. Marcus Weeber, 22, und Jonas Wahl, 23, langweilten sich – und dachten über das kurze Leben einer Visitenkarte nach. Von der Hand in die Hosentasche und von dort direkt in den Papierkorb: Das schien ihnen wenig nachhaltig und ziemlich altmodisch. Warum war das noch nicht digitalisiert? Die beiden ZU-Studenten im Fachbereich Wirtschaft und Management dachten zunächst daran, sich mit einer Visitenkarte aus Metall von anderen abzuheben. Diese sollte so wertig sein, dass sie nicht im Mülleimer landet. Doch schnell war klar: Das löst das Problem ganz sicher nicht. Wer will schon einen Stapel klobiger Visitenkarten aus Metall bei sich liegen haben?

Marcus Weeber ist Gründungsmitglied von Centauri Card.
Marcus Weeber ist Gründungsmitglied von Centauri Card. | Bild: Marcus Weeber/Privat

Das Metall blieb, die Idee wurde eine andere. Ein Near-Field-Communication-Chip (NFC-Chip), wie er zum Beispiel in EC-Karten verwendet wird, sollte die Daten des Inhabers speichern und kontaktlos auf das Mobiltelefon des Gegenübers übertragen. Ganz ohne App und unabhängig vom Betriebssystem: Eine Karte für immer, keine Papierverschwendung, kein Müll. Ein dritter ZU-Student, der 21-jährige Lucas Wiese, erweiterte das Team, um sich der Technik zu widmen. Das Start-up Centauri Cards steht, die drei Studenten haben eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet und die digitale Visitenkarte ist seit einem halben Jahr auf dem Markt.

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Die Karten können mit dem Logo des Unternehmens ausgestattet werden. Das wurde bisher in China gemacht. Doch Centauri Card will zukünftig unabhängig sein, selber produzieren, um schnell zu liefern. Eine entsprechende Laser-Maschine ist bereits bestellt. „Wir sind stolz darauf, dass wir das selber auf die Beine gestellt haben“, sagt Marcus Weeber. Er hofft, dass Centauri Card erfolgreich wird und sich am Markt etablieren kann.