Die Generation Z. Genannt auch Generation Greta. Geboren zwischen 1995 und 2010, also die erste richtige Generation „Digital Natives“. Während der Großteil der Menschen, die aktuell in Friedrichshafen leben, noch mit Schallplatten, Telefonzellen und Autoatlanten aufgewachsen ist, sind sie diejenigen, die von Geburt an mit oder im Internet leben. In Friedrichshafen gibt es rund 9121 (Stand 2020) junge Menschen zwischen elf und 26 Jahren, die sich der Generation Z soziologisch zuordnen lassen. Das entspricht einem Anteil von 14,9 Prozent an der Gesamtbevölkerung.

 

Nun ist die Zeitspanne, die die Generation Z umfasst, mit rund 15 Jahren natürlich relativ groß. Soziologen gehen aber davon aus, dass Menschen, die dieselben gesellschaftlichen Entwicklungen erlebt haben, weil sie in derselben Zeit aufgewachsen sind, auch ähnlich ticken. Natürlich ist es ein Unterschied, ob man ein elfjähriges Schulkind nach seinen Plänen fragt – oder einen Anfang 20-Jährigen. Zudem muss man berücksichtigen, dass Lebenswege stark von den eigenen Privilegien – also beispielsweise soziale Herkunft, Bildungsabschlüssen, Möglichkeiten – abhängen – und sich natürlich laufend ändern. Letztlich sind Zuschreibungen zu einer Generation also erst einmal nur Tendenzen.

Wie tickt die Generation Z?

Eine der größten Studien zum Thema ist die Shell-Jugendstudie, die sich seit 2002 in regelmäßigen Abständen mit Jugendlichen zwischen zwölf und 25 Jahren befasst, zuletzt 2019. Dort wird beispielsweise gefragt, was den Jugendlichen besonders wichtig ist. Genannt werden Werte wie Freundschaft, Partnerschaft, ein gutes Familienleben, aber auch umweltbewusstes Verhalten, ein hoher Lebensstandard und die Durchsetzung der eigenen Bedürfnisse.

Bild: Bernhardt, Alexander

Die Generation Z – sie gilt als politischer als viele Generationen zuvor. So wundert es eigentlich kaum, dass etliche junge Menschen freitags Schule schwänzen, um für Umweltschutz zu protestieren, sich schon früh in der Kommunalpolitik engagieren – und die Welt durch ihr Handeln oder ihre Arbeit ein bisschen besser machen wollen. Da wäre beispielsweise Matthias Eckmann (22 Jahre), bereits früh engagiert als Sozialdemokrat in Friedrichshafen und Vize-Präsident der Zeppelin Uni. Oder Moritz Kuhlmann, der mit 17 Jahren das Unternehmen Rentner Hilfe Bodensee gegründet hat, und als Jungunternehmer „Social Responsibility“, also soziale Verantwortung von Firmen, sehr ernst nimmt. Und Bettina-Maria Kaupert (24 Jahre alt), angehende Gesundheitsmanagerin, die am Medizin Campus Bodensee jobbt – und mit ihrem Job Gutes bewirken will, gleichzeitig aber Job und Freizeit trennen will – und anders als die Generationen zuvor häufig – auf eine gute „Work-Life-Balance“ achtet.

Shell Jugendstudie Kinderwunsch
Shell Jugendstudie Kinderwunsch | Bild: Bernhardt, Alexander

Doch nicht nur konservative Werte wie Familie, Partnerschaft und Freundschaften sind der Generation Z wichtig. Sie zeichnet sich laut Shell-Jugendstudie auch durch ein hohes Maß an Toleranz gegenüber anderen Lebensformen, Minderheiten und sozialen Gruppen aus. Der SÜDKURIER spricht mit Helen Baur über die Queer-Bewegung, LSBTTIQ+ (lesbisch, schwul, trans, transsexuell, inter, queer+ pansexuell, asexuell) Geschlechtsidentitäten und Sexualität. Außerdem treffen unsere Reporter Jugendliche, die in verschiedenen kulturellen Welten leben – und wissen, wie sich Benachteiligung und Diskriminierung anfühlen. Die Serienteile erscheinen in loser Folge über den Sommer hinweg.

Wenn auch Sie einen jungen Menschen kennen, den wir in unserer Serie vorstellen sollen, melden Sie sich gerne bei uns per Mail: friedrichshafen.redaktion@suedkurier.de!