Ein kleiner Schilderwald präsentiert sich jenen, die die Stufen zum Biergarten der Krone in Raderach hinaufgehen. Alle eineinhalb Meter steht eines, Schild für Schild werden die aktuellen Coronaregeln erklärt und auf die Maskenpflicht hingewiesen. „Wir dachten, das ist eine gute Idee, die Schilder in eineinhalb Metern Abstand aufzustellen, damit man eine Orientierungshilfe hat, wenn man hier warten muss“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Schrandt. Nötig seien die Hinweise kaum noch. „Die Leute wissen inzwischen, was gilt.“

Die Schilder mit den Coronaregeln sind in eineinhalb Metern Abstand aufgestellt. Falls sich mal eine Warteschlange vor dem Biergarten bildet, sind die gebotenen Abstände so gut einzuhalten.
Die Schilder mit den Coronaregeln sind in eineinhalb Metern Abstand aufgestellt. Falls sich mal eine Warteschlange vor dem Biergarten bildet, sind die gebotenen Abstände so gut einzuhalten. | Bild: Lena Reiner

Um den Zugang zu regeln, hätten sie außerdem den zweiten Aufgang zum Biergarten abgesperrt. So könnten alle Gäste per Luca oder Formular direkt erfasst werden, die Kontrolle erfolgt vorm Hinsetzen an der Theke. Auch ins Restaurant geht es nur nach Kontrolle, hier gelten außerdem die inzwischen bekannten 3 G: geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet.

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Überhaupt nimmt es der Gastronom nach eigenen Angaben sehr genau mit den Regeln, betont aber auch: „Ich habe mir die ja nicht ausgedacht, ich setze sie nur um.“ Dabei merke er an den Reaktionen von Gästen, dass offenbar nicht alle Kollegen die aktuell gültige Verordnung befolgten. „Ich werde öfter gefragt, wieso ich denn so strikt sei“, schildert Schrandt, „und ich sage mal so: Wenn ich gefragt werde, wieso ich so strikt bin, dann stimmt doch anderswo etwas nicht.“

Jürgen Schrandt von der Krone in Raderach setzt die Coronaregeln durch. Damit niemand „einfach reinschleicht“, hat er dazu einen Zugang des Biergartens versperrt.
Jürgen Schrandt von der Krone in Raderach setzt die Coronaregeln durch. Damit niemand „einfach reinschleicht“, hat er dazu einen Zugang des Biergartens versperrt. | Bild: Lena Reiner

Ihm gehe es dabei um die Sicherheit seiner Gäste und Mitarbeiter. Damit niemand vom Restaurantbesuch ausgeschlossen wird, gibt es außerdem eine eigene Teststation. „Wir machen das seit Mai, haben am 1. Juli nach den neuen Regelungen unsere neue Zulassung erhalten“, sagt Jürgen Schrandt. Das Angebot lohne sich: Jeden Tag müssten durchschnittlich zehn bis zwölf Gäste vor Ort getestet werden, da sie ihren Nachweis irgendwo vergessen hätten.

Rund ein Prozent der Gäste fange eine Diskussion an, da gebe es auch diejenigen, die angeblich ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht haben, es aber nie vorweisen können: „Da mache ich vom Hausrecht Gebrauch. Wir haben Masken für 50 Cent da, die kann jeder die paar Sekunden bis zum Platz tragen.“ Im eigenen Team gebe es solche Diskussionen nicht. Alle seien geimpft, auf freiwilliger Basis testeten sie sich außerdem zweimal die Woche selbst.

Durchsetzung der Regeln hat sich eingespielt

Zehrer-Geschäftsführer Fabian Scheef ist stolz auf seine Mitarbeiter, die die Corona-Regeln im Restaurant Ferdinand beziehungsweise dem zugehörigen Biergarten umsetzen. „Sie sind ja eigentlich nicht dafür ausgebildet, solche Kontrollaufgaben zu übernehmen“, sagt er. „Außerdem tragen auch Mitarbeiter, die allein an der Theke stehen, die Maske, auch wenn es eigentlich nicht nötig wäre. Das ist solidarisch mit ihren Kollegen im Service und macht es einfacher für das übrige Team.“

Fabian Scheef ist stolz darauf, wie seine Mitarbeiter die Coronaregeln umsetzen: „Sie sind ja eigentlich nicht dafür ausgebildet, solche Kontrollaufgaben zu übernehmen. Außerdem tragen auch Mitarbeiter, die allein an der Theke stehen, die Maske, auch wenn es eigentlich nicht nötig wäre. Das ist solidarisch mit ihren Kollegen im Service und macht es einfacher für das übrige Team.“ (Archivbild)
Fabian Scheef ist stolz darauf, wie seine Mitarbeiter die Coronaregeln umsetzen: „Sie sind ja eigentlich nicht dafür ausgebildet, solche Kontrollaufgaben zu übernehmen. Außerdem tragen auch Mitarbeiter, die allein an der Theke stehen, die Maske, auch wenn es eigentlich nicht nötig wäre. Das ist solidarisch mit ihren Kollegen im Service und macht es einfacher für das übrige Team.“ (Archivbild) | Bild: Lena Reiner

Auch sei ihm wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen. Sei eine große Gesellschaft zu bewirten, frage er gezielt ab, ob das Servicepersonal damit einverstanden sei. Ein Mitarbeiter, der Risikogruppe gehöre, werde generell bei solchen Veranstaltungen nicht „vornedran“ eingebunden. „Bei einer Hochzeitsgesellschaft habe ich dann mit anpacken müssen, da nicht genügend Mitarbeiter sich damit gut gefühlt hätten“, schildert Scheef.

Generell funktioniere die Durchsetzung der Regeln gut und habe sich eingespielt. Was seine Meinung zu den Regeln an sich angehe, sagt er: „Ich sehe das zuerst einmal so: Das ist wie mit anderen Regeln auch. Ich muss sie nicht gut finden, aber eben umsetzen. Steuern zahle ich ja auch, obwohl es mir nicht unbedingt gefällt.“ Dann sei es aber doch auch so, dass er sich Erklärungen seitens der Regierung gewünscht hätte, wieso welche Maßnahme umgesetzt werde.

Was gilt beim Restaurant- oder Barbesuch?

„Ich habe mir selbst zusammengereimt, dass etwa die Schließung der Gastronomie letzten November notwendig war, weil es sich dabei um das einzige Gewerbe handelt, in dem die Maske nicht durchweg getragen werden kann“, sagt Scheef. Das klinge nun zwar logisch, er wisse aber nicht, ob das auch so zutrifft. „Gäbe es die Erklärung gleich dazu, wäre sicherlich auch mehr Verständnis für die Regeln vorhanden.“ Grundsätzlich überwiege allerdings auch das Lob der Gäste: „Sie fühlen sich sicher hier.“ Und noch einen Effekt habe er beobachtet, da nun schon länger dieselben Regeln gelten: „Die Gäste weisen sich gegenseitig auf die Einhaltung hin, wenn etwa jemand beim Aufstehen die Maske vergisst.“

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Was 2G anbelangt, zeigt er sich unschlüssig: „Ich habe den Eindruck, dass zu wenig im Bewusstsein ist, dass man auch geimpft ansteckend sein kann. Ich selbst halte Abstand, Abstand, Abstand und die Maske für wichtig und lasse mich auch testen, obwohl ich voll geimpft bin.“ Gleichzeitig böten die Maßnahmen die Chance, über den Winter dieses Jahr weitermachen zu können und nicht schließen zu müssen: „Daher finde ich 3G oder 2G natürlich grundsätzlich gut.“

Bei Zetteln ist genaues Hinsehen gefragt

Sam Kretschmer setzt in der Minibar konsequent auf digitale Wege: Wer ankommt, checkt sich per Luca-App am Tisch ein, digitale Test- und Impfzertifikate kontrolliert sie mit einer eigenen App. Es dauert keine zwei Sekunden und schon zeigt ihr Smartphone an, ob ein Zertifikat gültig ist.

„Wenn jemand mit einem Papierzettel als Testnachweis kommt, dauert das schon länger“, sagt Kretschmer. Tatsächlich sei da genaues Hinsehen gefragt. Sie habe schon Fälschungen entdeckt, bei denen die Daten oben und unten auf dem Formular nicht zusammenpassten: „Da muss ich die Gäste dann auch bitten, zu gehen.“ Grundsätzlich sei die Umsetzung der Regeln aber kein Problem.

Sam Kretschmer hat von der Theke aus den gesamten Gastraum im Blick: In Zeiten der Coronaregeln ein eindeutiger Vorteil.
Sam Kretschmer hat von der Theke aus den gesamten Gastraum im Blick: In Zeiten der Coronaregeln ein eindeutiger Vorteil. | Bild: Lena Reiner

„Ich glaube, so um die 90 Prozent der Gäste, die hierherkommen, sind sowieso geimpft und wir bekommen viel Lob dafür, dass wir die Regeln so gut umsetzen“, schildert sie. Auch die geringe Größe der Minibar in der Kleinebergstraße biete dabei eher Vor- als Nachteile. Von der Theke aus habe sie den gesamten Gastraum im Blick. So könne auch niemand ungesehen und -registriert den Gastraum betreten.