An der Uferpromenade herrscht bei schönem Wetter Hochbetrieb. Passanten gehen gruppenweise entlang, wer in die entgegengesetzte Richtung unterwegs ist, muss sich immer wieder geradezu hindurchschlängeln. Doch wie viel Platz wäre hier für Rettungsfahrzeuge im Falle eines Einsatzes? Laut mehreren Leserzuschriften soll hier die Durchfahrt von Streifenfahrzeugen der Polizei sogar schon behindert worden sein, die deutlich schmaler sind als etwa ein Löschfahrzeug der Feuerwehr.

Das Überfahren der Hindernisse ist keine Lösung

Bei der Testfahrt mit Feuerwehrfahrzeug über den Wochenmarkt vor wenigen Wochen hatte sich gezeigt: Nicht immer werden Markierungen beachtet und wenn eine Rettungsgasse zugestellt ist, kostet das im Ernstfall einige Minuten, um den Weg so freizuräumen, dass eine Durchfahrt möglich ist. Stadtbrandmeister Louis Laurösch hatte in diesem Kontext erläutert, dass ein einfaches „Überfahren“ von Hindernissen trotz Größe und Schwere der Einsatzfahrzeuge keine Lösung darstelle. Zu sensibel sei die Sensorik an der Unterseite der Fahrzeuge, außerdem könne so eine noch größere Blockade für nachfolgende Einsatzfahrzeuge entstehen.

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Wir sehen uns also an der Uferpromenade um

Bei unseren beiden abendlichen Besuchen am Ufer ist von einer derartigen Blockade nichts zu sehen. Durchfahrten sind augenscheinlich gegeben. Ob hier das Augenmaß trügt? Wir fragen bei der Stadtverwaltung nach, wie entlang der Uferpromenade die Rettungsgassen markiert sind. Pressesprecherin Andrea Kreuzer erläutert: „Auf der Uferstraße gibt es, ähnlich wie auf den Marktflächen, definierte Feuerwehr-Fahrspuren.“

Markierungsnägel zeigen die Rettungsdurchfahrt an

Die freizuhaltenden Durchfahrtsbreiten seien auf dem Boden mit Markierungsnägeln markiert und dienten der Markierung der Feuerwehrflächen. „Die Rettungsdurchfahrten müssen freigehalten werden. Bei einem Verstoß werden die Gastronomen darauf hingewiesen und müssen ihre Außenbestuhlung zurücksetzen“, führt sie aus. Nicht nur Markierungsnägel gelten dabei als Markierung: „Als Markierungen für die Außenbestuhlung an der Uferstraße gilt auf der Seeseite die gepflasterte Abgrenzungslinie beziehungsweise die dortigen Hecken oder Bäume. An der Häuserfront sind Markierungsnägel wie auf dem Markt in den Boden verankert, die anzeigen, wo die Bestuhlung enden muss.“

Die Pflastersteine links markieren den erlaubten Außenbereich der Gastronomie. Das Schild steht also mitten auf der Rettungsgasse. Gleichzeitig wäre auf der rechten Seite mehr Flächennutzung erlaubt; zwischen Hausfront und Markierungsnagel ist ungenutzte Freifläche. Die Durchfahrt würde also auch hier kein Problem bedeuten.
Die Pflastersteine links markieren den erlaubten Außenbereich der Gastronomie. Das Schild steht also mitten auf der Rettungsgasse. Gleichzeitig wäre auf der rechten Seite mehr Flächennutzung erlaubt; zwischen Hausfront und Markierungsnagel ist ungenutzte Freifläche. Die Durchfahrt würde also auch hier kein Problem bedeuten. | Bild: Lena Reiner

Vor Ort wird die Suche nach den Markierungsnägel zum Sehtest. Diese sind nämlich gerade etwas mehr als münzgroß und unterscheiden sich farblich kaum vom Straßenbelag. Allerdings zeigt sich dann auch, dass die Markierungsnägel zum Zeitpunkt unseres Besuchs freiliegen: Die Markierung wird offensichtlich eingehalten. Nur auf der Seeseite sind einige Schilder und Blumentöpfe außerhalb der Abgrenzung zu finden.

Suchbild: Die Markierungsnägel unterscheiden sich farblich kaum vom Straßenbelag.
Suchbild: Die Markierungsnägel unterscheiden sich farblich kaum vom Straßenbelag. | Bild: Lena Reiner

Dieses Schild hier befindet sich zwar außerhalb der Steine, aber noch vor dem Markierungsnagel – also im erlaubten Bereich – und bietet außerdem durch seine Rollen die Möglichkeit, es im Notfall schnell zur Seite zu schieben. Doch wie ist das Gesamtbild, das sich der Stadtverwaltung das Jahr über bietet?

Vorbildlich: Dieses Schild steht auf Rollen und kann für zusätzlichen Platz – denn es steht innerhalb des erlaubten Bereichs – einfach weggeschoben werden.
Vorbildlich: Dieses Schild steht auf Rollen und kann für zusätzlichen Platz – denn es steht innerhalb des erlaubten Bereichs – einfach weggeschoben werden. | Bild: Lena Reiner

Ob die Durchfahrten tatsächlich freigehalten würden, werde sowohl regelmäßig als auch nach Bedarf – also wenn die Stadtverwaltung konkrete Hinweise erhalte – überprüft. Das Ergebnis der Kontrollen? „Größtenteils werden die Durchfahrtsbreiten eingehalten. Bei den wenigen Fällen, die die Durchfahrtsbreiten nicht beachten, weisen wir zunächst auf die Einhaltung der Durchfahrtsbreiten hin. In der Regel werden die Hinweise dann auch beachtet“, so Kreuzer.