„Wir hatten uns schon im November überlegt, Schnelltests anzubieten, um einen Beitrag für die Bevölkerung zu leisten“, erklärt Anja Spintzyk. Sie ist bei der Johanniter Unfallhilfe verantwortlich für die Schnelltest-Aktionen. Zunächst sei allerdings die Logistik, also die Lieferung der Schnelltests, nicht komplett zuverlässig gewesen. Das habe sich in der Zwischenzeit gebessert. Seit Dienstag bieten die Johanniter in Friedrichshafen Privatpersonen zweimal wöchentlich die Möglichkeit eines Corona-Schnelltests.

Anja Spintzyk, Verantwortliche für die Schnelltest-Aktionen der Johanniter: „Wir werden das so lange anbieten, wie es notwendig ist: vermutlich bis in den Sommer hinein. Wir werden sehen, wie sich die Zahlen bis Mitte des Jahres entwickeln, wenn die Impfungen im Bodenseekreis anlaufen und das Wetter wieder besser wird.“
Anja Spintzyk, Verantwortliche für die Schnelltest-Aktionen der Johanniter: „Wir werden das so lange anbieten, wie es notwendig ist: vermutlich bis in den Sommer hinein. Wir werden sehen, wie sich die Zahlen bis Mitte des Jahres entwickeln, wenn die Impfungen im Bodenseekreis anlaufen und das Wetter wieder besser wird.“ | Bild: Johanniter

Zwischenzeitlich wurden Mitarbeiter eingewiesen, alles musste organisiert und koordiniert werden. Neben den Tests für Privatpersonen bieten die Johanniter auch Firmenbesuche an: „Da testen wir dann alle Mitarbeiter, entweder einfach, damit alle ein sicheres Gefühl haben können oder auch, wenn es einen Positivfall in der Belegschaft gab“, sagt Anja Spintzyk.

Das könnte Sie auch interessieren

Einer der Test-Gründe sind geplante Pflegeheim-Besuche

Seit Kurzem sei noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen, der Schnelltests erfordere: „Bei manchen Pflegeheimen in Baden-Württemberg dürfen Besucher ihre Angehörige nur mit einem negativen Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, besuchen. Gerade in Hinblick auf Pflegeheime seien Tests besonders wichtig, da ältere Menschen zur Risikogruppe gehören.“

Tatsächlich sind geplante Pflegeheimbesuche einer der Beweggründe, bestätigt Selina Feiler. Sie gehört zu dem kleinen Team, das an diesem Dienstag die Schnelltests vornimmt. „Es sind aber auch Rückkehrer aus Risikogebieten dabei.“

Getestet wird durchs Autofenster oder auf der Terrasse

Die Liste mit den Anmeldungen für den ersten Testtag hat sie vor sich: alle Namen und die jeweiligen Zeitslots von 15 Minuten, in denen drei Personen getestet werden können. Die Liste ist lang, alle Zeitfenster an diesem Vormittag ausgebucht. Und die meisten, die sich angemeldet haben, sind auch tatsächlich zum Testen erschienen, sagt Feiler.

Selina Feiler und Dennis Jawansky sind für die Koordination derjenigen zuständig, die an diesem Tag getestet werden.
Selina Feiler und Dennis Jawansky sind für die Koordination derjenigen zuständig, die an diesem Tag getestet werden. | Bild: Lena Reiner

Dennis Jawansky hat derweil den Überblick über den Parkplatz draußen. Er weist die Heranfahrenden ein, wo sie warten und wo sie parken können. Die Abstriche werden durch das Autofenster entnommen. Wer ohne Auto kommt, wird im Freien auf der Terrasse getestet. „So können wir größtmöglichen Infektionsschutz für alle Beteiligten gewährleisten“, erläutert Anja Spintzyk.

Wer kein Auto besitzt und zu Fuß zum Termin kommt, dessen Abstrich wird auf der Terrasse durchgeführt.
Wer kein Auto besitzt und zu Fuß zum Termin kommt, dessen Abstrich wird auf der Terrasse durchgeführt. | Bild: Lena Reiner

Leonie Scharff hat eben ein schriftliches Testergebnis geholt: „Eigentlich wollten die beiden das laut Anmeldung per E-Mail, aber jetzt meinten sie, sie holen es direkt ab“, berichtet sie. Das Paar benötige ein Negativergebnis zur Weiterreise nach Italien, Friedrichshafen sei für sie lediglich ein Zwischenhalt. Scharff wertet die Tests aus. Zehn Tropfen Lösung füllt sie in die kleinen Fläschchen, in denen sie die Tupfer dreht und wendet, damit die Probe sich in der Flüssigkeit löst.

Das könnte Sie auch interessieren

Drei Tropfen landen dann auf der Testkassette, die Scharff fein säuberlich nummeriert und jeweils in einer Box ablegt, jede Testkassette neben einen Wecker. Alle paar Minuten piepst einer der Wecker und ein Testergebnis liegt vor. Bisher sind an diesem Dienstagvormittag auf keinem Teststreifen zwei Linien zu sehen gewesen. Bisher sind also alle Schnelltests negativ ausgefallen.

Das könnte Sie auch interessieren