Wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung ist eine Frau am Amtsgericht Tettnang zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Sie hatte bereits frühzeitig gestanden, in der Nacht zum 6. April dieses Jahres in der Eugenstraße ein Auto in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer hatte auf ein weiteres Fahrzeug übergegriffen, beide Wagen brannten vollständig aus. Der Schaden wird auf 18.000 Euro geschätzt. Zudem wurde die Fassade eines Gebäudes verrußt, durch die Hitze zersprangen Fensterscheiben.

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Mit Benzin und Feuerzeug am Tatort

„Es war keine Affekthandlung wie man es hätte vermuten können“, sagte der Vorsitzende Richter Max Märkle in seiner Urteilsbegründung. Die Angeklagte habe die Tat geplant und sei mit einer Flasche Benzin und einem Feuerzeug zum Tatort gekommen. Das angezündete Auto gehörte dem Ex-Freund der inzwischen 33-Jährigen, mit dem sie kurz vorher noch zusammengewohnt hatte. Die Angeklagte äußerte sich vor dem Gericht nicht zur Tat, hatte diese aber in einem Schriftsatz ihrer Anwältin im Juni im vollen Umfang gestanden.

Indizien wiesen auf Angeklagte hin

Schon vorher hatten nach Zeugenaussage eines Polizisten Indizien auf die Angeklagte hingewiesen. Zwar habe die Auswertung der Telekommunikationsdaten nicht eindeutig belegt, dass sie zur Tatzeit am Tatort war. In ihrem Auto wurde aber eine Plastikflasche mit Benzin sichergestellt – und ein Reifen war mit Benzin übergossen und angezündet worden. Ihr Ex-Freund habe zudem angegeben, dass die Frau in einem Telefonat am gleichen Abend die Tat angedroht habe.

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Die Angeklagte sagte am Schluss der Beweisaufnahme: „Ich bereue das alles.“ Sie hatte bereits in einem vor Gericht zitierten Brief aus einer Justizvollzugsanstalt geschrieben: „Ich habe Gerechtigkeit mit Rache verwechselt.“

Strafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt

Die Angeklagte ist seit ihrer Festnahme im April in Untersuchungshaft. Der Grund sind nicht bezahlte Geldstrafen aus früheren Verurteilungen wegen Körperverletzung und wiederholten Fahrens mit einem nicht versicherten Fahrzeug. Das Gericht attestierte ihr eine besondere Haftempfindlichkeit: Sie sei zum ersten Mal in Haft, habe Antidepressiva verschrieben bekommen und sei von ihrer Tochter getrennt, erläuterte Märkle. Diese lebt seit der Inhaftierung der Mutter bei ihrer Großmutter im Ausland.

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Zugunsten der Angeklagten wertete das Gericht ihr frühzeitiges Geständnis. Damit habe sie die Ermittlungen abgekürzt und das Strafverfahren erleichtert, sagte Märkle. Da sie sich aus der Haft um eine Wohnung und einen Arbeitsplatz bemüht habe, ihrem Sorgerecht für die Tochter nachkommen wolle und aufgrund zu erwartender Schadenersatzforderungen die Schuldnerberatung kontaktiert habe, ging das Gericht von einer günstigen Sozialprognose aus. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, die Frau kommt also frei. Zudem muss die Verurteilte 180 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten.