Was holprig begonnen hat, mauserte sich zu einem der besten Bürgerbälle, die das Graf-Zeppelin-Haus in den vergangenen Jahren gesehen hat. Für den Einsprung der Masken fehlte es zwar noch an Ton und Licht, aber danach lief alles rund und das Programm der Elferräte fügte sich mit Büttenreden, Showeinlagen, viel Musik und Schunkelrunden zu einem bunten Ball.

Die großartigen Akteure gaben sich mit guten Ideen die Klinke in die Hand. Der Fanfarenzug-Graf-Zeppelin, diesmal als mexikanische Mariachi unterwegs, schmetterte beherzt „Tequilla“ und die Seegrendl haben zu ihrem Bürgerball-Bühnen-Debüt gleich den „King of Rock´n Roll“ und den Alpenkönig Andreas Gabalier geladen. Der „kleine Gsälzbär“ Harald Schäufler erklärte, dass die Phönizier das Geld erfunden haben, aber er fragt sich noch heute: „Warum so wenig?“ Sein Lied vom Geld (Hela Di Ladi Lo) klang daher sehr nach: „Gib mir mei Kohle zrück.“

Beim Bürgerball im Graf-Zeppelin-Haus haben Stars und Sternchen, bis hin zum King of Rock´n Roll, die Bühne der Seegockel im Schlagerstadl bevölkert.
Beim Bürgerball im Graf-Zeppelin-Haus haben Stars und Sternchen, bis hin zum King of Rock´n Roll, die Bühne der Seegockel im Schlagerstadl bevölkert. | Bild: Andrea Fritz

Die „Inzuchttaler“ aus Meckenbeuren hätten ums Haar die Malkmus-Brüder in den Schatten gestellt und die Elferräte haben die komplette Schlagerparade mit Ilja Richter aufgefahren. Wohl wissend, dass so ein Bürgerball sich ziehen kann, auch wenn er in der Länge noch nicht an die Immenstaader Hennensuppe heranreicht, sang die kleine Schwester von Helene Fischer (Angelika Fischer) „Gnadenlos durch die Nacht“. Ihr Duett mit Markus Scherzinger hat, ganz in der Tradition von Mary und Helmut Wild, aktuelle Stadt-Themen musikalisch aufgegriffen.

Angelika Fischer und Markus Scherzinger haben beim Bürgerball das Schlagerstadl-Publikum im Graf-Zeppelin-Haus mit bekannten Melodien und lokalpolitischen Texten begeistert.
Angelika Fischer und Markus Scherzinger haben beim Bürgerball das Schlagerstadl-Publikum im Graf-Zeppelin-Haus mit bekannten Melodien und lokalpolitischen Texten begeistert. | Bild: Andrea Fritz

Zunftmeister Oliver Venus, der sich mit seiner Ukulele in die Schuhe von Peter Maffay stellte, las insbesondere den Bewohnern der Kitzenwiese die Leviten. Auch „Frau Fricker“ alias Gabi Zehrer nahm kein Blatt vor den Mund, als sie von der Klassenfahrt nach Rom erzählte.

Der lebenskluge Hausmeister, der seine Gags wie Perlen vom Schnürchen ließ, war übrigens Wolfgang Ott, der nur noch von den Showeinlagen der "Suleikas" vom Männerballett, von den jungen "Freak Out" Talenten und von der tollen Showtanzgruppe „Maskerade“ übertroffen aus Neukirch wurde. Wer bis ganz zum Schluss geblieben ist, hat Sambatänzerinnen zu Gesicht und so einen Vorgeschmack auf die "Brasilianischen Nächte" 2020 bekommen.