Zigarettenstummel, Kronkorken und leere Getränkepackungen sind im Gras am Fischbacher Seeufer verstreut. Liz Bartusch sammelt alles auf und verteilt es in Säcke. „Hier liegt unheimlich viel Kleinkram herum“, stellt sie fest. Eine blaue Sonnenbrille kommt dazu, ein Meter weiter hängt eine Unterhose unter einem Baum.

Martin Hattenberger ist mit Anna und Tom zur Seeputzete gekommen.
Martin Hattenberger ist mit Anna und Tom zur Seeputzete gekommen. | Bild: Corinna Raupach

Liz Bartusch beteiligt sich zum ersten Mal am Rhine-Clean-Up. Die 16-Jährige engagiert sich bei Fridays for Future. „Ich will nicht, dass überall Müll herumliegt, sondern dass es sauber ist. Außerdem schadet der Müll den Enten, Schwänen und anderen Tieren“, sagt sie. Ihre Freundin bückt sich nach einem Lollipapier. „Wieso kann man das nicht zum Mülleimer bringen, der steht doch gleich hier“, ärgert sie sich.

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Das Fischbacher Team mit seiner Müll-Ausbeute.
Das Fischbacher Team mit seiner Müll-Ausbeute. | Bild: Corinna Raupach

Die fünfjährige Anna ist eine der Kippenbeauftragten am Strand. Gewissenhaft trägt sie eine kleine Tüte und bückt sich nach jedem Stummel. Ihr Bruder Tom hilft dabei. „Ihr habt ja Adleraugen“, lobt ihr Vater Martin Hattenberger. Er hat vor vier Wochen von der Aktion erfahren. „Da habe ich gleich gedacht, da machen wir mit. Das macht den Kindern Spaß, die sammeln auch sonst alles Mögliche und werfen es weg“, sagt er.

Das Schwimmbrett stellt Liz Bartusch an eine Mülltonne.
Das Schwimmbrett stellt Liz Bartusch an eine Mülltonne. | Bild: Corinna Raupach
Auch eine Socke wurde am Strand vergessen.
Auch eine Socke wurde am Strand vergessen. | Bild: Corinna Raupach

Als sich nach drei Stunden die Fischbacher Teams wieder treffen, ist Annas Tüte halb voll. Thomas Henne hat vor dem Strandbad gesammelt: „Pro Parkplatz habe ich mindestens drei Kippen gefunden, bei 250 Parkplätzen sind das 750. Jede davon gefährdet 40 Liter Trinkwasser, das sind insgesamt 30 000 Liter.“ Henne ist einer der lokalen Organisatoren des Rhine-Clean-Ups. Er fährt den Fischbacher Müll zum Treffpunkt am Hinteren Hafen. Dort ist Désirée Köhler dabei, die Säcke zu wiegen. Die Häfler Bilanz: 137 Freiwillige haben 617 Kilo Müll gesammelt, darunter drei Fahrräder, Autoreifen, Polster und zehn Kilo Zigarettenstummel.

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Das Fischbacher Team mit seiner Müll-Ausbeute.
Das Fischbacher Team mit seiner Müll-Ausbeute. | Bild: Corinna Raupach
Im Hinteren Hafen wird der Müll aller Teams gesammelt, getrennt und gewogen.
Im Hinteren Hafen wird der Müll aller Teams gesammelt, getrennt und gewogen. | Bild: Corinna Raupach