Einmal stündlich bringt eine Autofähre Passagiere und Fahrzeuge von Friedrichshafen nach Romanshorn, einmal stündlich ist eine Fähre in der Gegenrichtung unterwegs: Und dabei bleibt es zunächst auch. Die Planungen für einen saisonalen Halbstundentakt werden vorerst nicht weiterführt, teilte das baden-württembergische Verkehrsministerium jüngst mit. Der Grund: Die Beteiligten – neben dem Land Baden-Württemberg sind das der Kanton Thurgau und der Bodenseekreis – konnten sich nicht über die Finanzierung der nicht durch Ticketeinnahmen gedeckten Betriebskosten einigen.

Seit 2020 wurde verhandelt

Eine Studie hatte im Jahr 2020 einen saisonalen Halbstundentakt für die von der Schweizer Bodensee-Schifffahrt AG und der Bodensee Schifffahrtsbetriebe GmbH betriebene Fährverbindung empfohlen. Nach und nach sollte die Flotte demnach außerdem emissionsärmer gemacht werden, die letzte Dieselfähre 2035 durch eine Gasfähre ersetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Seither sei verhandelt worden, so der Kanton Thurgau in einer Mitteilung. Der Kanton und das Bundesamt für Verkehr hätten mehr als die Hälfte der ungedeckten Betriebskosten des Gesamtverkehrs finanzieren müssen, was von Schweizer Seite abgelehnt worden sei. Der deutschen Seite sei es wiederum rechtlich und wirtschaftlich nicht möglich, in die Mitfinanzierung einzutreten.

Auch Pandemie spielt eine Rolle

Zusätzlich zu den Finanzierungsproblemen habe sich das Umfeld für einen Angebotsausbau deutlich verschlechtert, so der Kanton Thurgau außerdem. „Die Maßnahmen gegen Covid-19 haben die Schifffahrtsunternehmen und den gesamten öffentlichen Verkehr hart getroffen. Wie sich die Nachfrage in der Schifffahrt und im grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr entwickelt, ist mit viel mehr Unsicherheit verbunden als vor Covid-19.“

Das könnte Sie auch interessieren

Verkehrsminister Winfried Hermann und Landrat Lothar Wölfle bedauern das Ende der Verhandlungen. „Für uns ist die saisonale Verdichtung des Angebots bei der Fähre auf einen Halbstundentakt weiter ein wichtiges Anliegen“, wird Hermann in dem Pressetext des Verkehrsministeriums zitiert. „Wir sind grundsätzlich bereit beim Ausbau des Taktes mitzufinanzieren, aber wir können nicht in die Finanzierung des Defizits einsteigen, das auf Schweizer Seite im heutigen Regelbetrieb entsteht, auch aus haushaltrechtlichen Gründen.“ Er freue sich über den insgesamt in der Region begonnenen Diskussionsprozess für einen emissionsfreien Bodensee. „Dabei wird man gemeinsam auch die Fährverbindung Friedrichshafen-Romanshorn wieder in den Blick nehmen müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Lothar Wölfle zufolge waren die Verhandlungen am Ende mehr vom Status quo bestimmt als vom Blick nach vorne. Das Ziel, verbesserte Angebote und zeitgemäße Technik aufs Wasser zu bringen, sei damit aber nicht vom Tisch. Er wünsche sich, „dass es in absehbarer Zukunft gelingt, den Gesprächsfaden wiederaufzunehmen.“