Am 24. Juni, dem Geburtstag von Johannes dem Täufer, fand in der Schlosskirche in Friedrichshafen eine Trauerandacht für den am 7. Juni im Alter von 85 Jahren verstorbenen Carl Herzog von Württemberg statt. Der katholische Dekan Bernd Herbinger sprach die Fürbitten, der evangelische Co-Dekan Reimar Krauß las aus der Bibel, die einst Herzog Carl der Schlosskirche gestiftet hatte, einen Vers aus dem Johannes-Evangelium. Für den feierlichen Rahmen sorgten Sönke Wittnebel auf der Orgel und Gretha Hartleb mit einer tief berührenden Interpretation eines geistlichen Liedes von Max Reger.

Thematisch war die etwa einstündige Andacht dem Lebensweg gewidmet. Vom Gesang der Gemeinde „Befiehl Du Deine Wege“ über die Frage Jesu an seine zukünftigen Jünger „Was suchet ihr?“. „Herzog Carl ist seinen Lebensweg zu Ende gegangen“, sagte Pfarrer Reimar Krauß, und betonte, dass ihn seine Nächsten durchaus auch als Suchenden kennen lernen durften.

Bild 1: Friedrichshafen nimmt Abschied von Carl Herzog von Württemberg
Bild: Anette Bengelsdorf

Als Macher, Netzwerker und einen, der nicht nur erfolgreich sein Unternehmen führte, sondern sich immer auch der Gesellschaft verpflichtet fühlte, charakterisierte Oberbürgermeister Andreas Brand den Verstorbenen in seinem Nachruf.

Er hat Spuren hinterlassen

Spuren habe er hinterlassen in der Stadt, in der er 1936 geboren war und in der seine Kinder zur Welt kamen. Auch als er 1975 nach Altshausen zog, blieb seine enge Verbindung bestehen. Für seine Heimat habe er nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch immer einen offenen Geldbeutel gehabt, formulierte es Brand. Die Bodenseeschule, sagte er, würde es ohne Herzog Carl nicht geben, auch den Württembergischen Yacht-Club, dessen Ehrenkommodore er war, bedachte er immer großzügig mit finanziellen Mitteln für die sportliche Ausbildung der Jugend.

Anderen Menschen Gutes tun, bessere Bedingungen schaffen, Leid lindern, das machte ihm Freude. Wie wichtig ihm Pflicht und Verantwortung waren, stellte er auch nach dem Unfalltod seines Sohnes 2018 eindrücklich unter Beweis.

Bild 2: Friedrichshafen nimmt Abschied von Carl Herzog von Württemberg
Bild: Anette Bengelsdorf

Doch der Mann mit Ausstrahlung, der, mit den Worten Brands, einen Raum füllte mit seinem Habitus, mit seinem Geist und mit seiner zugewandten Art, konnte auch unbequem sein. Dann verzichtete er auf Diplomatie, um politisch Verantwortlichen deutliche Worte ins Stammbuch zu schreiben. Er war, sagte Brand, ein Freund klarer Worte. „Wir verlieren eine wertvolle Persönlichkeit, einen großen Häfler und noch größeren Württemberger“, sagte er.

Bild 3: Friedrichshafen nimmt Abschied von Carl Herzog von Württemberg
Bild: Anette Bengelsdorf

Gemessen daran, fiel die Beteiligung der Häfler Bürger an dieser Trauerandacht bescheiden aus. In der ersten Reihe hatten Herzog Wilhelm, Enkel des Verstorbenen, Sohn des verunglückten Herzog Friedrich und zukünftiger Chef des Hauses Württemberg Platz genommen. Auch Friedrichs Witwe, Herzogin Marie und dessen Bruder, Herzog Michael nahmen an der Andacht teil.

Neben Martin Herzog, dem ehemaligen Oberbürgermeister, Landrat und Minister in Baden-Württemberg, war auch der ehemalige Oberbürgermeister Josef Büchelmeier erschienen.

Die Trauerfeier findet am Samstag, 2. Juli in Altshausen statt.

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