Am Beginn der Uferpromenade legten sie einen Kranz nieder und zündeten für jeden der 22 Verstorbenen in Friedrichshafen eine Kerze an. „Heute trauern wir um die Toten und gemeinsam mit den Angehörigen“, sagte Brand. Es handle sich um Menschen jeden Alters, aller Glaubensrichtungen, aller Nationalitäten und aus allen Stadtteilen. „Das Virus macht keinen Unterschied.“ So wie der Wind an diesem Abend so manche Kerze wieder ausgeblasen habe, seien diese 22 Häfler Bürger nicht mehr unter uns, so Brand.

Video: Claudia Wörner

Neben der Trauer um die Opfer würde die Menschen in diesen Tagen vieles bewegen: Hoffnung, dass wir die Jahrhundertherausforderung gut meistern, Unbehagen und Ungeduld angesichts von Kontaktbeschränkungen, notwendigen Einschränkungen der Freiheitsrechte und der Geschwindigkeit der Impfungen. „Aber es gibt auch Lichtblicke, die Mut machen wie geweckte Solidarität und Gemeinsinn“, sagte Brand und dankte allen Menschen, die beruflich oder im Ehrenamt durch die Pandemie besonders gefordert sind.

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„Es geht um das Los und um die Würde vieler einzelner Menschen“, erklärte Dekan Bernd Herbinger den Akt der öffentlichen Trauer. Angesichts der durch die Infektionsschutzverordnung erschwerten Bedingungen bleibe leider nur ein schaler Abschied. Ömer Alemdaroglu unterstrich, dass die Pandemie keinen Unterschied mache. „Egal welche Religion oder Herkunft, ob reich oder arm.“ 14 Muslime seien in der Mehmet-Akif-Moschee auf ihrer letzten Reise begleitet worden. „Wir fühlen mit den Familien“, so Alemdaroglu. Codekan Gottfried Claß verband mit seinem Gebet den Gedanken an die weltweit fast drei Millionen Corona-Toten. „Mit ihnen verbinden sich Namen, Lebensgeschichten und Schicksale.“ Nicht wenige sind ohne Beistand gestorben.