Statt Parkplätzen gibt es Infostände, Verkaufstische oder einen Bobbycar-Parcours: Am „Park(ing) Day“ hat sich die Charlottenstraße am Sonntag in eine Festmeile verwandelt. Der Platz vor der Markthalle ist zum Biergarten mit Livemusik geworden. Es gehe um Nachhaltigkeit, aber auch um Lebensgefühl, sagt Bürgermeister Andreas Köster zur Eröffnung: „Für die Energiewende ist der Parking Day ein kleiner Baustein. Wir brauchen viele solcher Steine. Wir müssen aber auch als Gesellschaft zusammenhalten.“

Anschließend ehrt er die Sieger beim Stadtradeln, das vom 16. Juni bis 8. Juli stattfand: Gruppensieger ist das Graf-Zeppelin-Gymnasium. 396 Teilnehmer radelten zusammen insgesamt 58.319 Kilometer. Teamkapitänin Nele Onnen nutzt die Gelegenheit, für eine Fahrraddemo am kommenden Freitag zu werben: „Ich hoffe, da kommen noch mehr Leute“, sagt sie.

Das Graf-Zeppelin-Gymnasium unter Teamkapitänin Nele Onnen hat beim Stadtradeln in der Gruppenwertung gewonnen.
Das Graf-Zeppelin-Gymnasium unter Teamkapitänin Nele Onnen hat beim Stadtradeln in der Gruppenwertung gewonnen. | Bild: Corinna Raupach

Auf den zweiten Platz sind die 41 Mitglieder des Radsportvereins (RSV) Seerose mit 26.500 Kilometern gefahren, gefolgt vom Karl-Maybach-Gymnasium mit 114 Radelnden und 23.205 Kilometern. Unter den Einzelfahrern belegte Lutz Geisler vom RSV Seerose mit 1892 Kilometern den ersten Platz. Jürgen Dodek von der ZF landete mit 1611 Kilometern auf dem zweiten und Heike Buchholz von der Agentur für Arbeit mit 1532 Kilometern auf dem dritten Platz. „Ich bin im Radsportverein, ich fahre viel Fahrrad. Wir haben auch bei der Arbeit ein ‚Green Team‘ gegründet, die Teilnahme am Stadtradeln war die erste Aktion“, erzählt Heike Buchholz. Zur Zeit planten sie bei der Agentur eine interne Mitfahrzentrale.

Die Sieger des Stadtradelns 2022.
Die Sieger des Stadtradelns 2022. | Bild: Corinna Raupach

Während der Seehasen-Fanfarenzug feierlich das musikalische Programm eröffnet, flanieren immer mehr Besucher durch die Charlottenstraße. Vielen Ausstellern stellen umweltfreundliche Mobilität in den Mittelpunkt: Bei Tante Emma‘s Bruder wird das Lastenrad gezeigt, das dort verliehen wird. „Wir vermieten das Rad jeweils für einen halben Tag, das ist unser Beitrag zur Energiewende“, sagt Inhaber Bernd Köhler.

Bernd Köhler präsentiert das Lastenrad von Tante Emma‘s Bruder.
Bernd Köhler präsentiert das Lastenrad von Tante Emma‘s Bruder. | Bild: Corinna Raupach

Das Karlsruher Institut für Technologie stellt den selbstfahrenden Bus vor, der in Friedrichshafen getestet werden soll. „Damit könnte öffentlicher Personennahverkehr auch in ländlichen Gebieten angeboten werden, weil es ohne Personal günstiger ist“, erklärt Yarin Gora.

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Um Sicherheit im Verkehr geht es der Verkehrwacht. Harald Müller zeigt Fahrradhelme und verweist auf den Pedelec-Trainer am Stand. „Pedelecs bringen viele Menschen aufs Rad, aber es gibt auch immer mehr Unfälle“, sagt er. Der Trainer simuliert Fahrverhalten, Gefahrensituationen und Bremswege.

Für Sicherheit und Erkennbarkeit im Straßenverkehr wirbt Harald Müller von der Verkehrswacht.
Für Sicherheit und Erkennbarkeit im Straßenverkehr wirbt Harald Müller von der Verkehrswacht. | Bild: Corinna Raupach
Anton Rothenhäusler (links) lässt sich von Alexander Schuler auf dem Pedelec-Trainer beraten.
Anton Rothenhäusler (links) lässt sich von Alexander Schuler auf dem Pedelec-Trainer beraten. | Bild: Corinna Raupach

Auch andere Formen der Mobilität finden ihren Platz: Catherine Roth tanzt mit Begeisterten kubanische Salsa auf der Straße. „Wir bieten mit der Tanzschule Salsafusion seit acht Jahren Salsakurse im Kulturhaus Caserne an“, sagt sie, ehe es sie wieder zur Musik auf den Asphalt zieht. Nicole Lukoschek hat Bewegungsspiele für Kinder aufgebaut und präsentiert ihr Angebot an Therapie und Pädagogik für Familien.

Nicole Lukoschek hat Bewegungsspiele für Kinder dabei.
Nicole Lukoschek hat Bewegungsspiele für Kinder dabei. | Bild: Corinna Raupach

Einen Parcours für Bobbycars hat das Tagesmütternetz aufgebaut. „Wir wünschen uns, dass mehr Familien von unserem Angebot wissen“, sagt Tagesmutter Petra Becker-Baldauf.

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Auch zahlreiche Flohmarktstände säumen die Straße. Sabrina Pabst verkauft Spielsachen und Kinderkleidung. „Ich fand das Angebot super und habe schon die ersten Sachen verkauft, ehe es offiziell losging“, sagt sie. Anwohner Heinz Urban kommt als Besucher vorbei. „Ich finde diese Aktion super. Wir haben so viel Ärger mit Autofahrern, die Rennen fahren. Auch die ganzen Abgase stören mich, ich kann kaum das Fenster öffnen“, sagt er.