Ralf Weber, Vincent Skenderi und Jürgen Hauke kennen sich schon lange. Die Männer verbindet neben ihrer Freundschaft auch eine gemeinsame Leidenschaft: die Liebe zum Wein. Alle drei haben schon zahlreiche Weingüter – etwa in Italien, Österreich und Südtirol – besucht, Skenderi betreibt außerdem das italienische Restaurant „Rössle“ in Hirschlatt. Auch dort spielt Wein eine wichtige Rolle.

Vincent Skenderi, Jürgen Hauke und Ralf Weber (von links) in ihrem „zweiten Wohnzimmer“, wie sie ihren Weinladen liebevoll nennen.
Vincent Skenderi, Jürgen Hauke und Ralf Weber (von links) in ihrem „zweiten Wohnzimmer“, wie sie ihren Weinladen liebevoll nennen. | Bild: Mona Lippisch

Gemeinsam sind die drei Männer nun aufs Ganze gegangen: Mitten in der Corona-Pandemie haben sie ihren eigenen Weinladen eröffnet. „Anfang Mai haben wir die GmbH gegründet, Ende Mai dann eröffnet“, erzählt Weber. Und seitdem lief es erstaunlich gut für „Ralfs Weinkiste“, wie die Männer den Laden genannt haben.

Weinladen profitiert von Corona-Pandemie

„Trotz schwieriger Umstände haben wir unsere Entscheidung nicht bereut“, sagt Jürgen Hauke. Die Krise habe ihnen gut in die Karten gespielt. „Weil die Menschen gerade viel Zeit daheim verbringen und Restaurants geschlossen haben, trinken sie eher einen Wein zuhause als sonst.“

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Über die Anfänge von Ralfs Weinkiste

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass die Freunde nun neben ihrer eigentlichen Arbeit zusätzlich noch Zeit in ein Weingeschäft investieren? Angefangen hat alles mit einer Idee von Ralf Weber. Er erzählt: „Seit 30 Jahren fahre ich regelmäßig in die Toskana. So bin ich zum Weinliebhaber geworden.“ Über die Jahre hinweg entstanden Kontakte mit Weinhändlern – auch in Deutschland. „2017 hatte ich für mich persönlich einen Veränderungswunsch. Und so habe ich im kleinen Rahmen zu Hause angefangen“, blickt Weber zurück.

„Durch Mundpropaganda habe ich neue Kunden gewonnen“

Er verkaufte Wein an Freunde und Bekannte und organisierte kleine Weinproben, zum Beispiel im Restaurant Pulverturm in Immenstaad. Nach einem halben Jahr richtete er einen Internetverkauf ein. So wurden Ralf Weber und sein Weinverkauf nach und nach bekannter. „Durch Mundpropaganda habe ich viele neue Kunden gewonnen.“

Blick in das Weinlager: Hier begann die Geschichte von „Ralf‘s Weinkiste“. Denn zuerst standen Ralf Weber nur diese Räumlichkeiten zur Verfügung.
Blick in das Weinlager: Hier begann die Geschichte von „Ralf‘s Weinkiste“. Denn zuerst standen Ralf Weber nur diese Räumlichkeiten zur Verfügung. | Bild: Mona Lippisch

Irgendwann kam der Wunsch nach mehr. Nach einer eigenen Lokalität. Nach mehr Platz. Nach Möglichkeiten. Also machte sich Ralf Weber auf die Suche und stieß durch Zufall auf die Alte Mühle in Ittenhausen. Nach wenigen Gesprächen mit den Besitzern des alten Gebäudes stand fest: In den denkmalgeschützten Räumen der Mühle entsteht der Laden, den sich Weber lange gewünscht hatte.

Bild: Mona Lippisch

Mit seinen Freunden Vincent Skenderi und Jürgen Hauke sprach Ralf Weber über seinen Entschluss. „Schnell war klar, dass die beiden genauso Lust auf einen Neubeginn haben wie ich. Die Leidenschaft rund um den Wein, unsere Expertise und unsere Freundschaft hat uns überzeugt: das kann klappen“, erzählt Weber.

Das steckt hinter dem Konzept

Bisher sind die Männer guter Dinge und haben Spaß an der Arbeit im Laden. „Wir beraten die Kunden gerne und lassen sie probieren, damit sie auch einen Wein kaufen, der ihnen schmeckt“, sagt Jürgen Hauke.

Im Sommer wollen die Betreiber des Weinladens vor dem Gebäude Tische und Stühle aufstellen.
Im Sommer wollen die Betreiber des Weinladens vor dem Gebäude Tische und Stühle aufstellen. | Bild: Mona Lippisch

Und wer sind die Kunden, die im Weinladen beraten werden? Die meisten kennen die Betreiber persönlich. „Wir sind alle gut vernetzt, ich zum Beispiel war jahrelang im Narrenverein aktiv und Hauke war Geschäftsführer des VfB Volleyballs und ist im Skiclub. Wir kennen also viele Leute in und um Friedrichshafen. Und die erzählen wiederum ihren Bekannten von uns“, erzählt Ralf Weber.

Von Laufkundschaft alleine könnte der Laden in Ittenhausen kaum überleben, vermuten die Männer. Doch das muss er auch nicht. Neben dem Verkauf bieten die drei Freunde auch Weinproben in den Räumen der Alten Mühle an. „Als es im Rahmen der Corona-Verordnung noch möglich war, hatten wir viel Nachfrage. Nun sind die Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagt Weber.

Jürgen Hauke neben einem kleinen Wein-Kühlschrank.
Jürgen Hauke neben einem kleinen Wein-Kühlschrank. | Bild: Mona Lippisch

Es gibt also auch für Ralfs Weinkiste coronabedingte Schwierigkeiten. Doch die Freude am Wein und an der Freundschaft überwiegen. „Die Eröffnung war der richtige Schritt. Nichts tun ist auch keine Lösung“, ist die Devise der Männer.

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