Ob nun Paris, Berlin, Heidelberg oder Wien – die Hotspots des Städtetourismus haben in den zurückliegenden Jahren einen enormen Zuwachs an Besuchern zu verzeichnen. Das war vor Corona. In diese Zeit fällt auch die Idee von Moritz Wobith. Um den überfüllten Städten entgegenzusteuern, hatte der Student aus Friedrichshafen eine Idee entwickelt: „Ich habe mir überlegt, wie ich nachhaltiges und bewusstes Reisen in Zeiten der digitalen Möglichkeiten besser organisieren kann.“ Wobith entwickelte eine App. Sie sollte Menschen, die bewusst reisen wollen, die Möglichkeit bieten, sich abseits des Mainstreams zu bewegen.

Corona veränderte die Pläne

Noch im März war Wobith voller Elan und wollte noch dieses Jahr die App an den Start bringen. Doch dann kam die Corona-Pandemie, aber vor allem wurde dem Studenten klar, dass ihm ein entscheidendes Moment fehlte, die App zum Erfolg zu führen: „Um im Social-Media-Bereich eine solche Plattform erfolgreich zu etablieren, benötigt man eine schon bestehende Nutzerbasis. Aber die fehlte mir“, erkannte der Student. Nach wie vor wollte er aber die digitalen Möglichkeiten ausschöpfen, die sich im Tourismus heute bieten. Gemeinsam mit Quentin Kniep, einem Freund an der Humboldt-Universität in Berlin, ging er zurück zu den Anfängen seiner Überlegungen. Herausgekommen ist eine Software, die seit diesem Monat online verfügbar ist: travelwell.io. Sie soll es Freundesgruppen erleichtern, gemeinsam Reisepläne strukturiert, übersichtlich und nachvollziehbar zu planen, zu organisieren und zu visualisieren.

Moritz Wobith arbeitet täglich im Gründerzentrum der Zeppelin Universität an seiner App „Intr.“, die sich noch in der Testphase befindet.
Moritz Wobith arbeitet täglich im Gründerzentrum der Zeppelin Universität an seiner App „Intr.“, die sich noch in der Testphase befindet. | Bild: Michael Schnurr

„Das Hauptaugenmerk liegt zu Beginn auf Gruppenreisen, bei denen Nutzer mit ihren Freunden in den Urlaub fahren wollen“, sagt Moritz Wobith. Er diskutierte eine Woche lang mit Quentin Kniep die Idee. Sie befragten Freunde und recherchierten intensiv. „Wir haben die Gründeridee und das Geschäftsmodell neu gedacht“, sagt Wobith. Klar war dabei beiden, dass sie im Reisesegment bleiben wollten. Stück für Stück schälte sich die Idee zu „Travelwell“ heraus.

Urlaubs-Koordination für die Freundesgruppe

Dazu bedienen sich die beiden Studenten eines sogenannten Kanban-Boards, eines digitalen Arbeitsmittels aus dem Projektmanagement (Kanban kommt aus dem Japanischen und bedeutet „visuelles Signal“). Mit diesem Softwaretool wollen die Studenten es Reisehungrigen erleichtern, gemeinsam die besten Optionen für ihre Gruppe herauszufinden und dabei jedem einen Überblick über Reisemöglichkeiten zu geben. Es ermöglicht, in drei verschiedenen Boards Reisemöglichkeiten, Unterkünfte und Aktivitäten zusammenzustellen, die dann von den beteiligten Nutzern der Reisegruppe verglichen und diskutiert werden können.

Die Studenten wollen ihre Software kostenlos anbieten. Sie erhoffen sich im ersten Schritt Einnahmen aus der Zusammenarbeit mit anderen touristischen Plattformen wie zum Beispiel „booking.com„. „Wir erhalten Provisionen, wenn ein Kunde diese Plattformen über unsere Software ansteuert“, sagt Moritz Wobith.

Moritz Wobith studiert im 6. Semester Corporate Management und Economics an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Der Student stammt aus Beuren. Er gründete neben dem Studium sein Start-up. Quentin Kniep studiert Informatik im Masterstudiengang.