Während des Corona-Lockdowns haben viele Menschen das Wandern als Hobby (wieder-)entdeckt. Die Ferien verbringen in diesem Jahr viele im Lande – und von hier aus ist es nur ein Katzensprung in die Berge. In den Mitgliederzahlen der Sektion Friedrichshafen des Deutschen Alpenvereins (DAV) schlägt sich dieser Trend zwar noch nicht nieder. „Aber wir sind froh, dass die Dinge nach und nach wieder möglich sind“, sagt Petra Graßmann von der Häfler Gruppe AlpinPlus.

Petra Graßmann von der Gruppe AlpinPlus der DAV Sekton Friedrichshafen freut sich, dass Touren in den Alpen wieder möglich sind.
Petra Graßmann von der Gruppe AlpinPlus der DAV Sekton Friedrichshafen freut sich, dass Touren in den Alpen wieder möglich sind. | Bild: privat

Viele entdecken während des Lockdowns die nähere Umgebung wieder für sich

Wie alle anderen Gruppenaktivitäten lagen auch die geführten Touren des DAV während des Lockdowns auf Eis. Privat – also allein, zu zweit oder mit der Familie – waren die DAV-ler aber im Rahmen der Möglichkeiten in der Natur unterwegs. „Dabei haben viele die nähere Umgebung wieder für sich entdeckt“, so der Eindruck von Petra Graßmann.

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Um den Kontakt untereinander nicht ganz zu verlieren, habe sich die Gruppe AlpinPlus digital per Videotelefonie getroffen. „Das war besser als gar nichts.“ Beim DAV-Nachwuchs sehr gut angekommen seien Youtube-Videos, die die Jugendgruppe im gesicherten Bereich an sie verschickt hat. Es ging neben Sportübungen, um fit zu bleiben, zum Beispiel um Klettertechniken und um das richtige Sichern des Partners.

Friedrichshafener Hütte ist wieder geöffnet

Seit dem 20. Juni ist die Friedrichshafener Hütte im Verwall mit Blick auf die Silvrettagruppe wieder für Wanderer und Übernachtungsgäste geöffnet. Das Verwall ist eine Gebirgsgruppe der zentralen Ostalpen in Österreich. Sie befindet sich in den Bundesländern Vorarlberg und Tirol, zwischen Bludenz und Landeck. Die Anzahl der Schlafplätze hat die Häfler Sektion von 55 auf 40 reduziert. „Der Grund ist, dass wir Übernachtungsgruppen und -gäste jeweils in einzelnen Zimmern unterbringen, sodass sie in der Nacht keinen Kontakt zu anderen Gruppen haben“, erläutert Petra Graßmann. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein, erfolge die Zuweisung des Schlafplatzes unter Einhaltung des Mindestabstands. Dieser sei auf der Hütte durch provisorische Trennwände aus Plexiglas zwischen den Matratzen sichergestellt.

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Die Anmeldung ist ebenso wie auf allen anderen Berghütten Pflicht. Aber sie sei auch sonst während der Urlaubszeit mehr als empfehlenswert. „Da wir in Österreich sind, gelten ansonsten die aktuellen gesetzlichen Regelungen dieses Landes.“ Ungewohnt sei es schon, wenn Einzelpersonen in der Hütte an getrennten Tischen sitzen müssen – seien Wanderer normalerweise ja eher kontaktfreudig. Vonseiten der DAV-Sektion seien die Rahmenbedingungen auf jeden Fall so abgesteckt, dass man wieder guten Gewissens unterwegs sein könne, ergänzt Petra Graßmann.

Auch Touren und Kurse werden wieder angeboten

Das gilt auch für die geführten Touren und für die Kurse mit fünf bis acht Teilnehmern. Sie finden wieder statt, wenn der Tourenleiter dazu bereit ist. Voraussetzung für die Teilnahme sei neben den Kontaktdaten die Versicherung, gesund zu sein. „Wir empfehlen aktuell, nicht bis an die Leistungsgrenze zu gehen, sondern auf Sicherheit zu achten und auf den Körper zu hören“, erläutert Petra Graßmann.

Ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich, muss sich die Gruppe in Sachen Fahrgemeinschaften Gedanken machen. „Die Fahrt im Auto ist grundsätzlich ein Risiko. Eine Möglichkeit ist, Mundschutz zu tragen und viel zu lüften.“ Acht Autos hintereinander seien aber sicher auch nicht die ideale Lösung.

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In die Kletterhalle dürfen maximal neun Kletterpaare

Seit den Corona-Lockerungen werden die Gruppentreffen im DAV-Haus wieder gerne besucht. „Aber man spürt doch bei einigen eine gewisse Vorsicht und Zurückhaltung“, berichtet Petra Graßmann. Wieder für Vereinsmitglieder geöffnet ist auch die Kletterhalle, wo die Abstandsregeln ebenfalls gelten und einige Hygieneregeln einzuhalten sind. So ist das Klettern nur in Zweiergruppen mit einem festen Partner erlaubt. Erlaubt sind maximal neun Kletterpaare.

Auch in der Kletterhalle des Häfler DAV gelten nach der coronabedingten Pause besondere Regelungen. Im Bild: Rainer Hildebrand und Clemens Mertens.
Auch in der Kletterhalle des Häfler DAV gelten nach der coronabedingten Pause besondere Regelungen. Im Bild: Rainer Hildebrand und Clemens Mertens. | Bild: Aline Oettel/DAV