In Friedrichshafen sind derzeit weniger Busse unterwegs. Beim Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (Bodo) wurde „grundsätzlich und einvernehmlich beschlossen, bis auf Weiteres nach dem Ferienfahrplan zu fahren“, erläuterte Bodo-Pressesprecherin Anne Hackert zunächst. Am Freitag kam dann die Mitteilung: Ab 1. Februar wird wieder auf den sogenannten Schulfahrplan umgestellt – unabhängig davon, wann die Schulen tatsächlich wieder geöffnet werden.

Samstagvormittag: Die Seelinie 7395 Richtung Friedrichshafen bleibt bis auf die Fotografin dieses Bildes und einen weiteren Fahrgast leer.
Samstagvormittag: Die Seelinie 7395 Richtung Friedrichshafen bleibt bis auf die Fotografin dieses Bildes und einen weiteren Fahrgast leer. | Bild: Lena Reiner

„Der Ferienfahrplan bietet das Grundangebot, das all jene Berufstätige, die Präsenzpflicht an ihren Arbeitsstätten haben, benötigen“, so Hackert. Verstärkende Kurse morgen und mittags, die vornehmlich der Schülerbeförderung dienen, fallen beim Ferienfahrplan derzeit weg. Aufgrund der weiterhin geschlossenen Bildungseinrichtungen herrsche entsprechend geringe bis gar keine Nachfrage für diese Früh- und Mittagskurse.

Ab dem 1. Februar soll allerdings wieder das volle Angebot zur Verfügung stehen. Einzige Ausnahme: Es verkehren keine zusätzlichen Schülerverstärker-Kurse. Vereinzelte Einschränkungen und Besonderheiten, beispielsweise in den Stadtverkehren oder bei Abend- und Nachtlinien, sind im Internet abrufbar. „Mit der Umstellung auf den Schulfahrplan schaffen wir Platz und Entspannung in den Bussen und Bahnen für alle jene, die Ihre Tätigkeiten vor Ort in den Arbeitsstätten erledigen und nicht auf ein Homeoffice zurückgreifen können“, so Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler.

Das könnte Sie auch interessieren

In Friedrichshafen entfallen momentan wegen der Ausgangssperre in Baden-Württemberg sämtliche Abendlinien. Das bedeutet, dass – wer etwa berufsbedingt nach 20 Uhr noch den Nahverkehr nutzen möchte – auf die RIA-Ruftaxis angewiesen ist.

Wer nicht zu Fuß durch das Schneegestöber nach Hause gehen möchte, sollte sich mit dem Ferienfahrplan der Busse vertraut machen.
Wer nicht zu Fuß durch das Schneegestöber nach Hause gehen möchte, sollte sich mit dem Ferienfahrplan der Busse vertraut machen. | Bild: Lena Reiner

In Friedrichshafen entfallen außerdem die Linien 10 und 18 weiterhin. Sebastian Dix, Pressesprecher des Stadtwerks am See und des Häfler Stadtverkehrs, erklärt: „Die Linie 10 war gedacht als Verstärkung aufgrund des (Hoch-)Schulcampus Fallenbrunnen und der dortigen kulturellen Angebote.“ Sie sei allerdings von Anfang an sehr schwach ausgelastet gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Aufgrund der Pandemie entfielen nun die Hochschul-Präsenzen der Studenten und teilweise auch der Mitarbeiter sowie die Kulturbesucher der Caserne: „Der Fallenbrunnen ist weiterhin mit zwei Linien (9 und 12) und somit im Halbstundentakt an die Innenstadt angebunden, in der anderen Richtung jeweils im Stundentakt nach Fischbach (9) beziehungsweise Kluftern–Markdorf (12).“ Die ebenfalls weiterhin wegfallende Linie 18 kann großteils durch die Linie 7394 ersetzt werden, so steht es auf der Bodo-Webseite zu lesen.

Bislang 39 Euro, seit der Preiserhöhung 40 Euro, kostet das Monatsticket im Jahresabo für den Häfler Stadtverkehr: Wegen der fortgesetzten Schulschließung wird den Abokunden dafür weniger geboten als gewohnt.
Bislang 39 Euro, seit der Preiserhöhung 40 Euro, kostet das Monatsticket im Jahresabo für den Häfler Stadtverkehr: Wegen der fortgesetzten Schulschließung wird den Abokunden dafür weniger geboten als gewohnt. | Bild: Lena Reiner

Insgesamt sei im Häfler Stadtverkehr ein Fahrgastrückgang um mehr als 50 Prozent zu verzeichnen, erklärt Dix abschließend: „Wir sind von den Kapazitätsgrenzen sehr weit entfernt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Bodo-Sprecherin Hackert merkt an, dass die Kündigungsrate im Coronajahr 2020 nicht auffällig gewesen sei. „Im Bodo hatten Abokunden die Möglichkeit – auch aufgrund der Elektrifizierungsarbeiten und dem damit verbundenen Schienenersatzverkehr – ihr Abonnement zu pausieren. Mutmaßlich hat dies bewirkt, dass keine hohen Kündigungszahlen zu verzeichnen waren.“ Auch vom Sonderkündigungsrecht wegen der Tarifanpassung zum 1. Januar 2021 hätten nur wenige Abokunden Gebrauch gemacht.