Sei es ein Laptop, um mobil zu arbeiten, der WLAN-Router für das Homeoffice oder ein neuer Server für die Datenspeicherung – technische Geräte sind in Corona-Zeiten gefragter denn je.

Der IT-Großhändler Bytec in Jettenhausen vertreibt genau solche sogenannten Business-Produkte für Firmen. Dazu gehören Computer, Server, Speicher-Systeme, Netzwerkkomponenten wie WLAN-Router und diverse Software.

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Im Norden von Friedrichshafen – gegenüber des bisherigen Standorts – baut Bytec derzeit auf mehr als 11 000 Quadratmetern zwei große neue Lagerhallen und ein Bürogebäude.

Die Baustelle des Häfler IT-Großhändlers Bytec. Rechts im Hintergrund befindet sich der aktuelle Standort der Firma.
Die Baustelle des Häfler IT-Großhändlers Bytec. Rechts im Hintergrund befindet sich der aktuelle Standort der Firma. | Bild: Lena Reiner

Profitiert Bytec also von der Corona-Krise?

Die Antwort lautet ja und nein, sagt Unternehmenssprecher Richard Luft. „Wegen Corona sind die Aufträge bei Notebooks explodiert. Da gab es im vergangenen Jahr Tage, an denen für mehrere Millionen Euro Notebooks bestellt wurden. Dies ist aber nicht unbedingt ein sehr einträgliches Geschäft. Auf der anderen Seite wurden und werden aktuell viele Projekte mit anspruchsvollen IT-Produkten wie Servern aufgeschoben.“

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Der Grund, weshalb drei neue Gebäude in Friedrichshafen entstehen, hat also nicht unbedingt etwas mit dem derzeit großen Bedarf an technischen Geräten zu tun.

Bytec sei bereits in den vergangenen vier Jahren rasant gewachsen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Seit 2017 hat sich die Zahl der Mitarbeiter fast verdoppelt. Sie ist von knapp 50 auf über 90 gestiegen. Der Umsatz stieg teilweise um über 30 Prozent jährlich.“

In diesem Gebäude ist Bytec in Friedrichshafen in der Hermann-Metzger-Straße zuhause.
In diesem Gebäude ist Bytec in Friedrichshafen in der Hermann-Metzger-Straße zuhause. | Bild: Bytec

Warum Bytec immer weiter wächst

Bis 2016 habe die Firma nur den Hardwarehersteller Fujitsu im Portfolio gehabt. Mit der Aufnahme von Lenovo hätten sich neue Wachstumsmöglichkeiten ergeben. Das bedeute nach Angaben von Pressesprecher Richard Luft: „In circa fünf Jahren von Null auf 154 Millionen Euro in 2020.“ Weitere kleinere Hersteller wie zum Beispiel D-Link kämen nun langsam dazu.

Weshalb immer mehr Kunden wie IT-Händler und Systemhäuser die Produkte über Bytec verkaufen und somit zum Wachstum der Häfler Firma beitragen, liegt nach Ansicht von Richard Luft daran, dass sie breit aufgestellt sind.

Bytec agiere nicht nur wie ein Logistiker, sondern stelle zu den Produkten auch technisches Wissen bereit, das die Kunden vielfach nutzen, zum Beispiel Hotline, Service-Unterstützung oder Schulungen. Ein weiterer Pluspunkt: „Dass wir aus Hardware und Software zum Beispiel ein Speichersystem machen können“, sagt der Unternehmenssprecher.

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Wofür die neuen Gebäude genutzt werden

Weil der IT-Großhändler immer weiter wächst, brauche es die neuen Lagerräume und ein Bürogebäude gegenüber des bereits bestehenden Standorts. Derzeit erfolge die Logistik noch im circa 4500 Quadratmeter großen Lager in Kressbronn. Dieses stoße aber nun an seine Grenzen, da die Lagerkapazitäten nicht mehr ausreichen.

Daher werde das erste Gebäude vorerst als Überlauflager für Kressbronn eingerichtet. Pressesprecher Richard Luft sagt: „Dafür werden circa fünf weitere Mitarbeiter eingeplant. Zehn weitere Stellen sind für 2021 geplant.“

Zwei Mitarbeiter im Lager in Kressbronn.
Zwei Mitarbeiter im Lager in Kressbronn. | Bild: Bytec

Im zweiten Gebäude soll später die Assemblierung, also der individuelle Zusammenbau von Servern und Computern, erfolgen. Da der japanische Technologiekonzern Fujitsu vor Kurzem seinen Produktionsstandort in Augsburg geschlossen habe, wanderten Teile der dortigen Assemblierung nach Friedrichshafen.

Dafür werde ebenfalls Platz benötigt und neue Arbeitsplätze werden entstehen. Wie viele das sein werden, werde erst in der Personalplanung 2022 erfolgen, berichtet Luft. Das Unternehmen vor allem technisch versierte Fachkräfte und Servicemitarbeiter, was schwierig sei.

Was der Neubau das Unternehmen kostet

Das Vorhaben ist kostspielig. Für den ersten Bauabschnitt der „Halle 1 Nord“ belaufen sich die Kosten auf 3,9 Millionen Euro. Die zweite Halle koste ungefähr genauso viel und für das Bürogebäude liegt noch keine detaillierte Planung vor.

„Wir sind in Friedrichshafen groß geworden und durch den aktuellen Bau können wir unsere Basis hier weiter ausbauen.“
Peter Schöbel und Reinhold Egenter, Geschäftsführer von Bytec, in einer Pressemitteilung
Auf mehr als 11 000 Quadratmetern werden zwei Lagerhallen und ein Bürogebäude gebaut.
Auf mehr als 11 000 Quadratmetern werden zwei Lagerhallen und ein Bürogebäude gebaut. | Bild: Lena Reiner

Wann der Bau fertiggestellt sein soll

Noch im ersten Halbjahr 2021 soll die erste Lagerhalle bezogen werden. Läuft derzeit alles nach Plan oder beeinflusst Corona die Bauarbeiten? Luft schreibt dazu auf Anfrage des SÜDKURIER: „Aktuell haben wir eine leichte Verzögerung, da die Bauunternehmen wenig Kapazitäten haben und wir lange auf Angebote warten müssen. Wir sind aber zuversichtlich, dass sich das nicht wesentlich auf unsere Planung auswirken wird.“