Schon ab Januar werden die ersten Mieter im neuen Innovations- und Technologietransferzentrum (Ritz) im Fallenbrunnen arbeiten. „Wir liegen komplett im Zeitplan und auch den Finanzrahmen haben wir eingehalten, auch wenn das wirklich harte Arbeit war“, freuen sich Ritz-Geschäftsführer Marian Duram und Bauherrenberater Harald Betting. Sie führen durch das Gebäude und erklären die wichtigsten Aspekte des Zentrums.

Ritz-Geschäftsführer Marian Duram freut sich auf das, was kommt: „Ich hoffe, dass sich hier ein fruchtbarer Austausch zwischen den Mietern ergibt. Die Vision ist es, hier wirklich Wissen zu bündeln, um sich zu einem Kompetenzzentrum zu den Themenfeldern Digitalisierung und Mobilität zu entwickeln.“
Ritz-Geschäftsführer Marian Duram freut sich auf das, was kommt: „Ich hoffe, dass sich hier ein fruchtbarer Austausch zwischen den Mietern ergibt. Die Vision ist es, hier wirklich Wissen zu bündeln, um sich zu einem Kompetenzzentrum zu den Themenfeldern Digitalisierung und Mobilität zu entwickeln.“ | Bild: Lena Reiner

Die Einhaltung der Rahmenbedingungen sei gerade auch von den Förderern – dem Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union mit sieben Millionen Euro – stark forciert worden. Betting erinnert sich an seinen Einstieg in das Projekt im Jahr 2018: „Da ging dann alles ganz schnell. Ich habe am Schmotzigen noch persönlich den Antrag zum Bauamt getragen.“ Noch am Valentinstag hatte auf der Fläche am Fallenbrunnen lediglich der Rohbau gestanden.

Bauherrenberater Harald Betting vor der Tür des Ritz. Er ist erfreut über das tolle Team und die tolle Zusammenarbeit, die es ermöglicht haben, das Bauprojekt fristgerecht fertigzustellen. 2018 sei er ins Projekt eingestiegen: „Da ging dann alles ganz schnell. Ich habe am Schmotzigen noch persönlich den Antrag zum Bauamt getragen.“
Bauherrenberater Harald Betting vor der Tür des Ritz. Er ist erfreut über das tolle Team und die tolle Zusammenarbeit, die es ermöglicht haben, das Bauprojekt fristgerecht fertigzustellen. 2018 sei er ins Projekt eingestiegen: „Da ging dann alles ganz schnell. Ich habe am Schmotzigen noch persönlich den Antrag zum Bauamt getragen.“ | Bild: Lena Reiner

„Wir haben wirklich Gas gegeben, dass wir fertig werden. Jetzt steht noch der Feinschliff an und viele Abnahmen“, erklärt Bauherrenberater Harald Betting, während im Hintergrund eine akustische Messung vorgenommen wird. „Das ist eine der Maßnahmen“, kommentiert er. Der Veranstaltungsraum, der direkt im Eingangsbereich gelegen ist, solle zwar eine visuelle Verbindung zum Maschinenraum haben, aber natürlich nicht genauso laut sein. Damit die Messung aussagekräftig ist und der Hall im Raum einschätzbar ist, wird der Raum zunächst bestuhlt.

So könnte der Veranstaltungsraum bestuhlt aussehen: 100 Personen finden hier dann Platz, allerdings ohne coronatauglichen Abstand.
So könnte der Veranstaltungsraum bestuhlt aussehen: 100 Personen finden hier dann Platz, allerdings ohne coronatauglichen Abstand. | Bild: Lena Reiner

Mit einer Trennwand könne ein kleinerer Veranstaltungsraum entstehen, in dem rund 100 Personen Platz finden können. Ohne die Trennwand hätten hier – ohne Coronabedingungen natürlich – bis zu 400 Personen Platz. „Das geht natürlich nur, wenn die Menschen stehen“, erklärt er mit Blick auf die doch begrenzte Fläche. Der Veranstaltungsraum solle dabei Veranstaltungen mit klarem Themenbezug vorbehalten sein, ergänzt Duram, auch wenn nicht nur der Raum im Erdgeschoss auch für externe Veranstaltungen angemietet werden könne: „Ganz themenfremde Veranstaltungen wird es hier nicht geben.“

In den sieben Konferenzräumen im Obergeschoss, die auch für externe Veranstaltung angemietet werden können, ist das gesamte Mobiliar mobil: Tische und Stühle stehen auf Rollen, um eine flexible Raumgestaltung zu ermöglichen.
In den sieben Konferenzräumen im Obergeschoss, die auch für externe Veranstaltung angemietet werden können, ist das gesamte Mobiliar mobil: Tische und Stühle stehen auf Rollen, um eine flexible Raumgestaltung zu ermöglichen. | Bild: Lena Reiner

Wenn jemand einmal doch lieber auf den Blick in den sogenannten Open Space mit Maschinen verzichten möchte, sorgt ein Vorhang für flexiblen Sichtschutz.

Wem der wortwörtliche Durchblick zu viel wird, der kann mit diesem Vorhang für Sichtschutz sorgen. Einrichtungsspezialist Manfred Fischer legt letzte Hand an.
Wem der wortwörtliche Durchblick zu viel wird, der kann mit diesem Vorhang für Sichtschutz sorgen. Einrichtungsspezialist Manfred Fischer legt letzte Hand an. | Bild: Lena Reiner

Ganz ohne Sichtschutz, dafür mit besonders viel Einblick von außen, kommt der linkerhand gelegene Showroom des Hauses aus. Hier sollen sich die Mieter mit ihren Projekten öffentlich zeigen können.

Der Vorplatz soll bald autofrei bleiben. Dann wird der Showroom noch besser von außen zu sehen sein.
Der Vorplatz soll bald autofrei bleiben. Dann wird der Showroom noch besser von außen zu sehen sein. | Bild: Lena Reiner

Überhaupt lautet das Motto des Gebäudes Durchblick und Durchsicht.

Wortwörtlich Durchblick hat man im gesamten Gebäude: Dafür sorgen Sichtschächte und große Glasflächen.
Wortwörtlich Durchblick hat man im gesamten Gebäude: Dafür sorgen Sichtschächte und große Glasflächen. | Bild: Lena Reiner

Die Cafeteria – im Erdgeschoss rechts gelegen – solle außerdem für eine „Verschmelzung“ von Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und der Zeppelin-Universität (ZU) sorgen, die beide direkt nebenan liegen. „Hier kann auch eine Mutter einen Kaffee trinken, die gerade gegenüber ihr Kind in den Kindergarten gebracht hat“, kommentiert Betting. Dieser Teil des Gebäudes sei tatsächlich komplett öffentlich. Was dafür aktuell noch fehle, sei der große Touchscreen im Eingangsbereich, an dem sich gerade auch Besucher über das Zentrum informieren könnten.

Die Anbindung an die DHBW ist nicht nur dadurch gegeben, dass sie zu den ersten Mietern im Zentrum gehört. Auch baulich wurde ein Übergang zwischen den Gebäuden geschaffen.
Die Anbindung an die DHBW ist nicht nur dadurch gegeben, dass sie zu den ersten Mietern im Zentrum gehört. Auch baulich wurde ein Übergang zwischen den Gebäuden geschaffen. | Bild: Lena Reiner

Wer sich hier einmieten möchte – noch steht etwa die Hälfte der Räumlichkeiten leer – muss in den Themenbereichen aktiv sein, die zum Ritz passen. „Es muss alles inhaltlich ineinandergreifen und das Geschäftsmodell muss passen“, erklärt Duram. Auf längere Sicht erhofften sie sich einen fruchtbaren Austausch zwischen den Mietern: „Die Vision ist es, hier wirklich Wissen zu bündeln, um sich zu einem Kompetenzzentrum zu den Themenfeldern Digitalisierung und Mobilität zu entwickeln.“

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Gerade für Start-ups biete sich hier eine gute Gelegenheit, von dem Wissen anderer zu profitieren. Für diese gibt es einen extra Bürobereich, der schreibtischweise für eine Maximaldauer von fünf Jahren vermietet wird. „Hinter der Befristung steht eben die Idee, dass es sich um ein Angebot für den Beginn handelt. Danach sollte man weiter gewachsen sein“, erläutert der Geschäftsführer des Ritz.

Die Schreibtische für Start-ups sind höhenverstellbar und bieten nicht nur dadurch individuelle Möglichkeiten für junge Unternehmen.
Die Schreibtische für Start-ups sind höhenverstellbar und bieten nicht nur dadurch individuelle Möglichkeiten für junge Unternehmen. | Bild: Lena Reiner

Damit die Mieter unkompliziert in Austausch treten können, stehen unterschiedliche Begegnungsräume zur Verfügung. Der wohl schönste davon ist die Loggia auf der Südseite des Gebäudes. Die ersten Stühle lassen erahnen, wie es hier fertig möbliert aussehen wird.

Der Zugang zum Dach und damit zur Fotovoltaikanlage ist den Technikern vorbehalten. Die Aussicht auf der Loggia dürfen hingegen alle Mieter des Gebäudes genießen.
Der Zugang zum Dach und damit zur Fotovoltaikanlage ist den Technikern vorbehalten. Die Aussicht auf der Loggia dürfen hingegen alle Mieter des Gebäudes genießen. | Bild: Lena Reiner

Ein weiterer Treffpunkt ist die Teeküche, die – anders als die Cafeteria im Erdgeschoss – nicht im öffentlichen Teil des Gebäudes gelegen ist. Hier sind die Mieter des Gebäudes unter sich. In den Genuss des Austauschs mit anderen kommen dabei sowohl jene, die sich kurzzeitig einen Schreibtisch im Co-Working-Space anmieten, als auch jene, die hier längerfristig Schreibtischfläche, Büros oder einen Hallenabschnitt anmieten.

Hier entsteht einmal die Teeküche, die der beste Ort zur Vernetzung sein soll.
Hier entsteht einmal die Teeküche, die der beste Ort zur Vernetzung sein soll. | Bild: Lena Reiner

Durch die Trennung zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereichen soll die Sicherheit der Mieter gewährleistet sein. „Es geht hier ja nicht nur um Maschinen, sondern auch um Wissen. Die Mieter sollen wissen, dass sie sich hier gut aufgehoben fühlen“, erläutert Duram. In den nicht-öffentlichen Bereich führt der Weg nur mit einer Chipkarte. Der öffentliche Bereich endet mit dem Treppenhaus. Auch dieses bietet eine Besonderheit: Direkt am Seiteneingang liegt ein Raum mit Spinds und Duschen. „So wollen wir die nicht-kfz-gebundene Mobilität fördern“, erläutert Betting.

An dieser Tür endet der nicht-öffentliche Teil des Gebäudes. Am Flur sind die Toiletten gelegen.
An dieser Tür endet der nicht-öffentliche Teil des Gebäudes. Am Flur sind die Toiletten gelegen. | Bild: Lena Reiner

Nachhaltigkeit wird auch sonst beim Ritz großgeschrieben: Das Gebäude liegt energetisch rund 30 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben – etwa durch die Fotovoltaikanlage auf dem Dach und die Heizung per Fernwärme – und hat nicht nur neue Bäume anpflanzen lassen, sondern auch die große Eiche direkt am Gebäude mit einem Gittersystem auf dem Boden bedacht, so dass diese weiterhin alles bekommt, was sie zum Wachsen und Gedeihen benötigt.

Ein Gitterboden anstelle einer versiegelten Fläche soll dafür sorgen, dass die große Eiche direkt am Gebäude nicht beeinträchtigt wird.
Ein Gitterboden anstelle einer versiegelten Fläche soll dafür sorgen, dass die große Eiche direkt am Gebäude nicht beeinträchtigt wird. | Bild: Lena Reiner

Freilich kommen aber auch vierrädrige Fahrzeuge nicht zu kurz: Die Zufahrt direkt ins Gebäude auf die Arbeitsfläche ist möglich.