Am Montag entscheidet der Gemeinderat über den Rahmenplan für die „Friedrichstraße-West“ – und damit auch, ob das umstrittene Hochhaus auf dem „Schlossgarten“-Areal in diesem Plan enthalten bleibt oder nicht. Der Bauausschuss hatte sich vor zwei Wochen mehrheitlich dafür ausgesprochen, obwohl sich bei einer städtischen Umfrage 68 Prozent der rund 1000 Teilnehmer gegen den Hochpunkt entschieden.

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Die Bürgerinitiative „Kein Hochpunkt Friedrichstraße“ übergab am Donnerstag ihre Petition mit knapp 2000 Unterschriften von Unterstützern an Oberbürgermeister Andreas Brand und blieb im Ton sehr moderat. Deren Sprecher Dominik Bartmuß bedankte sich beim OB für die Gelegenheit zum erneuten Meinungsaustausch und platzierte zwei Wünsche.

Wunsch nach „Wahrung der Neutralität“

Die Bürgerinitiative bitte „um die Wahrung der Neutralität der städtischen Bauverwaltung“, bis der Gemeinderat über das Hochhaus definitiv entschieden hat. „Es wäre fatal, wenn der Eindruck aufkäme, es bestünde bereits jetzt eine heimliche Allianz zwischen den Zielen der Investorengruppe und der Bauverwaltung“, sagt Bartmuß.

Das „Schlossgarten“-Areal an der Friedrichstraße: Hier könnte ein Hochhaus entstehen, wenn die Stadt dafür Baurecht erteilt.
Das „Schlossgarten“-Areal an der Friedrichstraße: Hier könnte ein Hochhaus entstehen, wenn die Stadt dafür Baurecht erteilt. | Bild: Cuko, Katy

Zum anderen erwarte die Initiative, dass auch ihre Argumente Gehör beim Gemeinderat finden. Man erwarte nicht, dass sich alle ihrer Meinung anschließen, allerdings eine „Auseinandersetzung und Abwägung“. Dies habe man in der Sitzung des Bauausschusses schmerzlich vermisst. „Eine Umbenennung von Hochpunkt in ‚Städtebaulicher Akzent‘ und die Verständigung auf ein ‚schlankes Hochhaus‘ ignoriert schlicht unser Anliegen“, sagte Bartmuß, an den OB gerichtet.

OB: Scharfe Diskussion nicht zielführend

Andreas Brand entgegnete: Für ihn habe habe sich die „scharfe Diskussion“ bisher sehr auf plakative Äußerungen konzentriert, die in der Frage mündeten: Dürfen die Investoren über einen auf das Vorhaben bezogenen Bebauungsplan das Hotel bauen oder nicht. Diese auch politisch polarisierende und verengte Diskussion sei aus seiner Sicht nicht zielführend. Er sei dafür, die Hochpunkt-Pläne nicht zu stoppen, sondern zunächst für Fragen zu öffnen, welche Architektur und – danach – welche Nutzung hier angemessen wäre. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in ein möglichst offenes Verfahren einsteigen können“, sagte der OB. Ein Weg, der bei der Bürgerinitiative nicht auf taube Ohren stieß.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir in ein möglichst offenes Verfahren einsteigen können.“
Andreas Brand, Oberbürgermeister