Den Anlass geben Beobachtungen, die sie beunruhigt haben. Frank Labitzke vom Verein „Frühlingserwachen“ erzählt von einer Veranstaltung einer demokratischen Partei, die von Personen mit Regenbogenfahnen und Hassparolen gestört wurde. „Das finde ich fatal. Die haben die Regenbogenfahne, die ein Symbol der Friedensbewegung war, mit Hassrede verknüpft“, sagt er. Bei einer Veranstaltung des „Bündnis für Vielfalt“ zum Tag des Grundgesetzes habe ein Mann die Akteure für Querdenker gehalten und beschimpft. „Es kann doch nicht sein, dass ich mich auf das Grundgesetz berufe und dazu sagen muss, dass ich kein Querdenker bin“, sagt Labitzke.

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Lena Reiner von „Frühlingserwachen“ verweist auf Flashmobs, die sich „Schwarze Wahrheit“ nennen. Sie machten durch völlige Überspitzung die Einstellung anderer lächerlich. Im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen forderten sie etwa Masken beim Essen und im Bett. „Sie arbeiten mit einer Verdrehung der Begriffe“, sagt Reiner. Walter Schmid vom Kreisseniorenrat erinnert an den Missbrauch von Schlagworten wie Wahrheit oder Freiheit in Diktaturen. „Dann muss man nicht mehr sachlich argumentieren“, sagt er. Wahrheit sei jedoch nicht unabhängig von Wissenschaft und Fakten. Labitzke betont, Freiheit sei nicht mit Regellosigkeit zu verwechseln: „Die Regeln müssen demokratisch immer neu verhandelt werden, aber ohne Regeln gibt es keine Freiheit.“

Eine Banneraufschrift der Aktion für mehr Demokratiefreude.
Eine Banneraufschrift der Aktion für mehr Demokratiefreude. | Bild: Corinna Raupach

Mit den neuen Bannern will das Bündnis nicht nur für eine offene Einstellung unterschiedlichen Ansichten gegenüber eintreten. Es wehrt sich eigenen Angaben zufolge auch gegen die Vereinnahmung von Symbolen und Begriffen durch demokratiefeindliche Gruppierungen.

Die Regenbogenbanner sollen kreisweit aufgehängt werden. Privatleute, Vereine oder Geschäfte mit freien Wänden, Fenstern oder Zäunen sind eingeladen, sich zu beteiligen. „Ich könnte mir ein Plakat auch gut in einem Kindergarten oder einer Seniorenanlage vorstellen“, sagt Lena Reiner.

Interessenten können sich beim „Bündnis für Vielfalt“ melden unter der Telefonnummer 01 51/50 42 42 29 oder der E-Mail-Adresse f.labitzke@vielfalt-fn.de.

Mehr Freude an Demokratie sollen diese Banner im öffentliche Raum verbreiten.
Mehr Freude an Demokratie sollen diese Banner im öffentliche Raum verbreiten. | Bild: Corinna Raupach