Zum ersten Warnstreik in Baden-Württemberg im Zuge der Tarifverhandlungen ist DGB-Landesvorsitzender Martin Kunzmann nach Friedrichshafen gekommen. „Es ist ein Stück weit schäbig, was die Arbeitgeber mit euch veranstalten“, rief er. Erst sei das Engagement im öffentlichen Dienst gelobt worden, jetzt versuche man, die Mitarbeiter mit Blick auf die Corona-Krise nach dem Motto „ein Streik passt nicht in die Zeit“ zu spalten. „Wir wissen aber, was uns im Geldbeutel fehlt und was wir wert sind.“

Zum ersten Streik im Zuge der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg sprach DGB-Landeschef Martin Kunzmann in Friedrichshafen.
Zum ersten Streik im Zuge der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg sprach DGB-Landeschef Martin Kunzmann in Friedrichshafen. | Bild: Claudia Wörner

Dafür gab es von den Bauhof-Mitarbeitern Applaus. Die Leistungen in Krankenhäusern, Kitas und Bauhöfen müssten gewürdigt werden. „Ihr seid für mich systemrelevant, aber vom Applaus wird man nicht satt“, spitzte Kunzmann zu.

Applaus für die Forderungen der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit: Die Bauhof-Mitarbeiter legten in Friedrichshafen für eine Stunde die Arbeit nieder.
Applaus für die Forderungen der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit: Die Bauhof-Mitarbeiter legten in Friedrichshafen für eine Stunde die Arbeit nieder. | Bild: Claudia Wörner

Die Jungs seien immer da, wenn Not am Mann sei. „Egal ob an Feiertagen, am Wochenende oder beim Winterdienst“, sagte Günter Strasser vom Bauhof. Vor allem mit Familie habe man in den niedrigen Lohngruppen schwer zu kämpfen. Deshalb sei die Forderung von 4,8 Prozent mehr Lohn durchaus gerechtfertigt.

Seine Kollegin Simone Brugger ist nicht nur für sich selbst beim Streik, sondern auch für die Pflegekräfte im öffentlichen Dienst. „Applaus allein reicht nicht.“ In der Corona-Krise habe man gesehen, wie viel Geld da sei. „Es ist es nicht einzusehen, warum wir komplett verzichten sollen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Die Arbeitgeber wollen mindestens eine Laufzeit von drei Jahren und als Bonbon gebe es in diesem Jahr gar keine Erhöhung, sagte Jutta Aumüller, stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ulm-Oberschwaben. „Ihr habt es verdient, ordentlich bezahlt zu werden. Deshalb müssen wir auf die Straße, um zu zeigen, so nicht.“

Weitere Aktionen in Friedrichshafen geplant

Es werde im Zuge der Tarifverhandlungen nicht der einzige Streik in Friedrichshafen sein. „Wir werden uns in den nächsten Wochen steigern“, kündigte sie an. Normalerweise hätte Aumüller die Streikenden mit Trillerpfeifen ausgestattet. Wegen der Aerosole habe sie jedoch darauf verzichtet. Die Gewerkschaft werde die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nicht im Regen stehen lassen. „Aber ihr müsst mitmachen“, forderte sie auf.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €