Baustellenbedingt rollte der Verkehr in den vergangenen Tagen nur in einer Richtung durch den östlichen Abschnitt der Charlottenstraße. Seit Montag ist die Fahrbahn komplett gesperrt. Ausreichend Schilder weisen auf die aktuelle Situation hin. Für Fußgänger ist das Ganze deutlich verwirrender: Die gewohnte Fußgängerampel auf Höhe der Marienstraße fehlt und die Baustelle erstreckt sich über beide Seiten des Gehwegs. Etwas versteckt ist auf der Seite der Canisiuskirche ein holpriger Fußweg ohne Belag zu finden, der an der Baustelle vorbeiführt. Er ist zwar ausgeschildert, wurde aber zumindest in den vergangenen Tagen aufgrund seiner Unwegsamkeit gerade bei schlechtem Wetter kaum genutzt.

Ab ins Geröll ist derzeit für Fußgänger angesagt, besonders bei regnerischem Wetter nicht ansatzweise barrierefrei.
Ab ins Geröll ist derzeit für Fußgänger angesagt, besonders bei regnerischem Wetter nicht ansatzweise barrierefrei. | Bild: Lena Reiner

Viele Fußgänger entschieden sich, direkt ein kurzes Stück auf der eigentlich für Autos vorgesehenen Fahrbahn zurückzulegen. Überqueren müssen sie diese aktuell sowieso ohne Ampel, Zebrastreifen oder sonstige Querungshilfe – was für zusätzliche Verwirrung sorgen kann.

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Dabei ist der Grund für die Bauarbeiten, die nach Angaben der Stadtverwaltung noch bis voraussichtlich 21. Mai andauern, ein positiver: Die Bushaltestelle soll barrierefrei ausgebaut werden. In der Pressemitteilung heißt es außerdem: „Der Gehweg im Baustellenbereich ist gesperrt. Die Fußgänger werden an der Baustelle vorbeigeleitet.“ Dass die Beschilderung des „Vorbeileitens“ dabei lediglich von der einen Straßenseite auf die andere verweist, auf der man dann durch Geröll hinter der Baustelle vorbeigeht, wird erst vor Ort ersichtlich. Auch ist die Barrierefreiheit durch diesen Umstand deutlich eingeschränkt.

Ampel wird durch Zebrastreifen ersetzt

Doch wieso wird hier nicht nur die Bushaltestelle barrierefrei ausgebaut sondern auch die Fußgängerampel entfernt? Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt, erklärt: „Es gibt einen rechtlichen Grund, weshalb die Ampeln in der Charlotten- und in der Eugenstraße zurückgebaut werden. In der Charlottenstraße besteht derzeit eine Tempo 30-Zone.“ In solchen Zonen dürften nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung keine Fußgängerampeln eingerichtet werden. Um die Verkehrssicherheit für Schulkinder und Fußgänger bei der Querung der Fahrbahn der Charlottenstraße weiterhin abzusichern, werde eine Querungshilfe mit Zebrastreifen gebaut.

Auch wenige hundert Meter weiter, in der Eugenstraße, ist die Fußgängerampel abgebaut worden. Eine solche Kombination aus Insel und Zebrastreifen, wie sie sich hinter dem Begriff Querungshilfe verbirgt, ist auch für die Charlottenstraße vorgesehen.
Auch wenige hundert Meter weiter, in der Eugenstraße, ist die Fußgängerampel abgebaut worden. Eine solche Kombination aus Insel und Zebrastreifen, wie sie sich hinter dem Begriff Querungshilfe verbirgt, ist auch für die Charlottenstraße vorgesehen. | Bild: Lena Reiner

Mehr Platz und Querungskomfort für Fußgänger

Auch sonst soll nach der kurzzeitigen Einschränkung des Fußverkehrs für mehr Platz auf den Gehwegen gesorgt sein, so Kreuzer: „Zusätzlich zu dem Zebrastreifen werden vorgezogene zusätzliche Seitenräume für die Fußgänger geschaffen. Die Verbreiterung des Gehweges an dieser Stelle erhöht die Verkehrssicherheit und den Querungskomfort für die Fußgänger ganz erheblich, weil sie den Sichtkontakt mit den übrigen Verkehrsteilnehmern verbessern.“

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