„Sterben gehört zum Leben“, weiß Brigitte Radau, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes Friedrichshafen. „Schwerstkranken und sterbenden Menschen diese letzte Zeit ihres Lebens so würdig wie möglich zu gestalten, dafür sind wir seit nunmehr 30 Jahren da.“ Trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie stünden die rund 50 Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes zur Verfügung. „Alle sind mit Blick auf die Hygienevorschriften geschult, entsprechend ausgestattet und lassen sich regelmäßig testen“, erklärt Radau.

Durch die gebotene Distanz seien aktuell viele Menschen belastet. „Nach wie vor begleiten wir schwerkranke Menschen zu Hause, stärken den Angehörigen den Rücken und sorgen für Entlastung in der schwierigen Situation“, berichtet die Koordinatorin. Dabei sehe sie, wie hilfreich es sowohl für Betroffene als auch für Angehörige ist, wenn regelmäßig jemand komme.

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„Durch unsere Arbeit können wir viele Ängste am Ende des Lebens nehmen, etwa die Angst vor dem Alleinsein, vor Schmerzen und davor, anderen zur Last fallen“, so Radau. Der ambulante Hospizdienst begegne diesen Ängsten ganz praktisch, indem er für die Betroffenen und ihre Angehörigen da sei und für die notwendige Hilfe sorge.

Gute palliative Versorgung im Fokus

Vor dem Hintergrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020 zum Thema „Assistierter Suizid“ sei es wichtig, sich selbst eine Meinung zu bilden und sich gut über die Angebote des Hospizdienstes zu informieren. „Wir stehen für das Leben und wollen den Fokus verstärkt auf eine gute palliative Versorgung richten“, sagt Radau.

Kostenloser Online-Kurs „Letzte Hilfe“

Zum Auftakt der Woche für das Leben, die in diesem Jahr unter dem Motto „Leben im Sterben“ steht, informiert der ambulante Hospizdienst Friedrichshafen am Samstag, 17. April, von 10 bis 13 Uhr auf dem Häfler Schlemmermarkt über die Hospizarbeit und die Ziele der Hospizbewegung. Am Montag, 19. April von 17.30 bis 21.30 Uhr empfiehlt die Koordinatorin den kostenlosen Online-Kurs „Letzte Hilfe“. Informationen unter www.letztehilfe.info, Anmeldung per E-Mail isabel.roemer@stiftung-liebenau.de