Rechtzeitig zum Ende des beliebten Neun-Euro-Tickets gibt es ein neues Angebot der Deutschen Bahn – zumindest in Friedrichshafen. Am Bahnhof wurde ein Automat aufgestellt, an dem Stand-up-Paddling-Boards (SUPs) samt Ausrüstung ausgeliehen werden können.

Etwas versteckt hinter einem Bauzaun steht der SUP-Automat.
Etwas versteckt hinter einem Bauzaun steht der SUP-Automat. | Bild: Benjamin Schmidt

Bahnhof soll attraktiver werden

Wie aus einer Mitteilung der DB hervorgeht, testet das Unternehmen Kolula mit Sitz in Brandenburg am Häfler Bahnhof den Verleih. In dem lagern vier SUPs, jeweils eingepackt in einen Rucksack und ausgestattet mit Luftpumpe, Paddel und wasserdichtem Beutel. „Mit dem Angebot möchte die DB den Bahnhof für Kund:innen attraktiver machen“, heißt es im Schreiben aus Stuttgart.

Aus dem Automaten kann SUP-Ausrüstung gezogen werden.
Aus dem Automaten kann SUP-Ausrüstung gezogen werden. | Bild: kolula

Sechs Wochen soll der Test laufen. Ist der erfolgreich, könnten in der Region im kommenden Jahr weitere SUP-Automaten aufgestellt werden. Konkret im Angebot ist Material des Sportwarenherstellers Decathlon. Auf einem Foto des Automaten in Friedrichshafen ist zu sehen, dass es sich um das Modell ITIWIT handelt. Der Setpreis, wie er auch in Vermietung ist, liegt bei gut 417 Euro. Gemäß den Bewertungen im Decathlon-Online-Shop sind die Kunden mit der Ausrüstung recht zufrieden.

Etwas versteckt

Gemietet werden können die Geräte ab 19,99 Euro für vier Stunden. Acht Stunden kosten das Doppelte, ein ganzes Wochenende gut 100 Euro. Bezahlt wird per Kreditkarte oder Paypal im Voraus. Damit ist der Automat sogar etwas günstiger als mancher Anbieter vor Ort – allerdings gibt es auch keine Tipps von erfahrenem Personal.

Zu finden ist der Automat auf der linken Seite des Bahnhofs (gesehen mit dem See im Rücken). Allerdings verdecken aktuell Bauzäune den Standort zum Teil. Von dort geht es dann schnell hinunter zum See. Allerdings liegt hier zunächst der Hafen des Württembergischen Yachtclubs. Hier ist Wassern nicht möglich.

Vom Bahnhof ist es noch kein kleiner Fußmarsch ans Wasser. Direkt im Hafen des Würtembergischen Yachtclubs dürfen SUPs nicht fahren.
Vom Bahnhof ist es noch kein kleiner Fußmarsch ans Wasser. Direkt im Hafen des Würtembergischen Yachtclubs dürfen SUPs nicht fahren. | Bild: Benjamin Schmidt

Regeln beachten

Rechts des Hafens, auf Höhe des Graf-Zeppelin-Hauses, bietet sich dann die Gelegenheit, das SUP bequem in den See gleiten zu lassen. Lars Gäbler, Sprecher des Landratsamts, sagt am Telefon: „Da gibt es auch rechtlich keine Bedenken. Mit dem SUP kann man dort aufs Wasser gehen.“

Am Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen gelangen Badegäste und SUP-Fahrer bequem in den See.
Am Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen gelangen Badegäste und SUP-Fahrer bequem in den See. | Bild: Benjamin Schmidt

Zu etwas Vorsicht mahnt Gäbler dennoch: „Man kann sich nicht einfach ein SUP aus dem Automaten ziehen und loslegen.“ Vielmehr gelten Regeln auf dem Bodensee. So muss jeder, der sich 300 Meter vom Ufer entfernt, eine Schwimmweste mitführen. Auch müssen Abstände zu Schiffen, Hafeneinfahrten und Landungsstellen eingehalten werden.

Auch Andrea Kreuzer, Sprecherin der Stadt Friedrichshafen, hat einen Tipp für SUP-Neulinge: „Die Fähren im See verursachen Wellen. Ganz ohne Übung wird es wohl schwierig, sich auf dem Brett zu halten.“ Ungeübte sollten sich deswegen zunächst vorsichtig ausprobieren.