Schon am Aschermittwoch kehren die ersten Häfler Schüler in den Präsenzunterricht zurück: Das Graf-Zeppelin-Gymnasium (GZG) holt den Jahrgang an die Schule, der in diesem Sommer das Abitur macht. „Das ist ein Muss, dass diese Schüler so schnell wie möglich in Präsenz unterrichtet werden“, sagt Schulleiter Axel Ferdinand. „Denn die Termine sowohl für das schriftliche Abitur Anfang Mai als auch für die fachpraktischen und mündlichen Prüfungen stehen bereits fest.“

„Oberstufenschüler gehen schon sehr bewusst mit der Situation um“, sagt Axel Ferdinand, Schulleiter des Graf-Zeppelin-Gymnasiums (Archivbild)
„Oberstufenschüler gehen schon sehr bewusst mit der Situation um“, sagt Axel Ferdinand, Schulleiter des Graf-Zeppelin-Gymnasiums (Archivbild) | Bild: Mona Lippisch

Viel Zeit für eine gut betreute Wiederholungs- und Vertiefungsphase bleibe ohnehin nicht. Auch die Kursstufe 1, also die elfte Klasse, gilt als Abschlussjahrgang. „Die Noten zählen schon für das Abitur“, sagt Ferdinand. Daher startet die K1 am 22. Februar in die analogen Klassezimmer.

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Präsenzunterricht endet nach der sechsten Stunde

Mit dem bestehenden Hygienekonzept sieht der Schulleiter das GZG gut vorbereitet. „Wir haben eine mehrfache Absicherung: Es werden mit den Abschlussklassen nur wenige Schüler in der Schule sein, die gut Abstand halten können. Wir achten auf das regelmäßige Lüften. Auch gehen die Oberstufenschüler schon sehr bewusst mit der Situation um“, sagt Ferdinand. Um Gedränge und Gruppenbildung in der Mittagspause zu vermeiden, endet der Präsenzunterricht am GZG zudem nach der sechsten Stunde. Der Nachmittagsunterricht verläuft weiter im Fernlernprinzip.

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Mit den Erfahrungen sowohl im Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen als auch im Fernunterricht sei die Gelassenheit an den Schulen gewachsen, urteilt Steffen Rooschüz, Leiter der Merianschule und geschäftsführender Schulleiter der Friedrichshafener Schulen. „Wir haben alle Pläne bereitliegen und sind für alle Optionen gerüstet“, sagt er. Auch in seine Schule kommen die Kinder ab 22. Februar zurück, allerdings nicht alle auf einmal. Er setzt auf Wechselunterricht in kleineren, festen Gruppen und unterschiedliche Anfangs- und Endzeiten.

Ab 22. Januar können auch die Grundschüler der Merianschule wieder kommen, allerdings nicht alle auf einmal.
Ab 22. Januar können auch die Grundschüler der Merianschule wieder kommen, allerdings nicht alle auf einmal. | Bild: Corinna Raupach

„Es gehen uns Schüler verloren, die brauchen jetzt eine Perspektive“

Rooschüz ist froh, dass die Schüler wiederkommen. „Wir erleben dramatische Zustände zu Hause. Es gehen uns Schüler verloren, die brauchen jetzt eine Perspektive“, sagt er. Angesichts der ansteckenderen Virusmutanten hält er es jedoch für dringend geboten, die bisherigen Hygienekonzepte weiterzuentwickeln. „Immerhin werden jetzt Masken für die Lehrkräfte der Primarstufe zur Verfügung gestellt, das war vorher nicht der Fall“, sagt er.

„Es gehen uns Schüler verloren, die brauchen jetzt eine Perspektive“, meint Steffen Rooschüz, geschäftsführender Schulleiter der Friedrichshafener Schulen. (Archivbild)
„Es gehen uns Schüler verloren, die brauchen jetzt eine Perspektive“, meint Steffen Rooschüz, geschäftsführender Schulleiter der Friedrichshafener Schulen. (Archivbild) | Bild: Katy Cuko

Neben bereits im Herbst vorgesehenen Maßnahmen wie Abstand, Lüften und Desinfektionsmitteln ist seiner Ansicht nach eine gute Teststrategie nötig: „Alle Jahrgänge, die in die Schule kommen, müssen eigentlich einmal in der Woche per Schnelltest getestet werden“, sagt Rooschüz. Nur so lasse sich das Infektionsgeschehen an der Schule einschätzen. „Am schlimmsten wäre es, wenn wir jetzt aufmachen und in ein paar Wochen wieder schließen müssen“, sagt Rooschüz.

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Räumliche Herausforderung: Wechselunterricht und Notbetreuung

An der Grundschule Fischbach-Schnetzenhausen ist alles für den Wechselbetrieb vorbereitet. „Die Pläne liegen in der Schublade“, sagt Rektorin Christine Waggershauser. Die Schule habe gute Erfahrungen mit dem Aufteilen der Schüler in eine Dienstag-Donnerstag- und eine Mittwoch-Freitag-Gruppe gemacht. „Montag kommen alle – mit zeitlichem Abstand – in die Schule und bekommen ihren Wochenplan, an dem sie jeweils zu Hause arbeiten können“, erklärt Waggershauser.

An der Grundschule Fischbach ist geplant, die Schüler im Wechsel an der Schule und zu Hause zu unterrichten.
An der Grundschule Fischbach ist geplant, die Schüler im Wechsel an der Schule und zu Hause zu unterrichten. | Bild: Corinna Raupach

Auch sie freut sich, ihre Schüler bald wiederzusehen und ihnen neben dem Unterricht das Treffen mit Gleichaltrigen zu ermöglichen. „Die sozialen Kontakte sind gerade für Grundschüler sehr wichtig.“ Sorge macht ihr nur, dass die Grundschulen neben dem Wechselunterricht weiter eine Notbetreuung für die Schüler vorhalten müssen, die zu Hause nicht betreut werden können. „Ich habe gar nicht so viele Räume“, sagt Waggershauser.

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Auch die Claude-Dornier-Schule wird ihre Abschlussklassen ab dem 22. Februar wieder in Präsenz unterrichten. „Wir werden nicht alle auf einmal holen, sondern ein Wechselmodell anbieten. Wie das im Detail aussehen wird, erarbeiten wir gerade“, sagt Schulleiter Stefan Oesterle.

Hybridunterricht muss anders angegangen werden als Präsenzunterricht

Die Bandbreite der Schularten an seiner Schule ist groß, von der Berufsvorbereitung über Berufsschule und Berufskolleg bis zum Technischen Gymnasium. Während kleine Klassen geschlossen in den Präsenzunterricht kommen können, gibt es für große Klassen die Varianten Hybrid- und Wechselunterricht. Beim Hybridunterricht ist eine Hälfte der Schüler im Klassenzimmer, die andere ist per Video zugeschaltet. „Das muss man methodisch aber ganz anders angehen, als den normalen Präsenzunterricht„, sagt Oesterle. Im Wechselunterricht kommt eine Hälfte der Klasse in die Schule, die andere bekommt Aufgaben für daheim. Alle anderen Klassen erhalten weiter Fernunterricht nach Stundenplan.