“Aufgrund der Situation im Sommer, in dem die Inzidenzen heruntergegangen sind und daher auch kaum noch Tests benötigt wurden, mussten wir die Kapazitäten auch herunterfahren“, erklärt Marco Gerbracht. Gemeinsam mit Tobias Hagel berteibt er mehrere Schnelltestzentren in und um Friedrichshafen, unter anderem jenes am Romanshorner Platz. Sie sind Teil eines Veranstalterzusammenschlusses, der überregional mit einer eigenen Software Testzentren aufgezogen hat. Die Standorte am Immenstaader Landungssteg und in Friedrichshafen-Fischbach seien allerdings aufgrund der geringen Auslastung vorübergehend geschlossen worden.

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Testzentren in Immenstaad und Fischbach zumindest für den Moment geschlossen

“Heute ist der erste Tag, an dem man den Schnelltest wieder braucht. Daher zieht es heute auch drastisch an“, schildert Hagel am Montag auf dem Messeparkplatz P7 im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Hier am Standort sind wir heute bei knapp 400 Tests, die Zahl hat sich damit verdoppelt.“ An den anderen Standorten seien die Zahlen auch gestiegen, aber nicht so deutlich wie am Messeparkplatz.

Ob die beiden Standorte in Immenstaad und Fischbach wieder eröffnet würden, könne er derzeit nicht sagen: “Das entscheiden wir je nach Nachfrage, wir sind da flexibel und können reagieren.“ Auch PCR-Tests, wie sie nun etwa für den Clubbesuch vorgeschrieben wurden, kann das Team durchführen. Allerdings bieten sie diese ausschließlich am Messeparkplatzstandort an: “Das ist eigentlich auch nicht geplant, das zu erweitern. Nur falls die Nachfrage wirklich enorm groß ist, würden wir den Test auch an einem weiteren Standort anbieten.“

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Schon am Tag vor Greifen der neuen Corona-Verordnung steigt die Test-Nachfrage

Auch Oleg Elizarov, der inzwischen an drei Standorten – am Holiday Inn, am Flughafen und vor dem Medienhaus am See – in Friedrichshafen Schnelltestzentren betreibt, berichtet von einer gestiegenen Nachfrage. In Prozent gesprochen habe es bereits am Sonntag eine Steigerung um 150 Prozent gegeben. An manchen Standorten im Ortenaukreis, aus dem er eigentlich stamme, seien es bis zu 1000 Prozent gewesen aufgrund der Nähe zum Europapark.

Oleg und Olga Elizarov betreiben in Friedrichshafen unter anderem am Buchhornplatz ein Schnelltestzentrum. (Archivbild)
Oleg und Olga Elizarov betreiben in Friedrichshafen unter anderem am Buchhornplatz ein Schnelltestzentrum. (Archivbild) | Bild: Lena Reiner

“Ob wir auch PCR-Tests anbieten, prüfen wir zurzeit“, schildert er. Er stehe im Austausch mit dem Gesundheitsamt. Es sei natürlich komplexer, diese anzubieten. Man müsse mit einem Arzt oder Labor zusammenarbeiten, benötige mehr Platz und Personal: “Wir sind aktuell so gut mit den Schnelltests ausgelastet, da müssten wir zusätzlich Raum schaffen und das wiederum muss dann auch erst vom Gesundheitsamt abgesegnet werden. Dafür brauchen wir ein Konzept, wie genau wir das durchführen wollen.“

Keine PCR-Tests mehr im Testzentrum am Club Gerrix – und weiterhin kein Club-Betrieb

Bruno Goncalvez, der am Club Gerrix in der Anton-Sommer-Straße ein Testzentrum betreibt, macht derzeit eine gegenteilige Entwicklung: “Wir haben jetzt mit den PCR-Tests aufgehört, also, die Termine, die ausgemacht sind, arbeiten wir noch ab und dann bieten wir die Tests nicht mehr an.“

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Grund dafür sei die Geschwindigkeit der Zustellung der Ergebnisse. Zwar hätten sie auf ihrer Webseite 24 bis 36 Stunden angegeben, viele Reisende buchten aber den Test sehr kurzfristig und erwarteten das Ergebnis exakt einen Tag später. “Jeden Tag habe ich mindestens ein Telefonat deswegen“, schildert der Goncalvez, “und ich kann das ja auch verstehen: Würde ich abreisen wollen, würde ich auch darauf drängen, das Ergebnis schnell zu bekommen.“ Das Problem an der Sache: Er selbst könne keinen Einfluss darauf nehmen, wie schnell das Labor arbeite: “Deshalb hören wir jetzt damit auf. Das ist mir zu stressig und auch zu riskant: Ich mag nicht, dass wegen uns jemand seinen Flug verpasst.“

„Ich glaube nicht, dass jemand bereit wäre, 80 Euro hinzublättern, nur um tanzen zu gehen“, sagt Bruno Golcalvez, Betreiber des Clubs Gerrix und des dort im April 2021 eröffneten Testzentrums. (Archivbild)
„Ich glaube nicht, dass jemand bereit wäre, 80 Euro hinzublättern, nur um tanzen zu gehen“, sagt Bruno Golcalvez, Betreiber des Clubs Gerrix und des dort im April 2021 eröffneten Testzentrums. (Archivbild) | Bild: Lena Reiner

Auch für den Betrieb des Clubs lohne es sich nicht, die Testungen beizubehalten. Den mag er nämlich vorerst gar nicht öffnen: “Ich glaube nicht, dass jemand bereit wäre, 80 Euro hinzublättern, nur um tanzen zu gehen und unsere Zielgruppe ist nicht die, in der die Impfquote am höchsten ist.“

Die Schnelltests hingegen laufen Goncalvez zufolge gut, er habe direkt am Montag eine Steigerung von 500 Prozent verzeichnen können: “Wir hatten an dem Tag so viele Tests wie in der Vorwoche insgesamt.“ Allerdings lägen die täglichen Testungen damit immer noch unter dem, was hier in Spitzenzeiten abgewickelt worden sei: “Ich denke, da merkt man, dass inzwischen doch einige geimpft sind.“