Am Ende steht ein Unentschieden: Das Publikum applaudiert gleich laut für die drei Turnerinnen der Zirkusakademie und für Sängerin Vera Aggeler aus Wangen.

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Akademieleiterin Andrea Sprenger hat die rettende Idee: „Du nimmst das Seesternchen mit nach Wangen und schickst uns einen Eisgutschein rüber“, schlägt sie vor. „Jaa!“, rufen die jungen Artistinnen. „Eis schlägt Seestern“, kommentiert Moderator Bernd Eibinger.

Rotes 3D-Unikat auf Bodensee-Treibholz

Bei der ersten Verleihung des Seesterns – ein rotes 3D-Unikat auf Bodensee-Treibholz – an Talente ist der Kulturraum Casino voll besetzt.

Magdalena und Marie von der Zirkusakademie am Vertikalband.
Magdalena und Marie von der Zirkusakademie am Vertikalband. | Bild: Corinna Raupach

Den Abend eröffnet das Siegertrio: Mühelos klettern Hella, Magdalena und Marie das Vertikaltuch hinauf und wirbeln unter der Saaldecke, als gelte die Schwerkraft ihnen nicht.

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Neun und zehn Jahre sind sie alt und üben in der Zirkusakademie. Dort haben auch Leon und Pascal gelernt, die Jonglage mit Humor und lässiger Bühnenpräsenz zu verbinden. Lili, Peter und Denis zaubern mit leuchtenden Pois poetische Bilder auf die schwarze Bühne.

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Für Heiterkeit sorgt Fabian Mroz alias Mr. Fabulous mit dem Gänseblümchen-Tipp gegen Morgenblues: „Ich bin ein Gänseblümchen im Sonnenschein und durch meine Blüten fließt die Sonne in mich rein.

Video: Corinna Raupach

“ Schon sind Falten, kalter Kaffee und geklaute Zeitung nicht mehr schlimm. Überhaupt hat er etwas gegen Selbstmitleid, etwa angesichts des Schicksals einer geräucherten Makrele: „Ihr seid beide nicht glücklich, doch fragst du mich: Die Makrele hat Grund dazu, du aber nicht!“

Songs von Snow Patrol und Amy Winehouse

Sängerin Carolin Otto startet verhalten mit „Chasing Cars“ von Snow Patrol. „Back to black“ von Amy Whinehouse erzählt unmittelbar von Wut und Trauer. Ihr „Black!“ klingt so düster, wie es gemeint ist.

Rosalinde Zack erzählt die Fabel von Fuchs, Rabe und Käse einmal anders: Zita Steinle (links) und Renate Steinle.
Rosalinde Zack erzählt die Fabel von Fuchs, Rabe und Käse einmal anders: Zita Steinle (links) und Renate Steinle. | Bild: Corinna Raupach

Die Fabel von Fuchs, Rabe und Käse erzählen Zita und Renate Steinle als „Rosalinde Zack“ auf ihre Art. Schwarz, mit ruckartigen Bewegungen und bunten Schuhen hocken sie wie Amseln auf hohen Stühlen.

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„Wenn der letzte Vogel vom Himmel gefallen ist, ob dann irgendjemand solch einen Vogel vermisst?“, singen sie und intonieren ein Loblied auf die List, „so klein und link“, und eins auf den Käse, „du Schimmelgesicht“.

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Theater im Theater präsentiert die Theatergruppe „Bühnengier“: In wechselnden Rollen casten sich drei Schauspieler gegenseitig. Die Aspiranten sind hoffnungs-, die Juroren gnadenlos: „Ich habe zu Hause eine Klospülung, die klingt besser als dein Gejaule."

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Den Schlusspunkt setzt mit Vera Aggeler der zweite Seestern. Nachdenklich, mit einer Stimme voll Kraft und Tiefe, singt sie von Ängsten, Träumen und Weltbildern. „14“ stellt große Fragen: Haus oder Zelt, Reichtum oder Liebe, Routine oder Abenteuer? „Früher war'n wir 14, heute sind wir alt. Ja, ich weiß, ihr seid noch älter, aber so fühlt es sich halt an!“

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