Halb acht Sonntagmorgen. Dichter Nebel hüllt den Zeppelin-Hangar und das benachbarte Flugfeld ein. Ein Zeppelin NT ist nur schemenhaft zu erkennen. Trotzdem herrscht Betrieb: 16 Fallschirmspringer sollen bei vier Flügen die Gelegenheit bekommen, aus mindestens 700 Metern Höhe aus dem Luftschiff abzuspringen. Es ist das erste Mal, dass die Zeppelin-Reederei solch ein Event für gebuchte Passagiere anbietet. Freilich nicht für Jedermann, sondern nur für Fallschirmspringer mit Erfahrung.

Doch zunächst herrscht das Prinzip Hoffnung. "Dass mit dem Nebel am Bodensee ist so eine Sache", bittet Flugbetriebsleiter und Pilot Fritz Günter um gut Wetter und Verständnis. Der Meteorologe in München behauptet gegen 8 Uhr zwar, dass sich die dicke Suppe spätestens 11 Uhr verzogen hat. Doch mit der Prognose lag er selbst um 12 Uhr noch falsch. Also weiter warten.

Die Fallschirmspringer aus Süddeutschland, Vorarlberg und der Schweiz nehmen es gelassen. Unter ihnen ist Felix Baumgartner, jener Österreicher, der als erster Mensch aus der Stratosphäre gen Erde sprang. Vor fast exakt vier Jahren ließ er sich für dieses Projekt in einer Kapsel an einem Heliumballon in eine Höhe von 38 970 Metern bringen. Diesmal soll es nur 800 bis 1000 hinauf gehen – ein Hüpfer für den Extremsportler, der schon über 3000 Mal zur Erde schwebte. Trotzdem spricht er im Hangar von einem "Riesen-Highlight" für ihn. "Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich das anfühlt, aus einem Zeppelin abzuspringen", sagt er.

 

Von Stunde zu Stunde verschiebt Fritz Günter mit seiner Crew einen eventuellen Start des Luftschiffs, bis sich gegen 12 Uhr endlich der Nebel lichtet und eine Stunde später sogar die Sonne am Himmel strahlt. Dann geht alles flott. Die Fallschirmspringer machen sich startklar, in Viererteams werden sie nach und nach den Zeppelin besteigen. Der schraubt sich nach dem Start über dem Landeplatz förmlich in die Höhe. Die Tür geht auf, der Erste springt ab, vollführt scheinbar waghalsige Manöver in der Luft, bis er kaum eine Minute später im Spazierschritt wieder Erde unter die Füße bekommt. Dann lässt sich Felix Baumgartner fallen, zieht den Schirm und ist ebenso schnell wieder unten. Wie war's? "Es hat den Stratosphärensprung nicht getoppt, aber das war mindestens ebenbürtig", sagte er, umlagert von Medienleuten, und bedankt sich bei der Zeppelin-Reederei. "Ihr habt den Fallschirmspringern eine riesige Freude gemacht." Nach über 25 Jahren Erfahrung in diesem Sport könne er dieses Erlebnis nur jedem Fallschirmspringer empfehlen.