Das Wissenschaftsministerium verlängert das Promotionsrecht der Zeppelin Universität Friedrichshafen befristet bis Mitte 2023, teilt das Ministerium mit. Diesen Zeitraum soll die private Hochschule in Friedrichshafen "weiter zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung ihres Forschungsprofils" und der Betreuung von Doktoranden nutzen. Das Ministerium erwarte, dass auf der Grundlage der bis dahin umzusetzenden Maßnahmen Ende 2021 ein neues Reakkreditierungsverfahren beim Wissenschaftsrat eingeleitet und erfolgreich abgeschlossen wird. Welche Maßnahmen das sind, teilte das Ministerium nicht mit.

Der Wissenschaftsrat hatte der ZU 2011 als erster privater Hochschule im Land die Titelrechte zugesprochen. 2016 beauftragte das Land das ranghöchste wissenschaftliche Beratergremium in Deutschland, eine Expertise abzugeben, ob das Promotionsrecht verlängert werden kann. Im Januar 2018 zog das Ministerium diesen Auftrag kurz vor Veröffentlichung der Ergebnisse allerdings wieder zurück. Seither befanden sich Ministerium und Hochschulleitung im Gespräch, dessen Ergebnis ZU-Präsidentin Insa Sjurts am Montag bereits auf der Vollversammlung der Uni bekannt gegeben hatte. Das Promotionsrecht wäre Ende Juni ausgelaufen.

Für Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist die ZU "eine wichtige Hochschule mit interdisziplinärem Profil und starkem Bezug zu gesellschaftsrelevanten Themen". Die ausgezeichneten Bewertungen des Studienangebots der Universität in den Rankings bestätigten ihr hohes Ansehen. "Trotz der hinter ihr liegenden schwierigen Jahre der Konsolidierung hat sie ihre ungebrochene Attraktivität bei den Studierenden und ihr innovatives Lehrprofil unter Beweis gestellt", wird Ministerin Bauer in der Pressemeldung zitiert.